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Rhein-Sieg-Kreis

„Rote Sternrenette“ – „Gelber Edelapfel“: Aktuelles zum Streuobstanbau im Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Alte Apfelsorten wie „Kaiser Wilhelm“, „Rote Sternrenette“ oder „Gelber Edelapfel“ wurden bei schönstem Sonnenschein jetzt auf Gut Felderhof, den Obstwiesen des Obstbaumwarts und Biohofbetreibers Simon Darscheid, geerntet.

Anlass für Ralf Badtke, Projektreferent von chance7, Wolf Mende, 1. Vorsitzender des Vereins „Natürlich Streuobst!“ e.V. und Simon Darscheid, die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen des Streuobstanbaus im Rhein-Sieg-Kreis vorzustellen.

Über 100 Obstbaumwarte wurden in den vergangenen drei Jahre ausgebildet. Möglich machte dies das Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises chance7. Die Obstbaumwarte schneiden und pflegen Streuobstbestände, pflanzen alte Sorten nach, ernten Obst und lassen hiervon Saft pressen. Zudem bietet ein Teil der Obstbaumwarte Schnittkurse und Beratungen für Obstbaumbesitzer an. Diese Angebote sollen dazu beitragen den fortschreitenden Rückgang alter Streuobstwiesen, die typisch sind für das Umfeld der Dörfer im Rhein-Sieg-Kreis und auch eine hohe ökologische Bedeutung haben, entgegen zu wirken.

Die jetzt geernteten alten Sorten auf Gut Felderhof werden zu naturbelassenem Saft verarbeitet. Viele alte Sorten haben Vorteile, die die modernen Supermarktsorten nicht mehr haben. „Zum Beispiel können viele Sorten von Apfelallergikern problemlos gegessen werden“ so Ralf Badtke. Dieses Wissen weiterzugeben und die Streuobstwiesen zu erhalten ist das Ziel von chance7 und den Obstbaumwarten.

„Wir freuen uns sehr, dass die Ausbildung so erfolgreich verlaufen ist und nun viele engagierte Obstbaumwarte dabei sind“ so Ralf Badtke weiter. Bislang agierten diese als locker zusammengeschlossene Initiative. Nun wird der Zusammenschluss intensiviert, denn im Moment befindet sich der Verein Natürlich-Streuobst! e.V. in Gründung. „Dieser Verein steht nicht nur den Obstbaumwarten, sondern allen am Streuobst interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen“, wirbt Wolf Mende für dieses schöne Hobby. Bei Fragen rund ums Streuobst können sich Bürgerinnen und Bürger gerne über die Internetseite an den Verein wenden oder auch Mitglied werden.

Doch so wie insgesamt Natur und Landwirtschaft stehen auch der Anbau und die Pflege von Streuobst vor neuen Herausforderungen. Klimaerwärmung und Dürre hinterlassen auch hier ihre Spuren. Schädlinge treten vermehrt auf. Viele Bäume haben Trockenstress. „Bei Temperaturen nahe 40 Grad erleiden viele Früchte noch am Baum hängend einen Hitzekollaps und fangen an zu faulen“, erläutern Ralf Badtke und Wolf Mende.

Dennoch sehen die Experten die Zukunft des Streuobstanbaus nicht zu pessimistisch. „Es wird Veränderungen geben, aber zum Glück können wir im Streuobstanbau auf eine sehr viel größere Sortenpalette zurückgreifen als im Erwerbsobstbau. Es wird sich zeigen welche Sorten mit den fortschreitenden Klimaveränderungen klarkommen und welche nicht.“, so Ralf Badtke. Das zu beobachten und geeignete Sorten zu erhalten wird auch eine der Aufgaben des neuen Vereins sein. Weitere Informationen: www.natrülich-streuobst.de, www.chance7.org

17.09.2019/384

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