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Kunst und Kultur

Der Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises – Eigenständige und unverwechselbare Positionen

Individuelle Bildsprache, eigenständige künstlerische Positionen – die Preisträgerinnen und Preisträger des Rheinischen Kunstpreises spiegeln das breite Spektrum zeitgenössischer Kunst wider und sind doch unverwechselbar.

Der Rheinische Kunstpreis ist nicht nur eine feste Größe in der rheinischen Kunstszene, er gehört mit einem Preisgeld von 20.000 Euro auch zu den höchstdotierten Preisen seiner Art in Deutschland. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird außerdem mit einer Ausstellung samt Katalog im LVR-Landesmuseum gewürdigt.

Banner Kunstpreis 2020

Mehrere hundert hochkarätige Bewerbungen konkurrieren regelmäßig um eine der begehrtesten Auszeichnungen für bildende Künstlerinnen und Künstler im Rheinland. 2001 hat sich der Rhein-Sieg-Kreis entschieden, mit seinem Kunstpreis die Grenzen des Kreisgebietes zu überschreiten. Dieser Schritt war eine bewusste Entscheidung für das Rheinland als Kunst- und Kulturregion – für eine Metropole, die nicht an kommunalen Grenzen halt macht und sich durch eine höchst eindrucksvolle, vielfältige Kunstszene auszeichnet. Schließlich sind Künstlerinnen und Künstler von Weltruf im Rheinland zuhause.

Der Rheinische Kunstpreis ist auch ein Bekenntnis zur regionalen Kooperation. Er ist der Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises, aber er wird in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland bzw. dem LVR-Landesmuseum in Bonn verliehen.

Alle zwei Jahre können sich Künstlerinnen und Künstler bewerben, die im Gebiet des Landschaftsverbandes Rheinland oder in den südlich davon gelegenen Gebietskörperschaften Kreis Ahrweiler, Landkreis Neuwied, Kreis Altenkirchen (Westerwald), Landkreis Mayen-Koblenz, Stadt Koblenz, Westerwaldkreis sowie Rhein-Lahn-Kreis und Rhein-Hunsrück-Kreis wohnen oder dort geboren sind. Ebenfalls mitmachen können Künstlerinnen und Künstler aus dem mit dem Rhein-Sieg-Kreis partnerschaftlich verbundenen Kreis Bołeslawiec (Bunzlau) in Polen.


Kunstpreis 2020

Im Frühjahr hatte der Rhein-Sieg-Kreis zum zehnten Mal den Rheinischen Kunstpreis ausgeschrieben – nun steht fest: Herbert Döring-Spengler ist der neue Preisträger des Kunstpreises des Rhein-Sieg-Kreises. Die Jury unter Vorsitz von Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des LVR-LandesMuseums Bonn, entschied einvernehmlich für den Fotokünstler aus Lohmar.

In der Begründung heißt es:
Der Rheinische Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises geht an den Künstler Herbert Döring-Spengler, der in einem sehr konsequent verfolgten künstlerischen Weg die Existenz des Menschen mit experimentellen fotografischen und zeichnerischen Werkserien ausgeleuchtet und in überraschenden Bildern festgehalten hat.

In unserer visuellen, digital geprägten Kultur, die ja oft als eine Bild-Kultur beschrieben wird, lohnt es, sich mit den Fotografien von Herbert Döring-Spengler zu konfrontieren. Sie gebärden sich so expressiv wie fragil, meist irritierend, und das nicht nur aufgrund ihrer farbintensiven Ästhetik, sondern auch in Bezug auf ihre motivischen Setzungen. 

Herbert Döring-Spengler, Rheinischer Kunstpreisträger 2020

Sein Schaffen ist von dem starken Drang geprägt, die Materialität der Fotografie zu erkunden und sie gleichsam zu überformen. Das zeigt sich schon früh am Korpus seiner Polaroid-Aufnahmen. Herbert Döring-Spengler wurde schon als „Foto-Bildhauer“ bezeichnet, denn seine Polaroidfoto- Überarbeitungen sind Original und Objekt in einem. 

Die Motivwelt, die Herbert Döring-Spengler erfasst, ist über Jahrzehnte hinweg der Mensch und seine nicht immer einfache und mit Schmerz behaftete Existenz. Der Mensch ist überall präsent. Sei es in den „Sprechenden Händen“ der Taubstummen oder in den Künstlerbildern, die ebenso wie die Serie der Kölner Prominentenköpfe in der Spannung zwischen Portrait, Image und Klischee changieren, aber auch in den fragilen Selbstportraits, die mit Nachdruck bekunden, dass der Künstler in dieser Welt nie außen steht.

Konsequent und unermüdlich formuliert Döring-Spengler immer wieder aufs Neue sein humanistisches Menschenbild und überschreitet dabei bewusst die Grenzen der Fotografie. Seine Werke belegen, was man zum Werk dieses Fotokünstlers zusammenfassend sagen kann: Herbert Döring-Spengler hat den Raum der Fotografie für uns ein Stück weit geöffnet.

Die vielen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie treffen besonders auch die freie Kunstszene hart. Die Jury betonte, dass gerade in einer solchen Zeit der Kunstpreis ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung von Kunst und Kultur und der Solidarität mit den Künstlerinnen und Künstlern ist.

417 Künstlerinnen und Künstler hatten sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 30. Juni 2020 um die Auszeichnung für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der bildenden Kunst beworben. Der Rheinische Kunstpreis zählt zu den begehrtesten seiner Art für Künstlerinnen und Künstler im Rheinland und ist eine feste Größe in der hiesigen Kunstszene.


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