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Rhein-Sieg-Kreis

Pflegekindern ihre Biographie geben: Tagesseminar für Pflegeeltern im Haus Menden

Rhein-Sieg-Kreis (an) – „Pflegekinder haben ein Recht auf Kenntnis ihrer Herkunft“, sagt die Psychologin und systemische Therapeutin Sunitra Tuli aus Münster. Vor etwa Hundert Pflegeeltern und Fachkräften der Pflegekinderdienste des Rhein-Sieg-Kreises referierte die Beraterin von Pflegefamilien auf Einladung der Kooperationsgemeinschaft Vollzeitpflege der rechtsrheinischen Jugendämter im Rhein-Sieg-Kreis zum Thema „Der Biographie einen Rahmen geben“. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren zum jährlichen Tagesseminar der Kooperationsgemeinschaft ins Haus Menden nach Sankt Augustin gekommen.

Bei der Herkunft der Pflegekinder und ihrer leiblichen Eltern sollten Pflegeeltern Tabus vermeiden und keine Familiengeheimnisse haben. Gemeinsam sollte das Thema offen und transparent angegangen werden, der jeweiligen Entwicklung des Kindes angepasst. Sunitra Tuli gab dabei den anwesenden Pflegeeltern verschiedene Methoden an die Hand, wie das gelingen kann: Z.B. mit dem Führen eines „Lebensbuches“ oder dem Erstellen eines Genogramms. Hier werden, wie in einem Familienstammbuch, die Familienmitglieder als Symbole graphisch dargestellt, um Strukturen und Beziehungen untereinander sichtbar zu machen. Auch der Besuch von biographisch relevanten Orten kann Pflegekindern helfen, die eigene Herkunft zu verstehen.

„Es ist der Referentin hervorragend gelungen, den sogenannten „roten Faden“, der auch in der Biographiearbeit mit Pflegekindern eine wesentliche Rolle spielt, nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte Simone Brede vom Kreisjugendamt nach dem Vortrag. Ein Pflegevater ergänzte: „Die Bedeutung der leiblichen Eltern ist mir heute nochmals besonders deutlich geworden. Ich bin nunmehr in der Lage, mit größerer Sicherheit auf die biographischen Themen meiner Pflegetochter einzugehen.“

Zur Kooperationsgemeinschaft Vollzeitpflege der rechtsrheinischen Jugendämter im Rhein-Sieg-Kreis gehören die Jugendämter der Städte Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Lohmar, Niederkassel, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und das Kreisjugendamt mit den Gemeinden Eitorf, Windeck, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth. Wer Interesse an der Tätigkeit als Pflegeeltern hat und sich darüber informieren möchte, kann sich an den Pflegekinderdienst des jeweils örtlichen Jugendamtes wenden.

5.12.2019/507

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