Rhein-Sieg-Kreis (an) – 12 Archive und Bibliotheken aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn bilden die Gründungsmitglieder des Notfallverbundes Rhein-Sieg und Bonn. Darunter befinden sich unter anderem das Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn sowie bislang sieben Stadtarchive der Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis.
Die Mitglieder haben sich in 2019 offiziell zusammengeschlossen und bereit erklärt, in Notfällen wie Brand oder Hochwasser uneigennützig und gegenseitig materielle sowie personelle Ressourcen zum Schutz ihres Archiv- und Bibliotheksgutes zur Verfügung zu stellen. Konkrete Aufgaben sind zudem Maßnahmen für eine erfolgreiche Alarmbereitschaft, Notfallübungen und Fortbildungen zur Notfallvorsorge sowie regelmäßiger Austausch im Rahmen der halbjährlichen Sitzungen.
Nachdem zuletzt im vergangenen Dezember das Stadtarchiv Bornheim dem Notfallverbund beigetreten ist, ist nun das 15. Mitglied hinzugekommen: das Stadtarchiv Hennef.
„Unser Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Geschichte Hennefs. Schäden würden einem dramatischen Gedächtnisverlust gleichkommen“, sagt Mario Dahm, Bürgermeister der Stadt Hennef. „Es ist gut, dass wir mit unserem Archiv nun Teil des Notfallverbundes der Archive im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn sind und in der Not mit unseren Ressourcen auch anderen Archiven Hilfe leisten können.“
„Der Notfallverbund ist ein starkes Netzwerk und eine unverzichtbare Säule der Krisenvorsorge für Archive und Bibliotheken, da wir im Ernstfall Personal, Material und Ausweichmagazine austauschen können“, betonen Kreisarchivdezernent Thomas Wagner und Dr. Claudia Arndt, die Leiterin des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises. „Diese Ressourcenbündelung hilft, in Notfallsituationen Schäden zu minimieren und Kulturgut zu retten. Zugleich stärkt der Verbund den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Archiv- und Bibliothekseinrichtungen in unserer Region nachhaltig.“
Die Notfallverbünde
Die Initiative zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung ging 2003 von der Klassik Stiftung Weimar aus.
Wie notwendig Vorsorge ist, zeigte sich nur ein Jahr später: Am 2. September 2004 brach in der "Herzogin Anna Amalia Bibliothek" in Weimar ein Großbrand aus und zerstörte mehr als 50.000 wertvolle Bücher, fast 120.000 Werke wurden schwer beschädigt.
Bundesweit haben sich daraufhin Notfallverbünde von Archiven und Bibliotheken gegründet, um wertvolles Archiv- und Bibliotheksgut zu schützen.
Inzwischen finden jährliche Arbeitstreffen statt, auf denen sich die Mitglieder vernetzen, austauschen und weiterbilden.
Weitere Informationen:
www.notfallverbund.de
www.notfallverbund.de/notfallverbund-rhein-sieg-und-bonn
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