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Rhein-Sieg-Kreis

Pflegeelternbewerberkurs – wozu ist der eigentlich gut?

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – „Wie wird sich die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt gestalten – gibt es überhaupt eine? Wie herausfordernd wird das Verhalten des Pflegekindes/der Pflegekinder sein, stimmen die Geschichten, die ich überall höre? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Welche rechtlichen und finanziellen Aspekte gibt es zu beachten?“ Zukünftige Pflegeeltern haben oft nur eine vage Vorstellung davon, was auf sie mit einem Pflegekind zukommt. Sie sind meist sehr überrascht, in welchem komplexen System sich eine Pflegefamilie bewegt.

„Pflegeeltern sollten gut auf ihre Aufgabe vorbereitet sein, das ist uns als Rhein-Sieg-Kreis ein wichtiges Anliegen. In dem von uns drei Mal jährlich angebotenen - und für künftige Pflegeeltern auch verpflichtenden - Bewerberkurs erhalten sie Fach- und Hintergrundwissen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Austausch untereinander“, erklärt Ulla Schrödl, Jugendamtsleiterin des Rhein-Sieg-Kreises. „Höhepunkt ist sicherlich der Abend, an dem aktive Pflegeeltern aus ihrer Erfahrung berichten. Der anschließende Familientag, an dem auch die Kinder der Bewerberinnen und Bewerber teilnehmen bietet Platz und Raum,  sich auch als gesamte Familie mit dem Thema zu befassen und bezieht speziell die Kinder methodisch mit ein“, ergänzt Simone Brede, Fachberaterin für den Bereich Pflegekinderdienst des Rhein-Sieg-Kreises.

An sieben Abendterminen beschäftigen sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Thema Pflegeelternschaft, um eine für sich gute Entscheidung zu treffen. Auch wenn dies manchmal bedeutet, sich gegen die Aufnahme eines Pflegekindes oder für eine andere Pflegeart als der ursprünglich geplanten zu entscheiden. Die Erfahrung zeigt, dass es meist bei der ursprünglichen Motivation bleibt und der Kurs als Bestärkung empfunden wird.

Und wie geht es nach dem „Pflegeelternbewerberkurs“ dann weiter? Die Bewerberinnen und Bewerber verfassen einen Lebensbericht und bestimmen selbst das Tempo, in dem es nun weitergehen soll. Sind alle Unterlagen beim örtlich zuständigen Jugendamt eingegangen, folgt das Abschlussgespräch bevor die Teilnahmebescheinigung ausgestellt werden kann. Neben der gegenseitigen Rückmeldung zum Kurs geht es hier um eine Profilerstellung der Bewerberinnen und Bewerber: Besteht immer noch der Wunsch, ein Pflegekind aufzunehmen? Welche Art von Pflegeverhältnis können sich die Beteiligten vorstellen? Und schließlich: Welches Kind bzw. welche Kinder passen?

Wie lange es dann dauern wird, bis die Bewerberinnen und Bewerber einem Pflegekind ein neues zuhause geben werden, ist nicht absehbar. Manchmal geht es ganz schnell, manchmal dauert es einige Wochen bis Monate.

Die Kooperationsgemeinschaft Vollzeitpflege der rechtsrheinischen Jugendämter im Rhein-Sieg-Kreis sucht immer wieder potentielle Pflegeelternbewerber und bietet dafür eine Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 10. Oktober 2018 von 19.00 bis 20.30 Uhr in den Räumen der Fachberatung für Vollzeitpflege des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg, Bonner Str. 21, an.

Zur Kooperationsgemeinschaft gehören die Jugendämter der Städte Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Lohmar, Niederkassel, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und das Kreisjugendamt Rhein-Sieg mit den Gemeinden Eitorf, Windeck, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth. Die nächste Informationsveranstaltung wird gemeinsam mit Claudia Lahn-Abed vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes Sankt Augustin durchgeführt. Hier zeigt sich eine lebendige Kooperation aller beteiligten Jugendämter und dies erweist sich als sehr produktiv und förderlich für die Weiterentwicklung im Bewerberprozess für Pflegeeltern.

06.09.2018/417

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