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Rhein-Sieg-Kreis

Artenschutz: Bremsenfallen sind nicht überall erlaubt – Vorrichtung lockt auch geschützte Insekten an

Rhein-Sieg-Kreis (an) – Bremsen sind blutsaugende Insekten, die zwischen Juni und September an schwülen Tagen besonders aktiv sind. Sie werden vom Schweiß des Menschen oder des Tieres angelockt und können Krankheiten übertragen.

Auf Pferdewiesen sind sogenannte „Bremsenfallen“ im Einsatz, um die auch „Viehfliege“ oder „Pferdefliege“ genannten Bremsen einzufangen. Diese Fallen bestehen aus einem schwarzen Ball, der sich in der Sonne aufheizt und so die Tiere anlockt. Mit einer trichterförmigen Vorrichtung werden die Insekten in ein Fanggefäß geleitet, in dem sie schließlich verenden.

Doch in diese Bremsenfallen geraten auch weitere Insektenarten, wie z.B. andere Fliegen, Schmetterlinge oder Wildbienen. In einer Saison kann eine einzige Falle mehrere Tausend Insekten fangen, jedoch weniger als vier Prozent davon Bremsen. In 2017 kam eine Studie des NRW-Landwirtschaftsministeriums zu dem Ergebnis, dass es sich bei Bremsenfallen nicht um eine selektive Fangmethode handelt und es artenschutzrechtliche Verstöße gibt.

Daher hat die NRW-Landesregierung in einem Erlass geregelt, dass diese Bremsenfallen in Nationalparks, in Europäischen Schutzgebieten (FFH-Gebiete) in Naturschutzgebieten und in gesetzlich geschützten Biotopen, wie beispielsweise Überschwemmungsgebieten, Feuchtgrünland, Magerweiden oder größeren Streuobstbeständen, unzulässig sind. Außerhalb dieser Schutzgebiete sind die Fallen nur in der Hauptflugzeit der Bremsen vom 1. Juni bis 15. September zulässig.

„Man kann sich nicht über das Insektensterben aufregen und gleichzeitig Fallen aufstellen, die auch geschützte Tierarten gefährden“, sagt Rainer Kötterheinrich, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises.

1.10.2020/401

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