Informationen zur Vogelgrippe

Stallpflicht für Geflügel im gesamten Kreisgebiet aufgehoben Stand: 20. März 2017

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest oder Aviäre Influenza genannt, ist eine besonders schwer verlaufende Viruserkrankung des Geflügels, die durch Influenzaviren ausgelöst wird. Das Kürzel H5N8 beschreibt den Subtyp des Influenza-A-Virus, welches bereits häufiger weltweit festgestellt wurde. Bisher sind keine Fälle von H5N8 Infektionen beim Menschen bekannt.

Am 08.11.2016 wurde bei einer verendeten Reiherente am Plöner See in Schleswig-Holstein das Influenzavirus H5N8 festgestellt. Inzwischen sind 15 Bundesländer betroffen. Seit dem ersten Nachweis des H5N8-Erregers in Deutschland sind über 90 Ausbrüche in Geflügelhaltungen registriert worden.

Im Rhein-Sieg-Kreis befinden sich vergleichsweise wenige Nutzgeflügelhaltungen.
In ca. 1.100 Betrieben werden nur ca. 100. 000 Hühner, Enten oder Gänse gehalten.
Der Rhein-Sieg-Kreis ist weder typisches Rast- noch Brutgebiet für Zugvögel.

Ein am 24.12.2016 in Kraft getretenes generelles Aufstallungsgebot für Geflügel im Rhein-Sieg-Kreis konnte nun nach einem Erlass des zuständigen Landesministeriums vom 16.03.2017 für das gesamte Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises wieder aufgehoben werden. Grund für die Aufhebung der Anordnung ist die aktuelle Seuchenlage in Nord-Rhein-Westfalen. Seit dem 24. Februar wurde in NRW kein neuer Fall von Geflügelpest bei Wildvögeln mehr festgestellt und seit dem 15.02.2017 kein neuer Ausbruch bei Hausgeflügel registriert. Auch die ansteigenden Tagestemperaturen und der bereits begonnene Rückzug von Wildvögeln in die nördlichen Brutgebiete tragen zur Entspannung der Seuchenlage bei.

Auch wenn die Aufstallungspflicht für Geflügel im Rhein-Sieg-Kreis vollständig aufgehoben wurde, bedeutet dies nicht, dass kein Infektionsrisiko mehr für das Federvieh besteht.

Experten sehen bislang keine Anzeichen für ein Abflauen der Vogelgrippe in Deutschland.

Nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts erfolgte in den allermeisten Fällen eine Infektion der Geflügelbestände durch einen Eintrag des Erregers durch kontaminiertes Material (Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände).

Das Veterinäramt weist daher auf die Wichtigkeit folgender „Biosicherheitsmaßnahmen“ zum Schutz des Geflügels vor einer Infektion hin:

Eingänge zu den Geflügelhaltungen sind mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion  zu versehen (Desinfektionswannen oder –matten).

Kleidung und Schuhe müssen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.

Das Futter muss vor Nagern und Wildtieren geschützt gelagert werden.

Erkrankte und verendete Tiere müssen umgehend der Veterinärbehörde gemeldet werden.

Freilaufendes Geflügel darf keinen Zugang zu Wildgewässern haben.

Fremden Personen und Haustieren ist der Zugang zu Geflügelhaltungen zu verwehren.