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Rhein-Sieg-Kreis

Führung durch das frühere jüdische Viertel und jüdischen Friedhof in Ruppichroth

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Eine Führung durch das frühere jüdische Viertel in Ruppichteroth, verbunden mit einer Führung über den jüdischen Friedhof, bietet jetzt die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2022 an. Diese findet am Freitag, 19. August 2022, von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr, statt. Treffpunkt ist an der ehemaligen Synagoge, Wilhelmstraße 2, 53809 Ruppichteroth. Erstmals wird in diesem Jahr im Rahmen einer öffentlichen Führung auch der Besuch des Jüdischen Friedhofs angeboten.    

Im ersten Teil der Führung, mit Heimatforscher Wolfgang Eilmes aus Ruppichteroth,  erfahren die Teilnehmenden die jüdische Geschichte in Ruppichteroth von circa 1800 bis 1955. Die Ruppichterother Synagoge ist der einzige im Rhein-Sieg-Kreis noch erhaltene Synagogenbau. Ihre Geschichte, die versuchte Zerstörung des Gebäudes 1938, aber auch der Grund ihrer Erhaltung werden ebenso erläutert wie die derzeitigen Planungen für die Zukunft dieses sich seit zwei Jahren wieder im Gemeindebesitz befindlichen Gebäudes. Rund um die 1921 erbaute Synagoge - und damit auch in kurzer Entfernung zur damaligen Bröltalbahn - hatten sich mehrere jüdische Familien angesiedelt. Deren Häuser sind noch heute erhalten. Die Geschichten dieser jüdischen Familien – die meisten von ihnen waren Viehhändler oder Metzger – sind ausführlich dokumentiert und werden bei der Führung durch zahlreiche Bilder illustriert.

Anschließend findet die Fahrt mit dem jeweils eigenen Privat-PKW zum einen Kilometer entfernt gelegenen Jüdischen Friedhof an der Herchener Straße statt. Von 1930 bis 1940 wurden hier elf Personen beerdigt. Die elf Grabstellen sind – teilweise auch mit Grabsteinen und Inschriften – erhalten. Erst seit etwa einem Jahr sind die Namen von acht dieser jüdischen Personen aus Ruppichteroth bekannt. Seit 1955 ist die „Jewish Trust Corporation for Germany“ Eigentümer des Friedhofes. Die Gemeinde Ruppichteroth kümmert sich aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein um die Unterhaltung und die Pflege des Friedhofs.

Die Führung, inklusive Privat-Fahrt zum Friedhof, dauert etwa 90 Minuten. 

Eine verbindliche Voranmeldung beim Kreisarchiv, unter Telefon 02241/13-2928 oder per E-Mail: gedenkstaetterhein-sieg-kreisde ist erforderlich. Die maximale Teilnehmendenzahl umfasst 30 Personen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

20.7.2022/351

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