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Rhein-Sieg-Kreis

NS-Medizinverbrechen auf dem Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises - Vortrag

Rhein-Sieg-Kreis (we) – Seit Herbst 2017 widmet sich der Rhein-Sieg-Kreis zusammen mit dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte und dem Portal Rheinische Geschichte der Erforschung von NS-Medizinverbrechen im ehemaligen Siegkreis und Landkreis Bonn. Begleitet wird das Forschungsprojekt seitdem von einer ganzen Reihe von Vorträgen. Dr. Alexander Friedmann wird am Montag, 20. Mai 2019, um 19:30 Uhr in Bornheim mit seinem Vortrag „NS-Medizinverbrechen im Westen des Reiches und in den `Bloodlands`-ein Vergleich“ diese Reihe fortsetzen. Die Veranstaltung findet in der Stadtbücherei im Servatiusweg 19 – 23 statt. Der Eintritt ist frei.

Die Medizinverbrechen und vor allem die sogenannte „Aktion T4“ gehören zu den grausamsten Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur. In Deutschland und in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten töteten die Nationalsozialisten mehr als 200.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen. In dem von Dr. Alexander Friedmann gestalteten Vortrag werden die nationalsozialistischen Medizinverbrechen und Krankenmorde im Westen des Reiches und in den besetzten sowjetischen Gebieten miteinander verglichen und analysiert. Darüber hinaus wird die gespaltene internationale Aufnahme dieser Gräueltaten nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Der Rhein-Sieg-Kreis hat das Forschungsprojekt zu den während der NS-Zeit auf dem Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises verübten Medizinverbrechen initiiert. Das LVR-Institut führt diese Forschung zusammen mit der Universität Bonn (Lehrstuhl Prof. Dr. Joachim Scholtyseck) im Auftrag des Kreises durch.

Ziel des bundesweit ersten Forschungsvorhabens auf Kreisebene ist eine wissenschaftliche Lokalstudie, die die überregional gewonnenen Erkenntnisse auf Landkreisebene überprüft. Dafür werden zahlreiche Archivalien in unterschiedlichen Archiven ausgewertet, Zeitzeugen befragt und eine Publikation vorbereitet. Ganz konkret wird nach Taten sowie Täterinnen und Tätern, vor allem aber nach vom Unrecht Betroffenen und deren Schicksalen gefragt. Dabei stehen zwangsweise Sterilisationen von Kranken und die Ermordung von psychisch Kranken und geistig Behinderten unter anderem in der Tötungsanstalt Hadamar/Lahn im Vordergrund.

Über den Referenten:

Dr. Alexander Friedmann wurde 1979 in Minsk geboren. 1996–2001 Studium der Geschichte an der Staatsuniversität Weißrusslands (Minsk), 2002–2005 Magisterstudium der Fächer Neuere und Neueste Geschichte, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes, 2009 Promotion an der Universität des Saarlandes zum Thema „Deutschlandbilder in der weißrussischen sowjetischen Gesellschaft 1919–1941: Propaganda und Erfahrungen“, 2009–2011 Akademischer Mitarbeiter am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2009–2012 Leiter einer internationalen Forschergruppe am Historischen Institut der Universität des Saarlandes, Forschungsprojekt „Behinderten-, Kranken- und Säuglingsmorde in Weißrussland 1941–1944“, 2012–2013 Akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität des Saarlandes, 2014–2016 Senior Researcher in der Forschungseinheit „Education, Culture, Cognition and Society“ (Universität Luxemburg), seit 2008 Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes und an Sciences Po Paris in Nancy (Deutsch-Französisches Grundstudium).

07.05.2019/206

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