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Fotowettbewerb des Rhein-Sieg-Kreises 2009
Heimat Rhein-Sieg-Kreis: Identität und kulturelles Erbe

"Heimat Rhein-Sieg-Kreis - Identität und kulturelles Erbe" war Motto und Aufgabenstellung des Fotowettbewerbs des Rhein-Sieg-Kreises 2009. In der Ausschreibung hieß es dazu:
Der Rhein-Sieg-Kreis, der in seiner heutigen Struktur seit vierzig Jahren besteht, ist die Heimat von fast 600.000 Menschen. Heimat ist dabei nicht nur ein bestimmter Ort, Heimat ist Identifikation – Identifikation auch mit der durch Bräuche und Traditionen geformten Kultur und Landschaft des Kreises. Diese vielfältige Prägung von Land und Leuten ist älter, dauerhafter und auch haltbarer als territoriale oder politische Strukturen. Sie hat dazu beigetragen, im Rhein-Sieg-Kreis eine Kulturlandschaft entstehen zu lassen, die den nach Einwohnern zweitgrößten Kreis der Bundesrepublik auch in dieser Hinsicht besonders macht, und ihm eine eigene, unverwechselbare kulturelle Identität verleiht, die zugleich einem ständigen Wandel unterworfen ist.
Doch was zeichnet die kulturelle Landschaft im Rhein-Sieg-Kreis aus? Wie haben die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis sie geprägt, welche Geschichten kann sie erzählen? Welche Sitten, Traditionen und Bräuche sind für die Region oder für Teilbereiche charakteristisch? Wie wird im Rhein-Sieg-Kreis das kulturelle Erbe bewahrt, das so lebendig und vielfältig überall im Kreisgebiet erfahrbar ist? Wie wirken sich spezifische lokale Gegebenheiten und Entwicklungen aus? Wie entwickelt sich die kulturelle Prägung in einer modernen, weltoffenen Gesellschaft weiter?
Aufgabenstellung des Fotowettbewerbs des Rhein-Sieg-Kreises ist es, den prägenden Elementen unserer Heimat nachzuspüren, sie erfahrbar zu machen und die kulturelle Landschaft mit den Mitteln der Fotografie abzubilden. Die Themenstellung soll die Bewerberinnen und Bewerber dazu anregen, den Rhein-Sieg-Kreis bewusst in den Fokus zu nehmen, seine traditionellen und modernen Prägungen fotografisch festzuhalten und zu interpretieren. Ein innovativer Umgang mit der Aufgabenstellung ist ausdrücklich erwünscht.
Die Jury des Fotopreises kürte in ihrer Sitzung am 24. November 2009 die Preisträgerinnen und Preisträger. Sie hatte aus 112 Bewerbungen auszuwählen. Dies ist die mit Abstand höchste Zahl an Bewerbungen seit dem Bestehen des 2000 ins Leben gerufenen Fotowettbewerbs, der seit 2001 im zweijährigen Turnus durchgeführt wird und in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfand.
Den ersten Preis erkannte die Jury Christine Steiner aus Dortmund für die Arbeit „Unter Tagedieben“ zu.
Christine Steiner findet mit ihrer Bilderfolge eine überzeugende Antwort auf die Frage der Beziehung zwischen dem Individuum und seiner Umwelt. Aus einer sehr subjektiven Perspektive heraus sind ihre drei Bildpaare Ausdruck persönlichen Empfindens und Erinnerns in einer vertrauten Landschaft; sie verdeutlichen einen Prozess von Identitätsfindung und Identitätsstiftung, der nicht privat bleibt sondern in einen äußeren Kontext tritt. Eine präzise und moderne Bildsprache, eine hohe ästhetische Reife sowie ein untergründiges Spiel mit Symbolen und Momenten der Tradition zeichnen die Arbeit von Christine Steiner aus.
Frau Steiner hat ihrer Bewerbung einen aussagekräftigen Text beigefügt. Diesen finden Sie hier.
Träger des zweiten Preises ist Rainer Griese aus Troisdorf.
Rainer Griese setzt vertraute Stilmittel der Fotografie auf technisch hohem Niveau für eine Landschaftsfotografie ein, die den Blick auf das Wesentliche konzentriert. Seine in Niederkassel und Troisdorf entstandenen Schwarz-weiß-Fotografien sind vordergründig menschenleer, doch sind Menschen durch die Formen und Prägungen der Landschaften auf eine intensive Art und Weise präsent. Der ruhige, formal überzeugende Bildaufbau transportiert zugleich eine den Motiven innewohnende Spannung. Form und Inhalt stehen in einem stimmigen Dialog, der die intensive Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung nachvollziehen lässt.
Der dritte Preis geht an Markus Hoffmann aus Köln.
Mit seiner fünfteiligen Arbeit „Flügge“ nähert sich Markus Hoffmann dem Phänomen der Neubaugebiete. Indem er das Werden und das Unfertige thematisiert, spannt er einen Bogen von dem, was schon ist, zu dem, was noch werden soll. Seine Bilder, die Heranwachsende in einer gleichsam sich formenden Umgebung zeigen, der zudem ein eigener assoziativer Blick gilt, sind Ausdruck einer Identität im Entstehen. Offen bleibt, ob die Ansammlung neuer Häuser Heimat wird. Die in gleicher Weise mit dem gekonnten Einsatz fotografischer Mittel formulierte Frage nach der persönlichen Zukunft der Abgebildeten bleibt ebenso unbeantwortet.
Auch Herr Hoffmann hat seine Arbeit näher erläutert. Den Text finden Sie hier.
Der Jury gehörten an:
als Fachjuroren:
• Wolfgang Zurborn, Köln, Fotokünstler, Mitbetreiber der Galerie Lichtblick in Köln und Lehrbeauftragter für Fotografie (Vorsitzender)
• Herbert Döring-Spengler, Lohmar, Fotokünstler / Polaroid Artist
• Dr. Claus Pfingsten, Bonn, Medienwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Kunst- und Designgeschichte
• Markus Schaden, Verleger und Fachautor für Fotografie
für die Kreistagsfraktionen:
• Heidi Rahmel (CDU)
• Harald Eichner (SPD)
• Claudia Owczarczak (Bündnis 90 / Grüne)
• Renate Fronhöfer (FDP)
• Landrat Frithjof Kühn / Kulturdezernent Thomas Wagner
Der Rhein-Sieg-Kreis lobte im Rahmen des Fotowettbewerbs 2009 drei Preise aus, die mit 2.000 Euro, 1.000 Euro und 500 Euro dotiert sind. Die prämierten Arbeiten, aber auch weitere Fotos aus dem Wettbewerb werden im Laufe des Jahres 2010 im Rahmen einer Ausstellung präsentiert und auch im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2011 veröffentlicht.
Die Teilnahmeberechtigung war nicht an einen Wohn- oder Geburtsort gebunden. Verlangt wurde, dass es sich um Motive aus dem Rhein-Sieg-Kreis handelt.
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