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Gutachten bescheinigt Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler überdurchschnittlich gute Zukunftschancen

Landrat Kühn: Zusammenarbeit in der Region muss fortgesetzt werden - Gründungs- und Mittelstandsförderung, Wissenschaftsmarketing und Wohnungsmarktpolitik Schwerpunkte künftiger regionaler Strukturpolitik

Die jetzt vorliegende "Potenzialanalyse der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler" bescheinigt der Region, dass sie nach dem Bonn/Berlin-Beschluss und mit Unterstützung der Ausgleichsleistungen des Bundes "eine sehr erfolgreiche Strukturpolitik betrieben hat. So ist es nicht zu bruchartigen, sozialen und ökonomischen Verwerfungen gekommen, wie sie anderenorts in derartigen Veränderungsprozessen fast regelmäßig auftreten. Vielmehr bestätigen statistische Daten, vergleichende Rankings sowie verschiedene zukunftsbezogene Indikatoren, dass die derzeit quantifizierbare und auch im deutschlandweiten Vergleich qualifizierbare Situation der gesamten Region als weiterhin überdurchschnittlich gut und zukunftsfähig bezeichnet werden kann".

Das Gutachten weist auf die Schwerpunktsetzungen der drei Gebietskörperschaften in ihrer Strukturpolitik hin, wobei "im Rhein-Sieg-Kreis von Beginn an auf eine Ergänzung und Verbesserung der wissenschaftlichen, gewerblichen und technologieorientierten Infrastruktur abgehoben wurde". Die Priorität, die der Rhein-Sieg-Kreis auf die Qualifizierung, Wirtschaftsförderung und das Wissenschaftsmarketing gelegt hat, spiegelt sich in seiner wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik deutlich positiv wieder. Bei nahezu allen wirtschaftsbezogenen Kennziffern, wie zum Beispiel Bevölkerung, Bruttoinlandsprodukt, Beschäftigung, Arbeitsmarkt und Unternehmen, erreicht der Rhein-Sieg-Kreis sowohl innerhalb der Region selbst als auch vor allem im Vergleich zu Land und Bund hervorragende Werte. Die Arbeitslosigkeit im Rhein-Sieg-Kreis ist mit derzeit 7,8 Prozent die niedrigste in Nordrhein-Westfalen, bei der Zunahme der Erwerbstätigen rangiert der Kreis unter den wachstumsstärksten fünf Prozent aller 437 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland, und beim Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen liegt er auf Rang fünf.

Als besonders erfolgversprechende und beispielhafte Projekte der Wirtschaftsförderung werten die Gutachter den BusinessCampus Rhein-Sieg - eine Kooperation zwischen der Kreissparkasse Köln, der Fachhochschule und der Kreiswirtschaftsförderung - in Verknüpfung mit der von der Kreissparkasse Köln finanzierten Stiftungsprofessur für Gründungs- und Mittelstandsmanagement an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg mit ihren Standorten in Sankt Augustin und Rheinbach und die Serviceleistungen rund um das Gründer- und Technologiezentrum Rheinbach .

Trotz der insgesamt positiven Perspektiven darf, so die Gutachter, "in der Gesamtbetrachtung nicht übersehen werden, dass sich die Wettbewerbssituation für den Raum Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler mit dem Auslaufen der Strukturfördermittel ganz entscheidend und nicht eben vorteilhaft verschiebt. Aus einer mehrfach privilegierten Region wird einer von vielen Wirtschaftsräumen, der seine Standortqualitäten im nationalen wie internationalen Wettbewerb durchsetzen muss und zwar auch gegen Gebiete, die weiterhin durch spezifische Fördermaßnahmen unterstützt werden" .

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Gutachten einerseits eine "Rückbesinnung" auf klassische Wirtschaftsförderungsaufgaben und aktive Bestandsbetreuung, andererseits eine Fortführung und Erweiterung der regionalen Kooperation in den Bereichen Wissenschaft und Technologie, Gründeraktivitäten, internationale Außenvermarktung und qualifizierter Dienstleistungsstandort.
In einer ersten Stellungnahme bewertet Landrat Frithjof Kühn das Gutachten als eine "Bestätigung für unsere bisher erfolgreiche Struktur- und Wirtschaftsförderungspolitik". Allerdings werde auch deutlich gemacht, dass eine positive Zukunftsentwicklung für die Region kein Selbstläufer sei, sondern diese auch künftig erarbeitet werden müsse und dass es immer auf die Menschen ankommt. Nur durch den Mut und den Fleiß der Menschen im Kreis haben wir den doppelten Strukturwandel geschafft. Kühn weiter: "Eine enge Zusammenarbeit in der Region Bonn ist auch in Zukunft unverzichtbar. Nach dem Auslaufen der Ausgleichsförderung müssen wir alles dafür tun, um die regionale Eigendynamik zu stärken. Schwerpunkte unserer Strukturpolitik müssen daher die Gründungs- und Mittelstandsförderung, das gemeinsame Wissenschaftsmarketing und eine an den demographischen Herausforderungen orientierte Wohnungsmarktpolitik sein, die den besonderen Chancen der Region als Wohnstandort für qualifizierte Arbeitskräfte und Familien in qualifizierter Weise Rechnung trägt."