Inhalt anspringen
Rhein-Sieg-Kreis

Gemeinsam gegen Vorurteile: KI startet Antidiskriminierungsarbeit im Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Diskriminierung, also die Schlechterstellung von Menschen mit einem bestimmten Merkmal ohne sachliche Rechtfertigung, hat viele Gesichter: Religion, Behinderung, Alter, Geschlecht, Herkunft und sexuelle Identität. Überall, in allen Lebensbereichen, wo sich Menschen begegnen, kann Diskriminierung stattfinden. Misstrauen, Angst, Aggressivität unter Menschen können ohne ersichtlichen Grund ausgelöst werden. Pauschale Urteile oder Vor-Urteile behindern die klare Sicht auf die Dinge.

Diskriminierung von Menschen ins eigene Bewusstsein zu rücken, darüber aufzuklären, den Dialog auf Augenhöhe zu ermöglichen und die Akzeptanz von Menschen in ihren Verschiedenheiten zu fördern, sind Ziele des Kommunalen Integrationszentrums (KI). Jetzt wurde die Antidiskriminierungsarbeit im Rhein-Sieg-Kreis, verbunden mit dem Zeitplan zur Umsetzung einer breiten Palette von Maßnahmen, dem Ausschuss für Soziales, Gleichstellung und Integration des Rhein-Sieg-Kreises vorgestellt.

„Wir möchten die Netzwerke der vielen Akteure im Rhein-Sieg-Kreis, die sich mit Antidiskriminierung auseinandersetzen, intensivieren. Präventionsmaßnahmen, und qualifizierte Fortbildungen sollen gezielt gefördert werden“, erläutert Antje Dinstühler, Leitern des KI, die Antidiskriminierungsarbeit.

Und besonders wichtig: eine öffentliche Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten die Schulen, die sich in einer Selbstverpflichtung mehrheitlich darauf einigen, aktiv gegen Rassismus vorzugehen. Es geht um die Gestaltung des Unterrichts und des Zusammenlebens so, dass Gewalt und Angst keinen Platz haben, Menschen in ihren Eigenarten respektiert und integriert werden. Auch sollen Städte und Gemeinden, in denen die Vielfalt gefördert wird, im Rahmen des Siegels „Interkulturell orientiert“ bei der Antidiskriminierungsarbeit unterstützt werden.

Antidiskriminierung muss von Menschen überzeugend gelebt werden. Vorbilder und Multiplikatoren sind wichtig. In dem Sinne vermittelt das KI im Rahmen einer Kooperation mit dem bundesweit tätigen Projekt „Zeugen der Zeitzeugen“ Holocaust-Überlebende an die Schulen im Rhein-Sieg-Kreis. Des Weiteren werden in Zusammenarbeit mit der Kurdischen Gemeinschaft Rhein-Sieg/Bonn e.V. Trainerinnen und Trainer für Antidiskriminierungsarbeit ausgebildet. Diese können nächstes Jahr in den Schulen eingesetzt werden. Sie bieten Workshops rund um Rassismus, Antiziganismus, Homophobie und Behindertenfeindlichkeit an.

Grundlage für die Antidiskriminierungsarbeit ist das Integrationskonzept des Rhein-Sieg-Kreises, welches am 29.06.2016 vom Kreistag verabschiedet wurde.
Weitere Informationen zur Antidiskriminierungsarbeit finden sich auf der Homepage des Integrationsportals des Rhein-Sieg-Kreises www.integrationsportal-rhein-sieg-kreis.de unter den Stichworten Integration als Querschnittsaufgabe und Antidiskriminierung.  

Das Antidiskriminierungsnetzwerk verbindet kommunale Fachkräfte, Beratungsstellen, Wohlfahrtsverbände, Migrantenorganisationen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen. Mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit sollen die diversen (verschiedenen) Lebensrealitäten im Rhein-Sieg-Kreis sichtbar gemacht und die Gesellschaft für Vielfalt und Zusammenhalt sensibilisiert werden.

05.09.2018/414

Seite teilen

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos ...