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Rhein-Sieg-Kreis

Widerstand gegen NS-Medizinverbrechen im Rheinland

Vortragsreihe „`Euthanasie´, Zwangssterilisation, Humanexperimente. NS-Medizinverbrechen im Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises“

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Dr. Helmut Rönz wird am Mittwoch, 14. November 2018, um 19.30 Uhr, im Forum des Stadtmuseums Siegburg, Markt 46, über den Widerstand gegen NS-Medizinverbrechen im Rheinland einen Vortrag halten.

Das Rheinland war bis 1933 kein genuines Kerngebiet der nationalsozialistischen Bewegung. Die Wahlergebnisse der NSDAP waren im Vergleich zu anderen Regionen des Reiches schwach. Nach 1933 agierten Arbeiterschaft, Gewerkschaften und (katholische) Kirche im Rheinland „zwischen pragmatischer Befürwortung, Anpassung und Widersetzlichkeit“ gegenüber der NS-Diktatur. Doch gab es auch Organisationen und Gruppierungen, Milieus und Teilgesellschaften, die aufgrund ihrer Geschichte und Struktur anfälliger für nationalsozialistische Einbrüche waren. Ebenso breit gefächert wie das Verhalten der Bevölkerung und der gesellschaftlichen Gruppen im Rheinland gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung vor und nach 1933 war auch der Widerstand im „Dritten Reich“, der von passiver Resistenz, nonkonformem Verhalten, situativer Widersetzlichkeit bis zu offenem, organisiertem auch gewaltsamem Widerstand reichte.
In seinem Vortrag wird Dr. Rönz zunächst allgemeine Grundlagen zum Thema Widerstand gegen die NS-Diktatur darstellen, dann zu den NS-Medizinverbrechen kommen und der Frage nachgehen, wo Widerstand im medizinischen Bereich anfängt bzw. wo Selbstbehauptung endet. Im Anschluss wird er einige Bereiche oppositionellen Verhaltens ansprechen: Ärzte und Medizin selbst, Familien, Kirche, Laien und Alltag.
Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland widmet sich der Rhein-Sieg-Kreis seit Ende 2017 der Erforschung von NS-Medizinverbrechen – vor allem der Zwangssterilisation und der Euthanasie – im alten Siegkreis und im Landkreis Bonn. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Erstellung einer wissenschaftlichen Lokalstudie. Der Referent Dr. Helmut Rönz ist der verantwortliche Projektleiter. Weiterer Projektpartner ist die Universität Bonn (Lehrstuhl Prof. Dr. Joachim Scholtyseck).
Dr. Helmut Rönz studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Geschichte, Katholische Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften; 1999 legte er das 1. Staatsexamen ab. Von 2002 bis 2004 absolvierte er ein wissenschaftliches Volontariat beim Amt für Rheinische Landeskunde des LVR in Bonn und bearbeitete im Anschluss daran als wissenschaftlicher Referent ein kartographisches Projekt zur Geschichte Osterfelds. 2006 erfolgte die Promotion an der Universität Bonn über den Trierer Diözesanklerus im 19. Jahrhundert. Seitdem betreute Dr. Helmut Rönz als verantwortlicher Redakteur das Portal Rheinische Geschichte und ist seit 2014 Projektleiter. Seit 2002 ist er Mitglied in der Redaktion des Rheinischen Städteatlas. Seit 2011 betreut er das Projekt „Widerstand im Rheinland 1933-1945“ und zahlreiche Sonderprojekte, wie beispielsweise „Schokoladenfabriken im Rheinland 1800-1950“, gemeinsam mit Prof. Dr. Magrit Schulte Beerbühl. Dr. Helmut Rönz ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde und Herausgeber der Rheinischen Lebensbilder. Ebenso gehört er dem Vorstand des Vereins für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an. Neben seiner Tätigkeit im wissenschaftlichen Beirat des Gesamtverbandes der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine ist er auch seit 2017 Mitglied im Kuratorium für vergleichende Städtegeschichte in Münster. Seinen Lehrauftrag an der Universität Bonn übernahm er im Sommersemester 2007.

Der Eintritt ist kostenfrei; eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Die weiteren Veranstaltungen der Vortragsreihe auf einen Blick:

Mittwoch, 23. Januar 2019, 19.30 Uhr
Prof. Dr. Michael KIßENER (Mainz)
NS-Medizinverbrechen im deutschen Südwesten – Erträge und Desiderate der Forschung

Mittwoch, 20. März 2919, 19.30 Uhr
Dr. Thomas Roth (Köln)
Der „Rhein-Sieg-Kreis“ im Nationalsozialismus – Strukturen, Behörden und Parteiinstanzen“

29.30.2018/532

 

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