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Rhein-Sieg-Kreis

Heimische Feuchtgebiete kämpfen mit trockenen Sommern

Rhein-Sieg-Kreis (db) – Zum Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar 2020 erinnert der Rhein-Sieg-Kreis an deren Bedeutung. Das Amt für Umwelt- und Naturschutz arbeitet gemeinsam mit dem Wasserverband intensiv an der Renaturierung von Fließgewässern und ehemaligen Fischteichanlagen.

„Feuchtgebiete sind nicht nur als Wasserspeicher von Bedeutung, sie sind auch Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten“, sagt der Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz, Rainer Kötterheinrich. Feuchtgebiete zeichnen sich teilweise durch ihre Nährstoffarmut aus – das ist genau die richtige Lebensgrundlage für bestimmte Pflanzen- und Tierarten.

Der Rhein-Sieg-Kreis hat bereits verschiedene Maßnahmen zum Schutz unserer Feuchtgebiete durchgeführt. Am Rederscheider Bach in Bad Honnef oder am Krabach zwischen Eitorf und Hennef wurden beispielsweise ehemalige Fischteichanlagen zurückgebaut. Die Teiche wurden naturnah umgestaltet und das Gelände sowie die Ufer so modelliert, dass die Gewässer wieder mehr Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Diese Maßnahmen unterstützen die Entwicklung von Feucht- und Nasswiesen. So entsteht ein hochwertiger Lebensraum für Amphibien, wassergebundene Insekten oder auch die Sumpfschrecke. Um voneinander getrennte Restpopulationen gefährdeter Arten, wie beispielsweise die der seltenen Gelbbauchunke, wieder untereinander zu vernetzen, werden entlang von Flusstälern sogenannte Ausbreitungsachsen geschaffen.

Die Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019 war vor allem für die Amphibien problematisch. Viele Laichgewässer trockneten zu schnell aus, und die Kaulquappen konnten ihre Entwicklung nicht rechtzeitig abschließen. Der akut gefährdete Laich wurde von den Fachleuten des Amtes für Umwelt- und Naturschutz entnommen und unter kontrollierten Bedingungen fachgerecht in einem Aquarium zum Schlupf gebracht. Die Tiere konnten später erfolgreich in ihren ursprünglichen Habitaten wieder angesiedelt werden.

Kein Problem mit den heißen und trockenen Sommern haben dagegen die Feuchtgebiete im Hoverbachtal in Ruppichteroth. Diese bewirtschaftet der Rhein-Sieg-Kreis als Untere Naturschutzbehörde. Im Tal ist ein ausreichender unterirdischer Wasserstrom vorhanden. Er versorgt sowohl die Feucht- und Nasswiesen als auch den Teich mit genügend Wasser.

Im Hoverbachtal pflegt der Rhein-Sieg-Kreis zahlreiche Feucht- und Nasswiesen und Feuchtwälder. Eine im Tal vorhandene Teichanlage wurde zusammen mit dem Aggerverband umgebaut. Inzwischen ist mit dem renaturierten Bach und der artenreichen Feuchtwiese ein Vorzeigeobjekt entstanden.

28.1.2020/33

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