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Rhein-Sieg-Kreis

Auf den Spuren des Judentums und der NS-Zeit in Sachsen

Veranstaltung der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

00:00 bis 23:59

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Mehrtagesexkursion mit Dr. Claudia Maria Arndt

Juden siedelten sich in Sachsen erst relativ spät an. Zwar wurde 1849 die Gleichstellung der sächsischen Juden mit den Christen hinsichtlich des Genusses bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte beschlossen, doch blieb u.a. die rechtliche Lage so beschaffen, dass sie eine Einwanderung von Juden weitgehend verhinderte. Erst der Beitritt Sachsens zum Norddeutschen Bund im Jahr 1866 und eine seinerzeit erfolgte Verfassungsnovelle brachten die letzten Ausnahmegesetze gegen die Juden zu Fall. Seitdem durften Juden sich nun auch außerhalb von Dresden und Leipzig in Sachsen ansiedeln.

In der Folgezeit nahm die Einwanderung von Juden – v.a. aus Osteuropa – stark zu, zwischen 1871 und 1925 versiebenfachte sich die Anzahl der in Sachsen lebenden Juden. Diese osteuropäischen Juden blieben zumeist unter sich und hatten nur wenig Kontakt sowohl mit der einheimischen Bevölkerung als auch mit den bereits ansässigen Juden.

Nach 1873 kam es zudem zu einer wirtschaftlichen Depression, infolge derer ihnen zunehmend Antisemitismus entgegengebracht wurde.

In der Weimarer Zeit gelangten die Juden auch in Sachsen zu wirtschaftlichen Erfolgen, sie waren v.a. in Handel und Gewerbe tätig. Wissenschaft, Bankwesen, Verwaltung sowie Kunst und Kultur waren ebenfalls Bereiche, in denen sie verstärkt tätig waren.

Georg Gradnauer, der erste Ministerpräsident des neuen Freistaates, war jüdischer Abstammung ebenso wie der spätere Innenminister Richard Lipinski.

1933 lebten in Sachsen rund 20.500 Juden, dies entsprach etwa 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Seit 1930 hatte die NSDAP in Sachsen bei allen Reichstagswahlen überdurchschnittliche Erfolge verzeichnen können, der Freistaat entwickelte sich somit zu einer „braunen Hochburg“ im Deutschen Reich. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Mehrzahl der Synagogen in Sachsen zerstört. Seitdem existierte in Sachsen kein selbständiges jüdisches Leben mehr. Ab 1939 wurden die Juden in den sächsischen Städten in so genannten Judenhäusern zusammengepfercht. 1942 begannen die Deportationen der sächsischen Juden in die Vernichtungslager. 1933 lebten in Dresden 5.000 Juden, 1942 waren es noch 985, bei Kriegsende noch 41. 1933 lebten in Leipzig 11.646 Juden, im Januar 1942 waren es noch 2.000 bei Kriegsende 15 bis 20.

Die Exkursion begibt sich auf die Spuren dieser vielfältigen Geschichte. Folgende Ziele stehen auf dem Programm: Mendelssohn-Haus in Leipzig, Gedenkstätte Bautzen, Jüdischer Friedhof und Synagoge in Dresden, Tagesausflug nach Prag (mit Stadtführung durch das jüdische Viertel) und KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.

Informationen

BeginnTreffpunkt/Abfahrt: Konrad-Adenauer-Allee, 53721 Siegburg
(hinter dem Hauptbahnhof)
AnmeldungVerbindliche Anmeldung im Kreisarchiv erforderlich! Maximale Teilnehmerzahl:
25 Personen. Anmeldung: Telefon-Nummer 02241/13-2928

Eintritt

Teilnahmegebühr: Für Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e. V. je Person 360,00 Euro, Einzelzimmer 480,00 Euro, Nichtmitglieder zahlen 40,00 Euro mehr.

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