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Rhein-Sieg-Kreis

Auf den Spuren jüdischer Geschäftsleute – Stadtrundgang in Siegburg

Rhein-Sieg-Kreis (we) – In Siegburg existierte bereits im 13. Jahrhundert nachweislich eine jüdische Gemeinde, die dort bis Ende des 15. Jahrhunderts bestand. Nach mehreren Jahrhunderten der Abwesenheit siedelte sie sich zum Ende des 17. Jahrhunderts in der Kreisstadt wieder an. Seitdem vergrößerte sich die jüdische Gemeinde stetig.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es zahlreiche jüdische Geschäfte und Einrichtungen, die vor allem an der Holzgasse, der Kaiserstraße oder am Markt angesiedelt waren. 

Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gelangt waren, wurden die jüdischen Geschäftsleute auch in Siegburg nach und nach aus dem Wirtschaftsleben verdrängt. 

Beginnend mit dem reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933, endend mit den Ausschreitungen während der Novemberpogrome 1938 und der „Arisierung“ infolge der „Verordnung zur Ausschaltung der Jüdinnen und Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ vom 12. November 1938.

Nachdem viele Jüdinnen und Juden dem blinden Rassenwahn des nationalsozialistischen Terrors zum Opfer gefallen und in der Schoah ermordet worden sind, können wir heute leider nur noch auf wenige Spuren des ehemaligen jüdischen Lebens in Siegburg blicken. 

Wer mehr darüber erfahren möchte, der sollte am Stadtrundgang in Siegburg teilnehmen und sich zusammen mit Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt auf die Spurensuche ehemaligen jüdischen Lebens begeben. Die Veranstaltung beginnt mit einer kurzen Einführung in das Thema „Juden und Berufswelt“. Der Rundgang startet am Stadtmuseum. Von hier aus geht es über den Marktplatz in die Bahnhofstraße. 

Dort gab es bis in die Zeit des Nationalsozialismus beispielsweise das Bekleidungsgeschäft Wagner, das Haus- und Küchengerätegeschäft von Felix Oestreicher, das Manufakturwarengeschäft von Hugo Cohen, das Hutgeschäft von Paula Marx, das Modegeschäft Alsberg und das Kaufhaus Rhela. Während der Führung werden die Lebensgeschichten der Kaufleute und auch weitere Schicksale vorgestellt. 

Der Rundgang beginnt am 11. August 2021 um 16.30 Uhr und wird etwa eine Stunde dauern. Treffpunkt ist vor dem Stadtmuseum (Markt 46) in Siegburg. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt. Eine namentliche Anmeldung beim Kreisarchiv unter der Telefonnummer 02241 13-2928, per E-Mail an gedenkstaetterhein-sieg-kreisde oder unter der Postanschrift Kaiser-Wilhelm-Platz 1 in 53721 Siegburg ist erforderlich.

Dort ist auch ist das gesamte aktuelle Programm der Gedenkstätte erhältlich. Es kann außerdem auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises unter www.rhein-sieg-kreis.de/gedenkstaette abgerufen werden.

Beim Besuch der einzelnen Veranstaltungen sind die jeweiligen aktuellen Hygiene- und Abstandsregelungen nach der geltenden Coronaschutzverordnung NRW einzuhalten. Vor Ort werden die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst, damit die Rückverfolgung im Falle eines Infektionsausbruches gewährleistet ist. Die Teilnehmerlisten werden dann für vier Wochen beim Archiv des Rhein-Sieg-Kreises aufbewahrt und anschließend vernichtet.

29.7.2021/400

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