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Rhein-Sieg-Kreis

Jüdische Metzger und Viehhändler in Siegburg

Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg"

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

18:30 bis 20:00

Vortrag von Dr. Claudia Maria Arndt

Aufgrund der seit dem Mittelalter für Juden geltenden Beschränkungen in ihrer Berufswahl (u. a. das Verbot des Landbesitzes) sind im ländlich geprägten Raum bestimmte Berufe in der jüdischen Bevölkerung überdurchschnittlich stark vertreten, so die des Viehhändlers und des Metzgers. Die Viehhändler traten als Zwischenhändler auf, kauften Bauern Jung- und Schlachtvieh ab und verkauften es an andere Bauern und Schlachter weiter.

Außerdem durften sie schächten, d.h. gemäß der rituellen Vorschriften ihrer Religion schlachten, wodurch sich auch der bei Juden häufig vertretene Beruf des Metzgers erklärt.

Die Ausübung dieses Handwerks musste ihnen auf Grund ihrer besonderen rituellen Speisegesetze gestattet werden, obwohl sie sonst weitgehend vom Handwerk ausgeschlossen wurden. Bis 1850 galten in Preußen die Berufsverbote, aber auch danach blieben die Juden meist ihrem traditionell überlieferten Berufsspektrum treu.

So gibt es auch in Siegburg bis ins frühe 20. Jh. hinein eine überdurchschnittlich große Anzahl an jüdischen Viehhändlern und Metzgern.

Der Vortrag möchte sich nach einer kurzen allgemeinen Einführung in das Thema auf die Spuren ehemals in Siegburg lebender Jüdinnen und Juden begeben, die hier als Viehhändler oder Metzger ihr Auskommen fanden. U. a. werden die Geschichten der Metzgerfamilien Cohn, Marcus, Oswald oder Linz Thema sein.

Der Vortrag findet in der Reihe der Siegburger Museumsgespräch statt.

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