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Rhein-Sieg-Kreis

Mehr Geld, mehr Flexibilität, mehr Qualität für die Kindertagespflege: Rhein-Sieg-Kreis ändert Satzung

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Wenn es nach dem Votum des Jugendhilfeausschusses geht, der jetzt im Siegburger Kreishaus tagte, soll in Zukunft die Attraktivität der Kindertagespflege steigen, indem zahlreiche Verbesserungen für die Kindertagespflegepersonen per Satzung vorgehalten werden. Auch sollen dadurch die Eltern teilweise entlastet werden.

Endgültig wird hierüber der Kreistag, in seiner Sitzung am 23. Juni 2020, entscheiden. Die Änderungen sollen ab dem 1. August 2020, rechtzeitig zum Start des neuen Kindergartenjahres, gelten. Nach der jetzt beratenen Vorlage der Verwaltung zur „Änderung der Satzung über die Förderung der Kindertagespflege und die Erhebung von Kostenbeiträgen für die Kindertagespflege sowie den Besuch von Tageseinrichtungen für Kinder“ im Bereich des Kreisjugendamtes sind einige Verbesserungen vorgesehen:

Mit dem geplanten Wegfall der Eingangsbeitragsstufe (bis 25.542 Euro) werden finanziell schwächer gestellte Familien entlastet. Damit sollen Eltern, die keine Anträge auf Wohngeld, Kindergeldzuschlag, Erlass der Elternbeiträge, und kein höheres Einkommen haben, nicht benachteiligt werden. Der Rhein-Sieg-Kreis rechnet hierbei allerdings mit rund 168.000 Euro Einnahmeverlusten.

Zur weiteren finanziellen Entlastung soll das von der NRW-Landesregierung und auch vom Kinderbildungsgesetz vorgesehene, neu einzuführende beitragsfreie vorletzte Kindergartenjahr beitragen. Dies bedeutet Mindereinnahmen von rund zwei Millionen Euro; davon werden rund 1,2 Millionen Euro von Seiten des Landes erstattet, so dass letztlich 0,8 Million Euro durch den Rhein-Sieg-Kreis-Haushalt für das beitragsfreie vorletzte Kindergartenjahr übernommen werden.

Mit der Satzungsänderung möchte das Kreisjugendamt für den Bereich der Kindertagespflegeförderung einige sowohl finanzielle als auch qualitative Verbesserungen bewirken. Die Fördersätze erhöhen sich auf 5,50 Euro und werden wie bisher auch jährlich mit einer Steigerung von 1,5 Prozent fortgeschrieben. Das gesamte Betreuungsangebot kann zukünftig flexibler den Elternwünschen entsprechend gestaltet werden. So wird nun auch eine Betreuung am Abend, über Nacht oder am Wochenende gefördert. Daneben können im Rahmen der sogenannten ergänzenden Kindertagespflege auch geringfügige Betreuungsbedarfe in Randzeiten im Umfang von fünf bis zehn Stunden wöchentlich finanziert werden.

Gleichwohl steigen die Anforderungen an die Tagespflegepersonen. Zur Sicherstellung einer qualitativen Kinderbetreuung sollen Kindertagespflegepersonen verpflichtet werden, jährlich eine Fortbildung von mindestens zehn Stunden zu absolvieren.

„Mit den vorgesehenen Satzungsänderungen kann den Eltern ein erweitertes und flexibleres Angebot in der qualitativen Kindertagespflege angeboten werden“, stellte Thomas Wagner, Jugenddezernent des Rhein-Sieg-Kreises, fest.

17.06.2020/250

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