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Rhein-Sieg-Kreis

Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises: Auszeichnung für drei herausragende Projekte in der Region

Rhein-Sieg-Kreis (an) – In diesem Jahr hat das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises (KI) zum ersten Mal einen Integrationspreis für den Rhein-Sieg-Kreis ausgeschrieben. Verliehen wurde er in drei Kategorien: Partizipation, Prävention und Dialogförderung. Gesucht wurden jeweils preiswürdige Projekte, die ein herausragendes Engagement beweisen und die Vielfalt und den Zusammenhalt im Rhein-Sieg Kreis stärken. 

„Damit wollen wir im zweitgrößten Kreis Deutschlands – schaut man auf seine Bevölkerungszahl - gerade die Initiativen ausloben und ins Augenmerk rücken, die sich schon seit Jahren um eine gelungene Integration verdient machen“, sagte Landrat Sebastian Schuster bei der Preisverleihung im Katholisch Sozialen Institut in Siegburg. „Denn gelungene Integration stärkt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt bedeutet eine Bereicherung. Dafür müssen sich beide Seiten noch mehr öffnen. Letztlich kommt es nicht darauf an, woher ein Mensch kommt, sondern welche Erfahrung und welches Wissen er mitbringt und sich in unsere Gemeinschaft einbringt. Das ist dann ein Gewinn für die gesamte Gemeinschaft!“ 

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, war Mitglied der Jury. „Die Verleihung des ersten Integrationspreises des Rhein-Sieg-Kreises ist für mich ein schöner Anlass, das große bürgerschaftliche Engagement für Integration in NRW zu würdigen“, sagte sie. „Die Preisträgerinnen und Preisträger, werden vollkommen zu Recht sichtbar und geehrt. Ihr herausragendes persönliches Engagement ist der Grund für diese besondere Auszeichnung. Sie sind Teil einer Bürgerbewegung der Menschlichkeit und sie erhalten diesen Preis auch stellverstretend für die vielen anderen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die im Verborgenen Gutes getan haben und weiterhin tun. Der Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises soll sie und andere ermutigen, nicht nachzulassen, sich für Teilhabe und Integration zu engagieren.“ 

Verliehen wurde der Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises an die Projekte „Internationale Nähstube Bad Honnef“, die Initiative „Respekt! Zeit für Vielfalt, Zeit für Nachhaltigkeit“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie an die „Welcome Scouts“ und das Fotoprojekt „Flüchtige Momente“ der Gutenbergschule Sankt Augustin.

Preisträger in der Kategorie 1: Internationale Nähstube Bad Honnef

Bei diesem Preisträger steht der Integrationsgedanke ganz besonders im Fokus: In der Nähstube kommen Frauen unterschiedlicher kultureller Herkunft zusammen, die gemeinsam Nähen und dabei z.B. Stofftaschen für das Einkaufen herstellen. Die Produkte werden verkauft (z.B. bei Straßenfesten), um die Erlöse an andere soziale Projekte zu spenden. 

Diese Aktivitäten unterstützen den Erwerb sozialer und persönlicher Kompetenzen, die für eine gelungene Integration erforderlich sind. Hierzu gehören vor allem Deutschkenntnisse, die beim Austausch über das gemeinsame Hobby erworben werden. Die teilnehmenden Frauen spielen in der Integration somit eine wichtige Rolle: Sie sind oft eine „Brücke in die Familie“.

Preisträger in der Kategorie 2: Initiative „Respekt! Zeit für Vielfalt, Zeit für Nachhaltigkeit“ der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

So wie sich die Nähstube zum integrativen Treffpunkt allmählich entwickelt hat, kann eine Hochschule von Beginn an ein „melting pot“ sein. Gerade in einer Schullandschaft treffen Menschen aus verschiedenen Kulturen aufeinander. Das Projekt will deshalb den Austausch fördern und zum Abbau von Vorurteilen beitragen. 

Seit 2016 engagiert sich die Initiative mit Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Mitmachaktionen gegen Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie oder Behindertenfeindlichkeit. Sie wollen die gegenseitige Anerkennung, Akzeptanz und Verständigung fördern und die Hochschulgemeinschaft sowie die Region für Vielfalt und Zusammenhalt sensibilisieren.

Preisträger in der Kategorie 3: „Welcome Scouts“ und das Fotoprojekt „Flüchtige Momente“ der Gutenbergschule Sankt Augustin

Vielfalt und Zusammenhalt beweisen die Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule in Sankt Augustin jeden Tag. Die Einrichtung ist eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung und Sprache. Diese Besonderheiten der Kinder und Jugendlichen treffen im Alltag oft auf Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung. 

Als 2015 in Sankt Augustin Niederpleis die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) in der ehemaligen Medienzentrale der Bundeswehr entstand, wollten die Schülerinnen und Schüler der Gutenbergschule die geflüchteten Menschen willkommen heißen und besuchten sie. Jetzt treffen sie sich jede Woche mit den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung, um miteinander zu spielen und gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen. Dabei sind nachhaltige Kontakte und auch Freundschaften entstanden. 

Die Foto-Ausstellung „Flüchtige Momente“ zeigt das Erlebte und Gesehene der Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Eltern aus den unterschiedlichsten Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Die Fotos sind ab Donnerstag, 12. September 2019, in der Stadtbibliothek Sankt Augustin zu sehen.

Ausschreibung soll jährlich erfolgen

Der neue Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises ist ein Teil der kreisweiten Antidiskriminierungsarbeit, die seit 2018 als neuer Arbeitsschwerpunkt im Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises (KI) umgesetzt wird. 

Neben Initiativen können sich auch z.B. Kindertageseinrichtungen, Schulen, Vereine, Wohlfahrtsverbände oder Migrantenorganisationen bewerben. Voraussetzung ist, dass die eingereichten Projekte bereits laufen und langfristig angelegt sind. Das Projekt muss auch im Rhein-Sieg-Kreis umgesetzt werden und zudem die Öffentlichkeit für ein respektvolles Miteinander sensibilisieren. Der Preis soll zukünftig jährlich ausgeschrieben werden. 

Insgesamt 30 Bewerbungen sind in diesem Jahr eingegangen. In der Kategorie 1 (partizipative Projekte) geht es um den Abbau von Hemmschwellen und die Stärkung des Selbstbewusstseins. Die Projekte in Kategorie 2 (präventive Projekte) zeigen, wie wichtig Präventionsarbeit ist, wenn es darum geht geschlechtliche Vielfalt zu zeigen oder auf die Wahrung der Menschenwürde zu achten. Die dialogfördernden Projekte in Kategorie 3 ermöglichen die Begegnung unterschiedlicher Zielgruppen: Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderungen oder einer anderen Religionszugehörigkeit. Die Vielfalt der Bewerbungen für den Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises zeigt, dass diese Themen für viele Menschen in der Region wichtig sind. 

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Jury orientierte sich bei der Auswertung an Kriterien wie innovative Zielsetzung, herausragendes Engagement, nachhaltige Ergebnisse oder Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Mitglieder der Jury waren u.a. Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, Dieter Schmitz, Sozialdezernent des Rhein-Sieg-Kreises, Antje Dinstühler, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Dylan Cem Akalin, Redakteur des Bonner General-Anzeigers und Harald Klippel, stellv. Vorsitzender der AG Wohlfahrt, Kreis-Caritasdirektor. 

Antje Dinstühler, die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, ist mit der Premiere des Integrationspreises vollauf zufrieden: „Die zahlreichen Bewerbungen zeigen die innovativen Zielsetzungen und den herausragenden Einsatz aller Beteiligten“, sagte sie abschließend. „Etwa 40.000 ehrenamtlich Tätige erreichen mit ihren Projekten rund 250.000 Menschen – von circa 600.000 Bürgerinnen und Bürger im gesamten Rhein-Sieg-Kreis. Für diese engagierten Menschen ist der Preis gedacht.“

12.07.2019 / 316


Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises

Der Rhein-Sieg-Kreis hat mit Beschluss des Kreistages und durch Förderung des Landes NRW ein Kommunales Integrationszentrum (KI) eingerichtet. Am 06.11.2014 hat das KI seine Arbeit aufgenommen. 

Organisatorisch ist das multiprofessionelle Team aus Sozialpädagoginnen, Verwaltungsfachkräften, Lehrerinnen und Lehrern unter Leitung von Antje Dinstühler als Stabsstelle unmittelbar an das Dezernat 2 unter Sozialdezernent Dieter Schmitz angebunden. Als Schnittstelle zwischen allen Akteuren der Integrationsarbeit im Rhein-Sieg-Kreis  umfasst das Netzwerk des KI mittlerweile weit mehr als 300 Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner. 

Der Fokus des KI richtet sich darauf, Integration als Querschnittsaufgabe auszugestalten. Der Schwerpunkt liegt in diesem Handlungsfeld bei der Interkulturellen Öffnung von Verwaltungen und Institutionen sowie der Antidiskriminierungsarbeit. Darüber hinaus gehört die Verbesserung der Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte zu einer weiteren Kernaufgabe des KI. 

Das KI ist telefonisch unter der Rufnummer 02241 / 13-3066 oder per E-Mail an integrationrhein-sieg-kreisde zu erreichen. Weitere Informationen sind über das Integrationsportal (www.integrationsportal-rhein-sieg-kreis.de) abrufbar.


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