Die Energiesparlampe - Was verspricht sie wirklich?

Welche Vorteile bringen die Energiesparlampen? Lohnt sich der Austausch? Hier gibt es Antworten!

Seit dem 1. September stellt eine EG-Verordnung vom 24. März 2009 neue Anforderungen an die Energieeffizienz von Lampen in privaten Haushalten. Wir haben für Sie die Eigenschaften der derzeit viel diskutierten Alternative, der Kompaktleuchtstofflampe (oder einfach Energiesparlampe), zusammengestellt.

In dem Artikel verweisen wir mehrfach auf Tests, die von Stiftung Warentest und der Zeitschrift Ökotest durchgeführt werden. Die Links zu den Testergebnissen finden Sie in der rechten Spalte (einige Testergebnisse sind kostenpflichtig). Beachten Sie bitte beim Vergleich der Ergebnisse, dass teilweise nach unterschiedlichen Kriterien geprüft wurde. Auch sind die Testfelder unterschiedlich: Stiftung Warentest testet quer durch das Angebot, während Ökotest ausschließlich im Bereich 10-12 Watt (als Ersatz für eine 60 Watt Glühlampe) testet.

Was sind Energiesparlampen und wie funktionieren sie?

Die herkömmliche Glühlampe hat ein einfaches Funktionsprinzip: der Strom bringt den Draht zum Glühen und strahlt Licht ab. Das Problem bei dieser Technik, dass nur knapp 5 Prozent der eingesetzten Energie in Licht umgewandelt wird.

Eine Kompaktleuchtstofflampe in Stabform (Foto: Armin Kübelböck, Creative-Commons-Lizenz 3.0, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Energiesparlampe_01_white_background.jpg)Deshalb wurden verschiedene energiesparende Lampen (z.B. Energiesparlampen, Halogenlampen, LED) entwickelt. Die so genannte „Energiesparlampe“ heißt eigentlich Kompaktleuchtstofflampe und ist eine kleine Ausführung der Leuchtstoffröhre, wie sie häufig als Deckenbeleuchtung eingesetzt wird.

Die Leuchtstoffröhren arbeiten mit Gasentladung. Dabei sendet ein Glühdraht (wie in einer normalen Glühlampe) Elektronen aus. Sobald diese auf Quecksilberatome stoßen, werden diese kurzzeitig in ein energetisch höheres Energieniveau versetzt. Kehren die Quecksilberatome nach Bruchteilen einer Sekunde auf ihr normales energetisches Niveau zurück, senden sie unsichtbares UV-Licht aus. Von der Leuchtstoffbeschichtung der Glasröhre wird es in sichtbares Licht umgewandelt.

Durch diese Technik wandelt eine Leuchtstoffröhre 25 Prozent der Energie in Licht um. Man braucht also für die gleiche Helligkeit eine geringere Leistung und damit weniger Strom.

Durch die folgende Gegenüberstellung kann man leicht herausfinden, welche Leistung eine Energiesparlampe haben muss, um eine gleich helle Glühlampe zu ersetzen:

■ Eine 7–9 Watt Energiesparlampe entspricht etwa einer 40 Watt Glühlampe
■ Eine 11 Watt Energiesparlampe entspricht etwa einer 60 Watt Glühlampe
■ Eine 15 Watt Energiesparlampe entspricht etwa einer 75 Watt Glühlampe
■ Eine 20 Watt Energiesparlampe entspricht etwa einer 100 Watt Glühlampe
■ Eine 23 Watt Energiesparlampe entspricht etwa einer 120 Watt Glühlampe

Während eine Glühlampe nur durchschnittlich 1.000 Stunden leuchtet, hielten Energiesparlampen viel länger durch. Je nach Modell sind das 4.000 oder sogar mehr als 19.000 Stunden. Einige Hersteller geben aber nur die mittlere Lebensdauer an: das heißt, sobald im Test 10 von 20 Lampen ausgefallen sind, ist die mittlere Lebensdauer erreicht.

Eine andere Technik benötigt andere Herstellungsverfahren. Dadurch sind die Energiesparlampen in der Regel teurer als gleich helle Glühlampen. Der Kaufpreis liegt zwischen 1,50 EUR und 20,00 EUR, in seltenen Fällen bei bis zu 30,00 EUR. Da die etwas teureren Markenprodukte in einigen Tests wesentlich besser abschneiden als diverse Billiglampen (siehe Test von Stiftung Warentest in der rechten Spalte), empfiehlt es sich nicht bei den Anschaffungskosten zu sparen.

Wie wird gespart?

Wie der Name schon sagt, spart die Energiesparlampe bei der praktischen Anwendung, also beim Energieverbrauch. Ersetzt man eine Glühlampe durch eine gleich helle Energiesparlampe kann man bis zu 80 Prozent des Energieverbrauchs - und damit der Energiekosten – einsparen. Wie viel Geld man konkret spart kann man leicht selbst ausrechnen: Betriebskosten (EUR) = Leistung (Watt) x Lebensdauer (Stunden) x Strompreis (EUR/kWh)

Rechnet man die Betriebskosten entsprechend für eine Energiesparlampe und eine Glühlampe aus, sieht man deutlich, dass sich der Kauf einer Energiesparlampe auch finanziell rechnet.

Maximale Helligkeit und Schaltfestigkeit
Die Helligkeit heißt physikalisch Lichtstrom und wird in Lumen gemessen. Der Lichtstrom drückt aus, wie viel Licht insgesamt abgegeben wird. Die Helligkeit von Glühlampe und Energiesparlampe vergleicht man also am besten über diesen Wert. Generell gilt: je höher die Leistung (Watt), desto höher der Lichtstrom, auch wenn es innerhalb einer Leistungsstufe größere Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten gibt.

Je nach Anwendungsgebiet muss die Beleuchtung innerhalb weniger Sekunden die maximale Helligkeit liefern. Einige Energiesparlampen schaffen das problemlos, während sich andere mehrere Minuten Zeit lassen. Leider wird dieser Zeitraum selten auf der Packung angegeben. Hier hilft nur eigenes Ausprobieren. Zudem gibt es bei den Testern unterschiedliche Testverfahren: Stiftung Warentest misst die Zeit, bis die Lampe ihre maximale Helligkeit erreicht. Laut der Zeitschrift Ökotest verlieren einige Lampen danach noch mal etwas ihrer Helligkeit. Dort wird die Zeit gemessen, bis die dauerhafte Helligkeit erreicht wird.

Energiesparlampen verlieren währen ihrer Lebenszeit bauartbedingt etwas ihrer Helligkeit. Deswegen spricht man von einem „technischen Defekt“ sobald die Lampe 20 Prozent ihrer Helligkeit verloren hat. Ein Blick in die Testergebnisse gibt Klarheit, welche Lampen stärker oder schwächer von diesem Effekt betroffen sind.

Überall dort, wo das Licht oft ein- und ausgeschaltet wird (Treppenhäuser, Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder), können selbstverständlich auch Energiesparlampen eingesetzt werden. Dabei sollte man aber unbedingt darauf achten, ein Modell zu wählen, welches das häufige Schalten auch verträgt. Genau so wie bei der Lebensdauer gibt es auch hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten. Einige hielten die Tests mit 210.000 Schaltzyklen durch – andere blieben nach nicht einmal 3.400 Schaltungen dunkel.

Farbwiedergabe

Die Farbwiedergabe hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Farbtemperatur und dem Lichtspektrum:

Spektrum
Lichtspektren einer 60 Watt Glühlampe (oben) im Vergleich mit einer 11 Watt Leuchtstofflampe (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spektrum_60W_ESL.jpg)Das Sonnenlicht besteht aus Lichtwellen in einem bestimmten Wellenlängenbereich. Bei Sonnenlicht und bei Glühlampen sind alle Wellenlängen des sichtbaren Lichts gleichmäßig vertreten (kontinuierliches Spektrum). Eine Leuchtstoffröhre arbeitet mit der Gasentladung, bei dem nur Licht in bestimmten Wellenlängen frei wird; andere Bereiche des Spektrums sind gar nicht vertreten (diskretes Spektrum).

Dadurch erscheint das Licht bei einigen (vor allem älteren) Lampen als bläulich (die Farben Gelb oder Rot fehlen im Licht). Auch wenn durch die Wahl des Herstellers bei der Gasfüllung, der Art der Leuchtstoffbeschichtung etc. die Farbwiedergabe modifiziert werden kann, zeigt sie – wie die Glühlampe – größere oder kleinere Abweichungen zum Tageslicht.

Die Farbtemperatur
Informationen darüber, wie das Licht einer Lampe empfunden wird, gibt die Farbtemperatur. Es gibt Energiesparlampen in mit verschiedenen Temperaturen: angefangen bei „tageslichtweiß“ – einem eher sachlichen (bläulichen) Licht – über „neutralweiß“, „warmweiß“ bis „extra-warmweiß“, welches einem gemütlichem Wohnlicht entspricht. Daher werden Lampen mit verschiedenen Farbtemperaturen auch an unterschiedlichen Orten eingesetzt. Die Farbtemperatur sagt aber nichts über eine originalgetreue Farbwiedergabe aus (siehe Spektrum).

Bei der Gasentladung werden ca. 44.000 Lichtblitze pro Sekunde erzeugt. Da das menschliche Auge nur ca. 60 Bilder pro Sekunde wahrnimmt, sehen wir nur ein gleichmäßiges Leuchten. Im Laufe des Lebens einer Leuchtstoffröhre kann dieser Wert absinken und die Lampe fängt an zu flackern. Das strengt die Augen an und kann in manchen Fällen auch zu Kopfschmerzen führen.
 

Entsorgung

Energiesparlampen enthalten ca. 3 mg des giftigen Schwermetalls Quecksilber (bis zu 5 mg sind erlaubt). Deshalb gehören sie in den Sondermüll. Der kann bei der RSAG am Schadstoffmobil oder bei den Entsorgungsanlagen in Troisdorf und Swisttal abgegeben werden (siehe rechte Spalte). Auf keinen Fall gehören sie in den Hausmüll oder in den Altglascontainer, da dann das Quecksilber nicht mehr recycelt werden kann.

Einige Händler nehmen alte Energiesparlampen zurück (siehe rechte Spalte).
Um das lästige Flimmern älterer Leuchtstoffröhren zu beheben, wurden die elektronischen Vorschaltgeräte eingeführt. Wenn diese fest mit der (Kompakt-)Leuchtstoffröhre verbunden sind, werden sie gemeinsam als Sondermüll entsorgt. Ansonsten sind sie ganz normaler Elektroschrott und können beim RSAG-Elektro-Kleinteile-Mobil abgegeben werden.

Was tun, wenn meine Energiesparlampe zerbricht?
Falls eine Energiesparlampe zerbricht, sollten die Einzelteile mit einem Blatt Papier zusammen gekehrt und ein luftdichtes Glas gelegt werden. Dieses bringt man dann direkt zur RSAG (siehe unter Entsorgung).
Da Quecksilber bei Zimmertemperatur flüssig ist, sollte man keinen Staubsauger verwenden, da es dann im gesamten Raum verteilt wird. Auch wenn die geringen Mengen in der Regel nicht gesundheitsschädlich sind, sollte gut durchgelüftet werden.