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Rhein-Sieg-Kreis

Nein zu Diskriminierung: Peerausbildung an der Alfred-Delp-Realschule in Niederkassel als Pilotprojekt

Rhein-Sieg-Kreis (an) – Besonders an Schulen dürfen Rassismus, Mobbing und Ausgrenzung nicht verschwiegen oder einfach hingenommen werden. Viele Einrichtungen gehen aktiv dagegen vor. Die Alfred-Delp-Realschule in Niederkassel zum Beispiel ist seit 2018 Mitglied im bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Jetzt wurden hier Schülerinnen und Schüler mit finanzieller Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums (KI) des Rhein-Sieg-Kreises zu sogenannten „Peers“ ausgebildet: Kinder und Jugendliche absolvierten spezielle Trainings und lernten, wie sie z.B. auf eine Situation reagieren, in der jemand ausgegrenzt, diskriminiert oder rassistisch angegangen wird. Ziel war es, die Schulgemeinschaft nachhaltig zu sensibilisieren und ein demokratisches Miteinander zu stärken.

Die Peer-Education an der Alfred-Delp-Realschule hatte bereits im vergangenen November begonnen: Es gab interaktive Theater-Workshops mit dem „Forum Theater inszene e.V.“ aus Ruppichteroth zum Thema Diskriminierung, an denen die 8. und 9. Klassenjahrgänge teilnahmen.

Die eigentliche Peercoach-Ausbildung fand vom 20. bis zum 22. März 2019 statt. Zusammen mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ kamen die Schülerinnen und Schüler zu Basistrainings zusammen. In einem nächsten Schritt lernten die Peercoaches, ihr Wissen an Gleichaltrige weiterzugeben - nach dem Motto „Jugendliche für Jugendliche“. Diese Peertrainings sollen im Mai 2019 durchgeführt werden.

Soziologie-Lehrerin Katja Gottschalk betreute das Projekt an der Schule und freute sich über die Resonanz: „Wir haben so viele Bewerbungen für die Peercoach-Ausbildung bekommen, dass wir sogar drei bis vier solcher Ausbildungen hätten organisieren können.“ Schulleiterin Nicole Schulze ergänzt: „Von Anfang an war klar, dass wir nicht nur Aktions- und Projekttage organisieren möchten, die vom Lehrerkollegium angeboten werden, sondern auch Projekte umsetzen wollen, in denen sich Schülerinnen und Schüler untereinander mit dem Thema beschäftigen.“

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises (KI) hatte mit der Alfred-Delp-Realschule in Niederkassel bereits erfolgreich zusammengearbeitet, als es um die Zertifizierung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ging. Als Regionalkoordinator dieses bundesweiten Netzwerks unterstützt das KI die Schulen auch bei der Umsetzung von weiteren Projekten, die Zivilcourage und die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung fördern. Das Pilotprojekt Peerausbildung wurde daher in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum entwickelt, für die Umsetzung sind die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort zuständig.

Mit der jetzt erfolgten Ausbildung der Jugendlichen soll das Projekt auch nicht beendet sein: Im Mai wollen die Peer-Coaches des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ die Schule erneut besuchen, um das Erlernte aufzufrischen. Der Rhein-Sieg-Kreis erhofft sich, dass auch andere Schulen mitmachen. Projektkoordinator Jukka Jokela vom Kommunalen Integrationszentrum: „Im Kreis gehören momentan 19 Schulen dem Courage-Netzwerk an. Auch dort könnte das Projekt angeboten werden.“

Weitere Informationen zur Peerausbildung und zur Zertifizierung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unter 02241 / 13-3948 oder jukka.jokelarhein-sieg-kreisde.

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises

Der Rhein-Sieg-Kreis hat mit Beschluss des Kreistages und durch Förderung des Landes NRW ein Kommunales Integrationszentrum (KI) eingerichtet. Am 06.11.2014 hat das KI seine Arbeit aufgenommen. Organisatorisch ist das multiprofessionelle Team aus Sozialpädagoginnen, Verwaltungsfachkräften, Lehrerinnen und Lehrern unter Leitung von Antje Dinstühler als Stabsstelle unmittelbar an das Dezernat 2 unter Sozialdezernent Dieter Schmitz angebunden.
Als Schnittstelle zwischen allen Akteuren der Integrationsarbeit im Rhein-Sieg-Kreis  umfasst das Netzwerk des KI mittlerweile weit mehr als 300 Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner.
Zu den Kernaufgaben des KI gehört die Verbesserung der Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte. Darüber hinaus richtet sich der Fokus darauf, Integration als Querschnittsaufgabe auszugestalten. Der Schwerpunkt liegt in diesem Handlungsfeld bei der Interkulturellen Öffnung von Verwaltungen und Institutionen sowie der Antidiskriminierungsarbeit.
Das KI ist telefonisch unter der Rufnummer 02241/13-3066 oder per E-Mail an integrationrhein-sieg-kreisde zu erreichen. Weitere Informationen sind über das Integrationsportal (www.integrationsportal-rhein-sieg-kreis.de) abrufbar.

28.03.2019/145

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