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Rhein-Sieg-Kreis

Das Kreisgesundheitsamt rät: Vor den Urlaubsreisen an Impfungen denken!

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit die – für viele – schönste Zeit des Jahres auch ohne unschöne Folgen in Erinnerungen bleiben kann, sollte der Impfschutz im Rahmen der Reisevorbereitungen überprüft werden.

Zum einen gibt es, wie das Kreisgesundheitsamt informiert, Pflichtimpfungen, die von den Behörden bestimmter Länder bei den Einreisenden gefordert werden. Zum anderen gibt es empfohlene Impfungen, deren Durchführung im Ermessen des Reisenden liegt.

Zu den im Kindesalter üblichen Impfungen können bei Fernreisen Impfungen gegen die Infektionserkrankungen Gelbsucht vom Typ Hepatitis A und vom Typ Hepatitis B hinzukommen. Gelbsucht vom Typ Hepatitis B gehört zu den Impfungen, die der Kinderarzt regelmäßig impft, diese Impfung ist nur dann notwendig, wenn dies noch nicht oder unvollständig geschehen ist.

„Vor einer Reise ins Ausland ist grundsätzlich eine reisemedizinische Beratung sinnvoll. Neben darauf spezialisierten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind die Tropeninstitute und auch Gesundheitsämter die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner“, empfiehlt Dr. Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Wer wissen möchte, welche Impfungen für das Einreiseland vorgeschrieben oder empfohlen werden, und wie die Impfung verabreicht wird, kann sich an das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises, – Der Landrat –, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, Telefon 02241/13-3535, wenden.

Empfehlenswert sind auch die Internetseiten des Auswärtigen Amtes, das über aktuelle gesundheitliche Risiken im Reiseland informiert, und der Gesundheitsreiseführer der WHO, der auch Weltkarten zur Verbreitung verschiedener Infektionskrankheiten beinhaltet.

Weitere mögliche Infektionskrankheiten sind: 

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Sie wird durch das FSME -Virus ausgelöst und vor allem in den Monaten März bis November durch Zeckenstiche übertragen. Die wesentlichen Verbreitungsgebiete Deutschlands liegen in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen (LK Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) und seit 2014 mit dem Vogtlandkreis auch in Sachsen. Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind, die jedoch aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiete deklariert werden. 
Die Impfung besteht aus mindestens zwei (für einen länger dauernden Impfschutz drei) Injektionen. Die ersten beiden werden im Abstand von einem bis drei Monaten vorgenommen und eine ggf. dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten. Der Schutz beginnt etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung. Für einen dauernden Impfschutz sind Auffrischungsimpfungen in drei- bis fünfjährlichen Abstand empfohlen. Die FSME darf nicht mit der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose verwechselt werden, gegen die es keinen Impfschutz gibt.

Gelbfieber: Diese Viruserkrankung wird durch Stechmücken übertragen und kann tödlich enden. Die Gelbfieberimpfung ist eine Schutzimpfung, die bei Reisen nach Afrika südlich der Sahara, Mittel- und Südamerika häufig gefordert wird. Saudi Arabien schreibt sie während der Pilgerzeiten vor. Auch gibt es Länder in den genannten Regionen, in denen eine Einreise ohne Nachweis einer Gelbfieberimpfung verboten ist.

Japanische Enzephalitis: Die Japanische Enzephalitis wird durch Mücken übertragen und durch einen Virus ausgelöst. Sie tritt nicht nur in Japan, sondern in allen gemäßigten und tropischen Zonen Asiens auf. Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis ist wichtig, wenn ein Aufenthalt in die ländlichen Gegenden Asiens, vor allem während der mückenreichen Regenzeit, geplant ist.

Kinderlähmung (Poliomyelitis): Die Ansteckung erfolgt über verseuchte Nahrung und Wasser. Eine erhöhte Infektionsgefahr besteht zurzeit in Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Madagaskar, der Ukraine und einigen anderen asiatischen und afrikanischen Ländern.

Malaria: Diese fieberhafte Infektionskrankheit tritt in tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente – außer Australien – auf. Weltweit ist sie eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Sie wird durch Mücken übertragen und führt unbehandelt oft zum Tod. Noch Monate nach der Rückkehr aus dem Urlaub kann sie sich mit Fieber und unklaren Krankheitssymptomen äußern. In Teilen von Afrika und Asiens ist die Ansteckungsgefahr erhöht. Es gibt zwar noch keine ausreichend wirksame Impfung; durch Einnahme von bestimmten Medikamenten kann man aber mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern, an einer Malaria zu erkranken. Wichtig ist auch die Vorbeugung: Zur Vermeidung von Insektenstichen empfiehlt sich das Tragen von heller Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen und das Auftragen Mücken abwehrender Mittel auf die Bekleidung und insbesondere die unbedeckten Hautstellen. Nachts sollte man über dem Bett Moskitonetze aufspannen.

Tollwut:  Die Tollwut ist eine meist tödliche Viruserkrankung, die von Tieren, zum  Beispiel Hunden, Füchsen, Katzen, Mäusen durch deren Speichel – meist beim Biss – auf den Menschen übertragen wird. Besonders groß ist die Tollwut-Gefahr in Südamerika, Zentralafrika und Asien (außer Japan). Kontakte zu unbekannten Tieren sollte man besser meiden! Je nach Reiseart (Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, einfache Reiseart) wird in diesen Ländern eine Tollwutimpfung empfohlen. Zur Immunisierung sind je nach Schema 3 oder 4 Impftermine über einen Zeitraum von 4 Wochen erforderlich.

Typhus: Die Ansteckung erfolgt über Trinkwasser oder Nahrung. Besondere Risikogebiete finden sich in Teilen von Asien und Nordafrika.  

14.06.2018/266

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