Ehrenamt

- starkes Engagement für eine starke Gesellschaft

Wir alle wissen um die große Bedeutung des Ehrenamts für unsere Gesellschaft. Ein Land kann ohne Ehrenamt nicht funktionieren. Daher ist es wichtig, dass wir uns alle in der einen oder anderen Form für unsere Mitmenschen und damit automatisch auch für unsere Gesellschaft einsetzen. In unserem Land gibt es rund 23 Millionen Menschen, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren. Dreiviertel und mehr allen Engagements vollzieht sich auf kommunaler Ebene, weil die Menschen sich dort, wo sie eine unmittelbare Beziehung haben, auch gerne einbringen und bereit sind, zu helfen. Sie tun das in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Motivation ist so vielfältig wie das Ehrenamt selbst. Der Einsatz für den Mitmenschen und für die Gemeinschaft vollzieht sich am nachhaltigsten dort, wo es konkret ist – „vor der eigenen Haustür“.


Besuch der Troisdorfer Tafel

Bürgersinn und Engagement lassen sich nicht verordnen. Sie erwachsen aus der Gesellschaft. Aber sie brauchen Unterstützung und eine Kultur der Anerkennung. Mit dem Förderpreis des Rhein-Sieg-Kreises für das soziale Ehrenamt, der alle zwei Jahre verliehen wird, wollen wir hierfür einen Beitrag leisten.

Die Vorschläge, die jeweils im Vorfeld der Verleihung aus dem Kreis der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister eingereicht werden, machen deutlich, wie breit gefächert Ehrenamt sein kann. Es reicht von der Betreuung von Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen, von Familien und Frauen in Notsituationen, von Aussiedlern und Ausländern über die Begleitung von Sterbenden und Trauernden, Engagement im Kinder- und Jugendbereich sowie der Seniorenarbeit bis hin zum allgemeinen sozialen Engagement.


Engagement entsteht zumeist durch persönliche Betroffenheit, durch Nähe zu dem Thema, für das man sich einsetzt. Wer sich freiwillig einsetzt, der tut etwas für andere. Aber er tut auch etwas für sich. Er bekommt Freude und Lebenssinn. Unser Selbstwertgefühl definiert sich doch vor allem über das, was wir tun.

Bürgerschaftliches Engagement erbringt konkrete Dienstleistungen und verbessert so die Lebensqualität in unserem Land. Es trägt außerdem dazu bei, dass Menschen sich mit unserer Gesellschaft identifizieren. Sie machen die Erfahrung, gebraucht zu werden. Sie erleben, wie durch gemeinsamen Einsatz etwas gelingt, was sie als Einzelne vielleicht nicht erreicht hätten, finden Gleichgesinnte und Freunde.

Verleihung des Förderpreises des Rhein-Sieg-Kreises für das soziale EhrenamtDie öffentlich-rechtlichen Sparkassen in unserem Land unterstützen ehrenamtliches Engagement durch ihre zahlreichen Stiftungen. Als bekennende kommunale Sparkasse fördert die Kreissparkasse Köln über ihr Stiftungsengagement wichtige gesellschaftliche Bereiche im Rhein-Sieg-Kreis nachhaltig und in bekennender Weise. Für den Rhein-Sieg-Kreis gibt es vier Kreissparkassenstiftungen: die Stiftung – „Für uns Pänz“, die „Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis“, die „Hochbegabtenstiftung“ und die „Städte- und Gemeinden-Stiftung der Kreissparkasse Köln im Rhein-Sieg-Kreis“. Darüber hinaus besteht die „Hennef Stiftung“ mit direktem Bezug zur Stadt Hennef. Mit den Stiftungsgeldern fördert die Kreissparkasse Köln gezielt einzelne gemeinnützige Projekte zum Beispiel in den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt und Jugend und unterstreicht so ihre regionale Verwurzelung.

Auch der Staat kann ehrenamtliche Tätigkeit anerkennen und unterstützen. Die Reform des Gemeinnützigkeitsrechts mit dem rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft getretenen „Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“ war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Reform zielt nicht nur auf finanzielle Erleichterungen sowohl für den ehrenamtlich Tätigen als auch für den Spendenden, sondern auch auf den Abbau von Bürokratie und mehr Transparenz. Wer freiwillig dem Gemeinwohl dienen will, der soll auch nicht erst viele Hürden aus dem Weg räumen müssen. Klar ist, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, dies gewiss am wenigsten aus finanziellem Anreiz heraus tun. Aber es geht um die Anerkennung ihres Einsatzes auf allen Ebenen.

Denn wer sich ehrenamtlich, also freiwillig für andere einsetzt, hängt dies selten an die „große Glocke“. Doch gerade ehrenamtliches Engagement braucht die öffentliche und auch mediale Aufmerksamkeit, damit der gesellschaftliche Stellenwert in seiner ganzen Bedeutung erkannt und gewürdigt wird. Fast die Hälfte aller Freiwilligen äußert den Wunsch nach mehr Anerkennung durch die Medien. Zu Recht!

Gerade die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen – Bildung und Erziehung von Jugendlichen, die Integration von Zuwanderern, die Fürsorge für die wachsende Zahl sehr alter Menschen – erfordern den Einsatz aller Kräfte unserer Gesellschaft. „Tue Gutes und rede darüber!" Nur so findet das Ehrenamt die Anerkennung, die ihm gebührt, und viele neue Mitstreiter, die zum Mitmachen angeregt werden.