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Rhein-Sieg-Kreis

NABU und Rhein-Sieg-Kreis schützen gemeinsam seltene Arten am Eulenberg

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Gemeinsam für die Artenvielfalt! Der Naturschutzbund Rhein-Sieg (NABU) und das Naturschutzprojekt des Amtes für Umwelt und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises, chance7, kooperieren zum Schutz der Natur am Eulenberg in Hennef. Dieser ehemalige Basaltsteinbruch hat sich nach Aufgabe des Steinabbaus zu einem Refugium für seltene Tiere und Pflanzen entwickelt. So leben hier unter anderem Amphibien und Reptilien, wie die Gelbbauchunke und die Zauneidechse, zahlreiche gefährdete Schmetterlingsarten und Insekten haben hier ihr Zuhause und im zentralen Kraterkesser brütet der Uhu.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des NABU pflegen die Flächen am Eulenberg. Sie mähen, entfernen Büsche und sammeln Müll ein. Innerhalb der vergangenen Jahre fanden zusätzlich größere Maßnahmen in Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis statt. Sie wurden im zurückliegenden Winter abgeschlossen. „Über die Fördermittel des Naturschutzprojektes chance7 konnten Projekte durchgeführt werden, die in dieser Art für die ehrenamtlichen Kräfte des NABU nicht zu stemmen gewesen wären“, so Ulrich Kuczkowiak vom NABU. Zusammen mit Ralf Badtke von chance7 hat er nun verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht.

So wurden beispielsweise Kleingewässer angelegt und andere Lebensraumoptimierungen für Amphibien durchgeführt. Zudem entfernten Helferinnen und Helfer in ökologisch besonders wertvollen Bereichen Büsche. Dies dient dazu, bestimmten Arten, die auf besonnte, steinige und nur mit schütterer Vegetation bewachsene Flächen angewiesen sind, einen Lebensraum zu bieten. Denn solche Lebensräume sind meist artenreich, aber in der heutigen Landschaft durch intensive Landwirtschaft und Bebauung sehr selten geworden.

Weitere Maßnahmen wurden am zentralen Kratersee durchgeführt. Diese dienen dem Schutz der immer seltener gewordenen Geburtshelferkröten. Sie halten sich gerne in losen Steinschüttungen nahe am Wasser auf und sind auch am Eulenberg nur noch in einer kleinen Anzahl nachzuweisen.
Über chance7 konnten nun Maßnahmen umgesetzt werden, um am See in engem Abstand schwere Steinblöcke und große Schotterbereiche anzulegen.

Dadurch soll auch einem Massenansturm in den Sommermonaten entgegengewirkt werden. Grillpartys und Baden sind am Eulenberg zwar nicht erlaubt – beides fand aber regelmäßig statt. Das Gebiet wurde so durch wildes Parken und laute Musik beeinträchtigt. Viele Besucherinnen und Besucher bewegten sich abseits der Wege und ignorierten die Ruhezonen seltener Tier- und Pflanzenarten. Besonders ärgerlich war wilder Müll. Der NABU sammelte von kaputten Luftmatratzen über Bierdosen bis hin zu Einweggrills den Müll mühsam wieder ein.

„Durch die Maßnahmen am See dürften größere Menschenansammlungen inzwischen relativ unattraktiv geworden sein“, sagt Koordinator Ralf Badtke. „Wir werden die Situation in den warmen Monaten beobachten und hoffen sehr, mit dieser Maßnahme den illegalen Badebetrieb einschränken zu können“, sagen Ralf Badtke und Ulrich Kuczkowiak. Spazierende können sich weiter am See bewegen, denn dem NABU ist es wichtig, dass die Natur dem Menschen zugänglich bleibt.

Insgesamt sollen die Maßnahmen dazu dienen, dass der Eulenberg auch in Zukunft verschiedenen selten gewordenen Arten einen Rückzugsort bieten kann. In Zukunft sollen Schafe und Ziegen auf den Flächen am Eulenberg weiden. So kann schonend verhindert werden, dass das Gebiet von Gehölzen überwuchert wird. Bestimmte Arten sind auf sonnige, steinige und nur spärlich bewachsene Flächen angewiesen.

17.4.2020/148

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