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Rhein-Sieg-Kreis

„Loss mer Platt kalle“: Mundartwettbewerb im Berufskolleg in Siegburg

Rhein-Sieg-Kreis (an) – „Schwade, wie de Schnüss jewachse es“ hieß es wieder für zahlreiche im Rhein-Sieg-Kreis wohnende Schülerinnen und Schüler aus Grund- und weiterführenden Schulen. Zum siebten Mal veranstaltete der Rhein-Sieg-Kreis den beliebten Mundartwettbewerb. Mitmachen konnten Kinder der Grundschulklassen 3 und 4 sowie der Klassen 5 bis 7 aller Schulformen. Sie trugen einen frei wählbaren Text im Dialekt ihrer Heimatregion auswendig vor oder lasen ihn vor.

Nach intensiven Vorbereitungen, zum Teil in den Schulen, in Vereinen aber auch zu Hause, kamen 23 Mädchen und Jungen zu den Finalrunden ins Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg, um ihre Sprachkenntnisse in rheinischer Mundart ihrer jeweiligen Jury vorzutragen.

„Es ist eine stolze Leitung, was Ihr hier geboten habt“, sagte Notburga Kunert, stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, zu den Kindern. „Dialekt ist wie eine zusätzliche Sprache, Mundart ist etwas ganz Tolles, und Ihr seid alle Siegerinnen und Sieger!“ Schuldezernent Thomas Wagner ergänzte: „Dialekt ist auch Heimat! Und wir leben in einer der schönsten Heimaten überhaupt. Unser Dialekt ist eine ganz besondere Auszeichnung dieser Heimat.“

Die Jurys setzten sich zusammen aus Pädagoginnen und Pädagogen, Mundartfachleuten aus der Region sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Kreisverwaltung. Sie bewerteten den Lesefluss beim Vortrag, aber auch Kriterien wie Betonung, Aussprache und Textverständnis.

Hier die Liste der Siegerinnen und Sieger:

Gruppe 1: Lukas Henseler und Lio Schwingeler (beide 10 Jahre), Gemeinschaftsgrundschule Markus-Schule Rösberg in Bornheim

Gruppe 2: Emilie Schäfer (9 Jahre), Drei-Linden-Schule Gemeinschaftsgrundschule Ranzel in Niederkassel

Gruppe 3: Tom Happ (9 Jahre), Gemeinschaftsgrundschule Ruppichteroth

Gruppe 4: Jon Wirges (11 Jahre), Gesamtschule Windeck

Alle Bestplatzierten präsentierten ihre Beiträge dann vor großem Publikum. Anschließend übergab Vize-Landrätin Notburga Kunert zusammen mit Schuldezernent Thomas Wagner und Schulamtsleiter Hans Clasen Urkunden und Geschenke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die musikalische Begleitung übernahm die „Kölsch AG“ der Sebastian-Grundschule in Bornheim-Roisdorf. Organisation und Durchführung des Mundartwettbewerbs lagen wie in den vergangenen Jahren in den Händen der beiden Ämter für Kultur und Sport sowie für Schule und Bildungskoordinierung des Rhein-Sieg-Kreises.

In diesem Jahr konnte der Rhein-Sieg-Kreis ein neues Jury-Mitglied gewinnen: Jörg Manhold, Redakteur des „General-Anzeiger Bonn“. Für die Tageszeitung schreibt er die Kolumne „Rheinische Redensarten“. Daher ließ er sich nicht lange bitten, den Mundartwettbewerb zu unterstützen: „Es ist wichtig, dass wir die rheinische Mundart behalten“, sagte er zum Abschluss auch in Richtung der Eltern der teilnehmenden Kinder. „Sie als „Mittelgeneration“ haben das Rheinische von ihren Eltern gelernt und verstehen es. Also sprechen auch Sie mit Ihren Kindern Platt, damit die Mundart nicht verloren geht!“

20.12.2019/536

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