Kultur

Standortfaktor im Rhein-Sieg-Kreis

Die Kultur ist ein bedeutender Standortfaktor für die Attraktivität unserer Region. Wenn wir als Standort wettbewerbsfähig bleiben wollen – mit „weichen“ wie mit „harten“ Standortfaktoren gleichermaßen – dann müssen wir jetzt die Weichen stellen und die richtigen Zeichen setzen. Ein attraktives, reichhaltiges und lebendiges Kulturangebot ist wesentlicher Anziehungspunkt einer Region. Soweit es sich hier um regionale Aktivitäten handelt, ist der Kreis gefordert, denn diese Herausforderung können unsere Städte und Gemeinden nicht alleine stemmen. Daher unterstützt der Kreis das umfangreiche und vielfältige lokale Angebot der Städte und Gemeinden durch gezielte kreisweite Aktivitäten. Darüber hinaus kommt auch hier das zunehmende Bewusstsein zum Tragen, dass unsere Region zukunftsfähig nur dann sein kann, wenn wir über die regionalen Grenzen hinaus denken. Auch die Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises leben längst in einem wachsenden regionalen Verständnis. Der Rhein-Sieg-Kreis öffnet seine kulturellen Aktivitäten einem breiten Publikum und unterstützt intensiv für die gesamte Region bedeutsame kulturelle Vorhaben.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal unserer Region ist sicherlich mit dem Namen des weltweit bekanntesten Komponisten Ludwig van Beethoven und dessen besonderer Strahlkraft verbunden. Das jährliche Beethovenfest, an dem wir uns mit einigen Konzertorten und bescheidenen Finanzmitteln beteiligen, ist inzwischen ein großer Erfolg für unsere Region mit vielen tausenden von Besuchern.

Beethoven

Der großartige Erfolg des Beethovenfestes hat zur Planung gefüht, in unserer Nachbarstadt Bonn ein neues Festspielhaus zu bauen. Es wird für eine erfolgreiche Fortsetzung des Beethovenfestes dringend gebraucht, auch um überhaupt internationale Musiker der Spitzenklasse an unsere Region zu binden. Mit dem Festspielhaus hätte die Region gute Aussichten, kulturell auf einer Stufe mit Mozart/Salzburg und Wagner/Bayreuth zu stehen. Die Attraktivität unseres Standortes stiege damit in vielerlei Hinsicht. Wie diese Beispiele zeigen, hätte das Festspielhaus positive Folgen, die weit über die Stadt Bonn hinaus unmittelbar in die Region wirken, wie zum Beispiel die steigende Anzahl von Besuchern und Teilnehmern während der Festspiele. Die Marke „Beethovenstadt“ fördert den Tourismus aber auch außerhalb der Festspielzeit, denn andere hochkarätige Veranstaltungen im Festspielhaus ziehen ebenfalls eine erhöhte Nachfrage nach Übernachtungen und regionalen Dienstleistungen nach sich. Last but not least würde die Nachfrage aus dem Betrieb des Festspielhauses selbst positive Arbeitsmarkteffekte auslösen.

Der laufende Betrieb von Fest und Festspielhaus soll außer über laufende Zuschüsse von Stadt und Land über eine Beethovenstiftung finanziert werden. Der Bund hat bereits seine Bereitschaft erklärt, zu diesem Zweck 39 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen – ein beachtlicher Beitrag und ein großer Erfolg unserer Bundestagsabgeordneten in Berlin, wo unser Einfluss sonst nicht mehr sehr groß ist.

Das Angebot der in Bonn beheimateten Unternehmen der Deutschen Post AG, Deutsche Telekom AG und Deutsche Postbank AG, dieses Festspielhaus an ihrem gemeinsamen Unernehmensstandort zu errichten, hat eine bereits weit gediehene Planung ausgelöst. Der Rhein-Sieg-Kreis hat daher das richtige politische Zeichen gesetzt und sich zur Beteiligung an einer gemeinsam mit der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Sparkasse KölnBonn und der Bundesstadt Bonn zu gründenden Stiftung Festspielhaus Beethoven bereit erklärt. Sie würde den laufenden Betrieb des Festspielhauses gewährleisten. Hierfür hat der Kreistag eine Zustifung in Höhe von 3 Millionen Euro vorgesehen.

Die im April 2010 in einem Gespräch zwischen den Vorstandsvorsitzenden dieser Unternehmen und den kommunalen Spitzen der Stadt Bonn vor dem Hintergrund eienr schwierigen städtischen Finanzsituation getroffene Entscheidung, das Projekt vorerst nicht weier zu verfolgen, ist ein großer Rückschlag für das Vorhaben, das nach wie vor mit Chancen für unsere gesamte Region verbunden ist, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Daher ist im Kreishaushalt eine Zustiftung in Höhe von 3 Millionen Euro für die künftige Beethovenstiftung vorgesehen. Darüber hinaus soll die Stiftung nicht nur institutionellen, sondern auch privaten Stiftern offen stehen und ist somit Ausdruck (staats-)bürgerlichen Engagements, dem wesentlichen Rückhalt kulturellen Lebens.
musizierende jugend
Damit wir aber auch all die anderen vielfältigen Kulturangebote im Rhein-Sieg-Kreis aufrechterhalten können, hat der Kreistag auch Mittel in gleicher Höhe für eine Kulturstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis zur Verfügung gestellt. Damit will der Kreis deutlich machen: Nicht nur in Großstädten finden hochwertige kulturelle Aktivitäten statt, die bei einer breiten Öffentlichkeit Beachtung finden, nein, im ballungsnahen wie auch im ballungsfernen Raum unseres Kreises gibt es zahlreiche kulturelle Aktivitäten, die von beachtlicher Qualität sind und für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mindestens denselben Stellenwert haben wie das hochklassige Konzert für den kulturbeflissenen Großstadtbürger.
Eine solche Kulturstiftung ergänzt und erweitert das kulturelle Engagement des Kreises im Rahmen der Stiftung Festspielhaus durch Unterstützung eines Kulturprogramms im Rhein-Sieg-Kreis (begleitend und ergänzend zum Beethovenfest) und lokaler Kulturinitiativen und besonderer Kulturereignisse vor allem im ländlichen Raum wie beispielsweise der Kabarett-Initiative KuSS (Kultur und Spektakel im Swisttal), der Windecker Matinee oder dem Kunsthaus Seelscheid. Darüber hinaus gibt eine Kulturstiftung den Kultur-Akteuren Planungssicherheit und „längeren Atem“ unabhängig von haushaltswirtschaftlichen Schwankungen und ist damit über die bisherige Unterstützung des Kulturlebens im Rhein-Sieg-Kreis hinaus ein wirksamer Beitrag zur Stärkung und Sicherung des Standort- und Wohnortfaktors „Kultur“.