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Rhein-Sieg-Kreis

Gedenkstätte Landjuden an der Sieg: Programm für das 2. Halbjahr 2020 liegt jetzt vor

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Nach der coronabedingten Pause bietet die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ jetzt wieder Veranstaltungen an. Für Besucherinnen und Besucher gelten die üblichen Regeln wie Maske tragen, Abstand halten und Hygieneregeln beachten. Die Vorträge können wegen des begrenzten Raumes nicht in der Gedenkstätte in Windeck-Rosbach stattfinden, da die Einhaltung von Abstandsregelungen hier nicht möglich ist – sie wurden in die dortige evangelische Salvatorkirche verlegt.

Die Gedenkstätte freut sich über die Unterstützung durch die evangelische Kirchengemeinde, durch die sie im zweiten Halbjahr 2020 wieder ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Programm anbieten kann. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich in zahlreichen Führungen, Lesungen oder Exkursionen über das jüdische Leben und die jüdische Geschichte informieren. Insgesamt bietet das Programm der Gedenkstätte für das zweite Halbjahr 2020 13 Veranstaltungen an.

Die nächste Gelegenheit, in das jüdische Leben im Rhein-Sieg-Kreis einzutauchen bietet am 28. August 2020 der Rundgang „Auf den Spuren ehemaligen jüdischen Lebens am Siegburger Markt“. Treffpunkt für den Rundgang mit Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt ist vor dem Siegburger Stadtmuseum.

Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur am 6. September 2020 findet einerseits eine Führung über den jüdischen Friedhof in der Siegburger Heinrichstraße statt. Bereits Ende des 12. Jahrhunderts existierte in Siegburg eine jüdische Gemeinde. Der alte jüdische Friedhof stellt mit seinen fast 350 Grabstellen ein noch heute sichtbares Zeichen für die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Siegburg dar. Die Führung mit Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt wird am Abend durch einen Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Egyptien ergänzt. Er wird über das Wer von Irmgard Keun sprechen. Die Autorin stand mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Fokus der Zensur und ging schließlich ins Exil. Der dort 1937 entstandenen Roman „Nach Mitternacht“ wird im Mittelpunkt des Vortrages stehen.

Am 25. Oktober 2020 wird Helmut Braun in der evangelischen Salvatorkirche in Windeck-Rosbach über den Dichter Paul Celan sprechen. In seinem Vortrag „Der Tod hat seinen besten Dichter ins Leben gerufen“ liest Helmut Braun Gedichte und Briefe Paul Celans. Dieser litt sein Leben lang an den Folgen der Schoah, wurde mit Plagiatvorwürfen überhäuft und war von einer schweren psychischen Krankheit gezeichnet.

Zum 82. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 am 9. November 2020 wird in der evangelischen Salvatorkirche in Windeck-Rosbach eine Gedenkstunde mit dem Kunsthistoriker Jürgen Joseph Kaumkötter stattfinden. In der Nacht von 9. Zum 10. November 1938 wurden – auch im heutigen Rhein-Sieg-Kreis – Synagogen zerstört sowie in Brand gesteckt und die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Bürgerinnen und Bürger geplündert.

Zum ausklingenden Beethovenjahr findet am 17. Dezember 2020 im Siegburger Stadtmuseum dann noch der Vortrag „Zinsen erst nach 20 Jahren – die Schlesingers, Beethovens Verlegerfamilie“ statt. Prof. Dr. Matthias Henke wird über den Musikverleger Adolph Martin Schlesinger sprechen, der sich als Verleger für als sperrig geltende Spätwerk Beethovens einsetzte.

Auf die einzelnen Veranstaltungen wird das Kreisarchiv jeweils einzeln hinweisen. Die Zahl der Teilnehmenden ist bei Führungen auf 20 begrenzt. Bei der Anmeldung erfasst die Gedenkstätte Vorname, Name, Adresse und Telefonnummer. So können im Falle eines Infektionsereignisses etwaige Kontaktpersonen ermittelt und informiert werden. Die Daten werden nach vier Wochen vernichtet.

Das aktuelle Programm ist bei der Geschäftsstelle der Gedenkstätte im Kreisarchiv unter der Telefonnummer 02241 / 13-2929, per E-Mail an gedenkstaetterhein-sieg-kreisde oder unter der Postanschrift Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, erhältlich. Es kann außerdem auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises unter www.rhein-sieg-kreis.de/gedenkstaette als pdf-Dokument heruntergeladen werden.       

Kontakt:
Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“
c/o Archiv des Rhein-Sieg-Kreises (Kreishaus)
Kaiser-Wilhelm-Platz 1 
53721 Siegburg
Tel.: 02241 / 13-2928
Fax: 02241 / 13-2179
E-Mail: gedenkstaetterhein-sieg-kreisde
Internet: www.rhein-sieg-kreis.de/gedenkstaette

Bis voraussichtlich Ende 2020 ist die Gedenkstätte (Museumsgebäude) wegen Sanierungsarbeiten und Neukonzeption der Dauerausstellung geschlossen. Die Veranstaltungsreihe ist hiervon nicht betroffen und findet wie angekündigt statt.

6.8.2020/324

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