Rhein-Sieg-Kreis (hei) – „Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt“ lautet der Titel der Buchvorstellung mit Lesung, welche die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ im Rahmen ihres Veranstaltungsprogramms 2026 anbietet. Dr. Anna Hájková stellt am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 18:30 Uhr im Forum des Stadtmuseums Siegburg, Markt 46, 53721 Siegburg, ihre aktuellen Forschungen vor. Der Eintritt beträgt 5 Euro; es findet ein Vorverkauf im Stadtmuseum statt, Restkarten gibt es an der Abendkasse.
Während des Holocaust bildete sich in der Häftlingsgesellschaft von Theresienstadt eine eigene soziale Hierarchie heraus. Dabei entschieden kleine Unterschiede zwischen den Häftlingen – ihr Alter, ihre Herkunft oder ihre frühere Arbeit – über Leben und Tod. In den dreieinhalb Jahren des Bestehens des Lagers schufen die Häftlinge ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gewohnheiten, schlossen sich zusammen, verliebten sich und gründeten neue Familien. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen legt Anna Hájková erstmals eine analytische, transnationale Kultur-, Sozial-, Geschlechter- und Organisationsgeschichte Theresienstadts vor und bietet damit neue Einsichten in die Geschichte des Holocaust.
Anna Hájková ist eine tschechische und britische Historikerin mit dem Schwerpunkt europäische Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie forscht und publiziert zur jüdischen Alltagsgeschichte und zur queeren Geschichte von Opfern des Holocaust. Seit 2013 lehrt sie an der britischen Universität Warwick.
29.09.2026/269
Rhein-Sieg aktuell