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Rhein-Sieg-Kreis

Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen Sieguferabschnitt!

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – Mehr als 30 Menschen waren in den letzten Monaten ehrenamtlich aktiv im Kampf gegen die Herkulesstaude. Zurzeit ist nichts zu tun, doch im nächsten Jahr soll es im Frühjahr an den Ufern der Sieg weitergehen. Der Rhein-Sieg-Kreis und die Koordinationsstelle für die ehrenamtliche Bekämpfung der Herkulesstaude suchen daher schon jetzt weitere Bürgerinnen und Bürger, die helfen möchten.

Die Bekämpfung der Herkulesstaude hier im Kreisgebiet erfolgt nach einem mit dem Umweltministerium und der Bezirksregierung abgestimmten Konzept. So werden zum Beispiel in naturschutzfachlich besonders wertvollen Bereichen die Pflanzen durch eine Fachfirma beseitigt. Darüber hinaus wird auch auf das ehrenamtliche Engagement gesetzt, um die umfangreichen Bestände der giftigen Pflanze einzudämmen. „Wir haben den einzelnen Uferabschnitten Patinnen und Paten oder auch Patengruppen zugeordnet. Diese kümmern sich dann um die anstehenden Arbeiten in dem jeweiligen Bereich. Doch für einige Uferabschnitte der Sieg – besonders in Windeck - suchen wir noch Freiwillige“, erklärt Rainer Kötterheinrich, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises.

Beim Rhein-Sieg-Kreis koordiniert Vera Overrödder die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen und wird dabei unterstützt von den jeweiligen Umweltbeauftragten der Kommunen. Wer sich für ein Patenamt als Einzelperson oder auch Gruppe interessiert, erhält unter der Mailadresse herkulesstaude.rskgmailcom weitere Informationen. Von zentraler Stelle wird auch entsprechendes Werkzeug verliehen und Schutzkleidung bereitgestellt.

Herkulesstaude
Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) stammt aus dem Westkaukasus und kommt seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland vor. Die Pflanze wurde wegen ihrer imposanten Erscheinung in Gärten kultiviert und wegen des Blütenreichtums als Trachtpflanze für die Bienenweide von Imkern empfohlen.
Die Herkulesstaude ist eine zwei- bis fünfjährige Staude; das heißt, nach der Keimung im Frühjahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten, spätestens im fünften Jahr bildet sie Blüten und stirbt nach der Samenreife ab. Eine Pflanze bildet durchschnittlich 20.000 (bis zu über 100.000!) Samen, die mehrere Jahre keimfähig sind. Im Überschwemmungsbereich von Fließgewässern werden die schwimmfähigen Samen durch das Wasser verbreitet.
Der Saft aller Pflanzenteile enthält photosensibilisierende Substanzen (sog. Furanocuramine), die in Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) zu schweren, verbrennungsähnlichen Schäden der Haut führen können. Bei Arbeiten an der Herkulesstaude ist daher unbedingt auf eine  vollständige Bedeckung der Haut zu achten, außerdem sind Handschuhe und Schutzbrille zu tragen. Sollte der Pflanzensaft dennoch auf die Haut gelangen, muss er sofort mit viel Wasser und Seife abgewaschen werden. Die betroffene Hautpartie soll für mindestens 48 Stunden nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden und in der Folgezeit mit Sonnencreme geschützt werden.

04.10.2018/491

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