Rhein-Sieg-Kreis (an) – Gedenkstätten zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und zum Gedenken an die Opfer nehmen in der politisch- kulturellen Landschaft und in der Förderung demokratischen Denkens einen festen und wichtigen Platz ein. Das gilt auch für die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ seit nunmehr über 30 Jahren.
Am Sonntag, 8. November 2026, lädt die Gedenkstätte um 14:00 Uhr und um 15:00 Uhr jeweils zu einer Führung durch die Dauerausstellung mit Gedenkstellen-Mitarbeiterin Saskia Klemp M.A. ein. Gleichzeitig, also ebenfalls um 14:00 Uhr und um 15:00 Uhr, wird jeweils der Rundgang „Auf den Spuren der Novemberpogrome durch Rosbach“ mit Gedenkstellen-Leiterin Dr. Claudia Arndt angeboten.
Die Führungen durch die Dauerausstellung, die nach völliger Neugestaltung 2024 eröffnet wurde, wird nicht nur die Bedeutung des ehemaligen Wohnhauses der Familie Seligmann als authentischen Ort betrachten, sondern auch einen Überblick über die Geschichte die Jüdinnen und Juden in Rosbach und in der Region an der Sieg vermitteln: Was erlebten die Menschen, die einst in diesem Haus lebten? Welches Schicksal teilten sie mit Millionen anderen Jüdinnen und Juden Europas?
Die Ausstellung lädt zur Mitwirkung und zum Weiterdenken ein. Die Teilnehmenden erleben, wie Geschichten aus den Dokumenten und Fotografien des Archivs lebendig werden und sich in den verschiedenen Räumen einfügen lassen. An Medienstationen sowie in Filmen und Karten lässt sich das Erlebte vertiefen und erweitern.
Auf dem Rundgang „Auf den Spuren der Novemberpogrome durch Rosbach“ geht es an verschiedene Stationen: Der ehemalige Standort der Synagoge, die am Nachmittag des 10. November 1938 im Zuge der sogenannten Novemberpogrome in Brand gesetzt wurde, das Gebäude des einstigen Textilgeschäftes von Willi Seligmann, das nach der Zwangsenteignung an einen Rosbacher Geschäftsmann verkauft wurde und das heute noch steht, sowie der Standort des ehemaligen Spritzenhauses, in dem ebenfalls am 10. November die in Rosbach wohnenden jüdischen Männer inhaftiert wurden. Illustriert wird der Rundgang mit historischem Bildmaterial.
Eine verbindliche Anmeldung zu den Führungen und den Rundgängen beim Kreisarchiv unter 02241 13-2928 oder gedenkstaetterhein-sieg-kreisde ist erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos, maximale Teilnehmerzahl: 15 Personen.
12.10.2026/281