Rhein-Sieg-Kreis (ps) – In der aktuellen Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Rhein-Sieg-Kreises (9. September 2026) wurde entschieden, die Planung für den ursprünglich vorgesehenen Neubau der viergruppigen Kita „Burgwichtel“ in Swisttal-Heimerzheim einzustellen.
Diese Entscheidung ist Ergebnis mehrerer vorab erfolgter Gespräche zwischen dem Träger Kitea, der Gemeinde Swisttal und dem Kreisjugendamt. Hintergrund ist die inzwischen deutlich veränderte Entwicklung der Kinderzahlen in Swisttal. Die aktuellen Zahlen zeigen einen anhaltenden Rückgang der Geburten und damit auch des zukünftigen Betreuungsbedarfs. Gleichzeitig stehen bereits heute viele freie Plätze in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege zur Verfügung.
„Nach der aktuellen Kindergartenbedarfsplanung ist fest davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren trotz einkalkulierter Zuzüge von Familien ausreichend Betreuungsplätze in den bereits bestehenden Einrichtungen vorhanden sein werden,“ erklärt Jürgen Kröder, Abteilungsleiter im Kreisjugendamt. „Grundsätzlich bedaure ich die jetzige Entwicklung, die dazu führt, dass es im Neubaugebiet ´Burggraben´ nun keine zusätzliche Kindertageseinrichtung geben wird. Ein Neubau in der geplanten Größe würde jedoch zu erheblichen Überkapazitäten und Leerständen führen. Damit brächten wir die bestehende Kita-Infrastruktur in Swisttal in Gefahr,“ so Jürgen Kröder.
Mit der Entscheidung, die Kindertageseinrichtung nicht zu bauen, ist zwangsläufig auch verbunden, dass das im Jahr 2020 vorübergehend errichtete Vorläuferprovisorium, in dem derzeit 51 Kinder betreut werden, nicht auf Dauer weiter betrieben werden kann. Der Träger Kitea hat sich bereit erklärt die Betreuung noch bis zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027 fortzuführen und sodann zum 31.07.2027 einzustellen. Den betroffenen Familien, die für ihre Kinder über den Sommer 2027 hinaus noch eine Betreuung in einer Kindertageseinrichtung benötigen, wird seitens des Kreisjugendamtes eine Betreuungssicherheit geboten: „Ziel ist es, für jedes Kind rechtzeitig eine geeignete Anschlussbetreuung zu finden und dabei – soweit möglich – die Wünsche und individuellen Bedürfnisse der Familien zu berücksichtigen. Insbesondere soll eine möglichst wohnortnahe Betreuung in einer der fünf weiteren Kindertageseinrichtungen im Ortsteil Heimerzheim ermöglicht werden“, so Jürgen Kröder. Das Kreisjugendamt wird diesen Prozess begleiten und bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz unterstützen.
Das Kreisjugendamt und die Gemeinde bedanken sich ausdrücklich beim Träger Kitea für die stets konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie für die während der gesamten Zeit des Provisoriums bisher geleistete gute und qualitativ hochwertige Betreuung der Kinder.
11.09.2026/251