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Rhein-Sieg-Kreis

Quartiersprofile: Daten für eine strategische Sozial- und Gesundheitsplanung

Rhein-Sieg-Kreis (an) – Um sich gesellschaftlichen Herausforderungen möglichst gezielt und wirksam zu stellen, benötigen Verantwortliche vor Ort detaillierte, kleinräumige Daten über den Sozialraum, in dem die Menschen leben. Diese Informationen finden sich in den 158 Quartiersprofilen der Städte und Gemeinden. Sie wurden zusammen mit den kreisangehörigen Kommunen erstellt und liegen erstmalig für 2020 vor.

Möglich gemacht hat das eine Projektförderung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW aus dem Programm „Zusammen im Quartier – Kinder stärken – Zukunft sichern“.

„Seit Beginn meiner Amtszeit mache ich mich für dieses Thema stark“, betont Landrat Sebastian Schuster. „Ich freue mich, dass wir jetzt in Zusammenarbeit mit den 19 kreisangehörigen Kommunen ein zukunftsweisendes Instrumentarium haben, um den Menschen, die hier leben, gleiche und gerechte Lebensbedingungen zu ermöglichen.“

„Diese „Daten für Taten“ bilden den Lebensbezug der Bevölkerung sowie deren Lebensumfeld ab und fließen in die integrierte und strategische Sozial- und Gesundheitsplanung im Rhein-Sieg-Kreis ein“, ergänzt Stephan Liermann, Leiter des Sozialamtes des Rhein-Sieg-Kreises. „Ziel ist es, unterschiedliche Lebensbedingungen in den Quartieren zu erfassen, Handlungsbedarfe zu erkennen und Lebensverhältnisse zu verbessern.“

Indikatoren machen Handlungsbedarfe sichtbar

Einen wichtigen strategischen Ansatz bilden Quartiere, die in mehrfacher Hinsicht überdurchschnittliche Sozial- oder Gesundheitskennzahlen aufweisen. Besonders hier gilt es, auf Lebenssituationen zu reagieren und Entwicklungsmöglichkeiten vor allem für Kinder und Jugendliche zu fördern. In einem ersten Schritt wurden Indikatoren erarbeitet, um die vielfältigen Lebenslagen abzubilden:

Dazu gehören z.B. Informationen über Kinder- und Jugendarmut, wie viele Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers Leistungen vom Jobcenter beziehen oder wer von Altersarmut betroffen ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bildung und Erziehung: Wie hoch ist der Anteil der Kinder, die nicht altersgemäß entwickelt sind?

Auch die Demografie dient als Indikator: Der Aging-Index gibt Auskunft, ob ein Quartier eher von Kindern oder von älteren Menschen bewohnt wird; leben im Quartier unter den Senioren besonders viele Hochaltrige, dann wird das über den Greying-Index sichtbar. Mit diesem differenzierten Wissen kann die soziale Infrastruktur besser auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet werden. Mit Beratung und ausreichenden Unterstützungsangeboten kann erreicht werden, dass auch Ältere im gewohnten Umfeld leben können.

Weitere wichtige Informationen liefern Bereiche wie „Erwerbsarbeit“ (Langzeitarbeitslose, „Aufstocker“) oder „Gesundheit und „Wohlergehen“ (Übergewicht bei Einschulung, Vorzeitige Sterblichkeit, Schwerbehinderung).

Entwicklung hin zum Frühwarnsystem

Die erstmalig erstellten Quartiersprofile bilden zunächst eine Bestandsaufnahme, die regelmäßig aktualisiert und fortgeschrieben wird. Dadurch lassen sich positive wie negative Entwicklungen frühzeitig erkennen und darauf reagieren. So entwickelt sich aus den Quartiersprofilen ein hilfreiches Frühwarnsystem für soziale Herausforderungen.

Noch sind nicht alle gewünschten Kennzahlen vorhanden, es fehlen z.B. die Bereiche „Erziehungshilfen“ oder Merkmale zur „Wohnraumversorgung“. Diese sollen bei künftigen Fortschreibungen noch stärker in die Betrachtung einbezogen werden.

Bei der Erstellung der Profile und Berechnung der Indikatoren wurde großer Wert auf ein transparentes Vorgehen gelegt, das den Sozial- und Gesundheitsdatenschutz beachtet. Es konnten nur solche Quartiersdaten bearbeitet werden, die von den Kommunen zugeliefert wurden.

17.03.2022/142

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