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Rhein-Sieg-Kreis

Auf den Spuren des Judentums und der NS - Zeit in Franken

Veranstaltung der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

00:00

Mehrtagesexkursion mit Dr. Claudia Maria Arndt, Siegburg

Franken war eine bedeutende Wiege jüdischer Geschichte und Kultur in Süddeutschland und kann auf eine fast tausendjährige jüdische Geschichte zurückblicken. Im Gegensatz zu anderen Territorien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurden Juden nie dauerhaft aus ganz Franken vertrieben und lebten seit Ende des 11. Jahrhunderts kontinuierlich in diesem Gebiet. Im 12. und 13. Jahrhundert wurden in Franken die ersten jüdischen Gemeinden gegründet. Die Region galt im Mittelalter als eine Hochburg des Torastudiums. Allerdings tat sich Franken auch besonders früh bei der Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung hervor. So gab es zum Beispiel mit dem Rintfleisch-Pogrom (1298) und der Armledererhebung (1336 - 1338) zwei schwere Judenmassaker. Im 15. und 16. Jahrhundert verbannten viele Städte ihre jüdische Bevölkerung, viele Juden ließen sich daher in ländlichen Gemeinden nieder. Im Jahr 1813 wurde das Bayerische Judenedikt erlassen (gültig bis 1861), Juden konnten dadurch Bürgerrechte und Grundbesitz erwerben. 1818 lebten circa 65 Prozent aller bayerischen Juden im bayerischen Teil Frankens. 1867 erlangten die Juden in Bayern die rechtliche Gleichstellung und waren somit emanzipiert. Vor 1933 gab es in Bayern fast 200 jüdische Gemeinden, die meisten in Mittelfranken und Unterfranken. Zur Zeit des Nationalsozialismus tat sich Franken besonders früh bei der Diskriminierung der Juden hervor. Unter anderem verkündete Hitler 1935 in Nürnberg die schrecklichen Rassegesetze, die als „Nürnberger Gesetze“ Bekanntheit erlangten. Während der Novemberpogrome 1938 wurden auch in Franken tausende Geschäfte und Einrichtungen der jüdischen Bevölkerung zerstört und geplündert. Trotzdem sind erstaunlich viele Synagogenbauten und über hundert jüdische Friedhöfe erhalten geblieben. Das traditionsreiche jüdische Leben in Franken spiegelt sich heute vor allem in der Errichtung zahlreicher Museen und Synagogengedenkstätten wider.

Informationen

EinlassTreffpunkt/Abfahrt: Konrad-Adenauer-Allee, 53721 Siegburg (hinter dem Hauptbahnhof)
AnmeldungVerbindliche Anmeldung im Kreisarchiv erforderlich! Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen

Eintritt

Teilnahmegebühr: Für Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e. V. je Person 360,00 €, Einzelzimmerzuschlag 125,00 €, Nichtmitglieder zahlen 40,00 € mehr.

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