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» Florian Rhein-Sieg


Die Kreisleitstelle

Notruf - 112
Notruf-FAX - 112
Krankentransport - 02241/19 222
Notruf europaweit - 112


In der Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises geht im Schnitt alle 90 Sekunden eine Meldung aus der Bevölkerung über die Notrufnummer 112 durch eine automatische Gefahrenmeldeanlage bzw. eine Telefonleitung ein. Dann heißt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Leitstelle scharf analysieren und schnell handeln, denn jede Sekunde zählt. Durchschnittlich erreichen hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger in 61% der Anrufe innerhalb von fünf Sekunden und in 87% der Anrufe innerhalb von zehn Sekunden einen Einsatzbearbeiter.

Von den 25 sowohl feuerwehrtechnisch als auch rettungsdienstlich ausgebildeten Mitarbeitern werden täglich im Schnitt 400 Notrufe entgegen genommen. Hieraus resultieren 176 Rettungsdiensteinsätze inkl. Notarzteinsätze, 130 Krankentransporte und 12 Feuerwehreinsätze. Unterstützung finden die Feuerwehrkollegen durch speziell geschultes Personal der Hilfsorganisationen.

Darüber hinaus stellt die Kreisleitstelle eine Vielzahl von Dienstleistungen bereit, von der Funk-Koordinierung über die Führung eines Krankenbettennachweises bis hin zur Schnittstellenfunktion zwischen örtlicher Einsatzleitung und dem Krisenstab der Verwaltung. Somit waren 2014 rund 115.600 Einsätze zu bearbeiten. Erfolg oder Misserfolg bei Bränden, Rettungsdiensteinsätzen und der technischen Hilfeleistung hängen im Wesentlichen davon ab, wie gut eine Kreisleitstelle arbeitet. Sie muss so ausgestattet sein, dass auch Großschadensereignisse bewältigt werden können. Sie ist das entscheidende Koordinierungs- und Führungsmittel im Einsatz. In der Siegburger Kreisleitstelle sind ständig mindestens vier Einsatzleitplätze mit qualifizierten Disponenten besetzt.

Alarmiert werden die 110 Einheiten der Feuerwehren, die 17 Rettungswachen, die sieben Notärzte des Rettungsdienstes sowie die Fahrzeuge der Krankentransport-Gesellschaft flächendeckend durch die im Kreishaus befindliche Kreisleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises. Hier läuft zentral der bundeseinheitliche Notruf 112 auf und von hier werden die entsprechenden Sirenen sowie alle analogen und digitalen Meldeempfänger ausgelöst. Der Rhein-Sieg-Kreis unterhält diese integrierte Kreisleitstelle für den Feuerschutz, die Notfallrettung und den Krankentransport zur Wahrnehmung seiner Aufgaben nach Feuerschutzgesetz NRW und Rettungsdienstgesetz NRW. Organisatorisch ist die Kreisleitstelle dem Amt für Bevölkerungsschutz als eigene Abteilung angegliedert.

Im Rettungsdienst stehen im Kreisgebiet täglich bis zu sieben Notarzteinsatzfahrzeuge, 22 Rettungswagen und 22 Krankentransportfahrzeuge, von denen 11 Fahrzeuge aufgrund ihrer Ausstattung und der Qualifikation der Besatzung auch als Rettungswagen eingesetzt werden können, zur Verfügung. Das erfordert natürlich eine optimale Koordination aller Beteiligten, denn der Rettungsdienst ist kreisweit so organisiert, dass zumindest in 90 Prozent aller Fälle im städtischen Bereich nach acht Minuten nach Alarmauslösung (im ländlichen Bereich nach 12 Minuten) das erste Rettungsdienstfahrzeug die Einsatzstelle erreicht.

Die kreisübergreifende Kooperation zwischen der Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises und der Leitstelle der Feuerwehr in Bonn war ein richtiger Schritt, um die gegenseitige Ausfallsicherheit zu optimieren. Somit ist bei einem Ausfall einer der beiden Leitstellen jederzeit gewährleistet, dass der Notruf weiter bearbeitet wird und schnelle Hilfe geleistet werden kann.


Florian Rhein-Sieg
Leitstelle im Siegburger Kreishaus

 

Standardisierte Notrufabfrage

In der Vergangenheit war die Abfrage des Notrufes, an dessen anderer Seite ja meistens ein Laie einen für ihn unbekannten Sachverhalt meldet, der Erfahrung des Einsatzbearbeiters und den Angaben des Anrufers überlassen. Im ungünstigsten Fall wurden Fragen vergessen oder es verging einfach zu viel Zeit damit, überflüssige Dinge zu intensiv konkretisieren zu wollen. Auch das in den Erste-Hilfen-Kursen vermittelte Schema zur Meldung eines Notfalls

Wo, Was, Wie viele und Warten auf Rückfragen

kann vom Laien in einer stressigen Situation nicht vollständig reproduziert werden. Die Gesprächsführung muss beim Einsatzbearbeiter der Leitstelle liegen, nur der kann wirklich sagen, welche Informationen wichtig sind. In den letzten Jahren nun setzt sich zunehmend auch bundesweit in den Leitstellen die Erkenntnis durch, dass eine standardisierte Abfrage den besseren Erreichungsgrad hat. Über immer identische Fragestellungen wird Zeit gespart, wichtige Informationen werden vorrangig abgefragt und die richtigen Fragen werden immer wieder unabhängig vom Disponenten gestellt. In der Siegburger Kreisleitstelle wird seit Oktober 2014 auch die standardisierte Notrufabfrage erfolgreich eingesetzt.

Fragen Leitstelle
Standardisierte Fragen durch die Einsatzbearbeiter
 

In logischer Reihenfolge werden alle wichtigen Informationen durch den Disponenten abgefragt. So gelingt es dem Disponenten z.B. bei medizinischen Notfällen nach nur drei Fragen festzustellen, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt oder nicht. Parallel zur Notrufabfrage kann der Einsatzbearbeiter dann Hinweise zur Ersten Hilfe geben oder auch telefonisch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung anleiten. Sowohl für die telefonische Erste Hilfe als auch für die Herz-Lungen-Wiederbelebung werden vorgegebene Texte abgerufen und wörtlich abgelesen. So ist garantiert, dass jedem Anrufer die maximal mögliche Unterstützung immer auf einem gleich hohen Niveau angeboten werden kann.
 

Erste Hilfe Hinweise
Erste-Hilfe-Hinweise

 

Einsatzleitplatz
Einsatzleitplatz