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Rhein-Sieg-Kreis

Jüdisches Leben auf dem Lande - Juden im Hunsrück

Veranstaltung der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

06:30 bis 19:30

Tagesexkursion mit Dr. Claudia Maria Arndt, Siegburg

Fast alle jüdischen Familien im Hunsrück lebten vom 11. Jh. bis zur Zeit des Nationalsozialismus auf dem Lande und bestritten ihren Lebensunterhalt meist als Vieh- oder Pferdehändler. Weitere bevorzugte Berufszweige waren – auch aus religiösen Gründen – Textil- und Schuhhändler, Wirtsleute, Metzger und Bäcker. Dieses sogenannten Landjudentum war typisch für diese Jahrhunderte. So lebten um 1800 etwa 90 Prozent der Juden im deutschsprachigen Raum auf dem Lande. Sie versuchten, ihre religiösen Traditionen aufrecht zu erhalten, aber sich auch vorsichtig Reformen zu öffnen.

Die zahlreichen jüdischen Friedhöfe und einige wenige erhaltene Synagogen oder Mikwen in der Hunsrückregion künden heute noch von dieser typischen Lebensweise der Juden. Sie waren in die agrarischen Wirtschaftsstrukturen des Hunsrücks integriert, blieben jedoch in einer christlichen Mehrheitsgesellschaft ständigen Anfeindungen ausgesetzt – bis 1919 waren sie „Bürger zweiter Klasse“. Antijudaismus, rassischer Antisemitismus und die alles kombinierende menschenverachtende Nazi-Ideologie bereiteten dann dem jüdischen Leben auf dem Lande ab 1933 ein schreckliches Ende. Nach der Katastrophe des Nationalsozialismus entstand eine Mauer des Verschweigens, Verdrängens und Vergessens, die bisweilen bis heute Bestand hat. Die Ausstellung in Simmern möchte den jüdischen Familien ein Denkmal setzen,
die über Generationen auf dem Lande lebten und trotz aller Widrigkeiten aktiv die Gesellschaft mitgestalteten. (www.hunsrueck-museum.de)
Im Rahmen der Exkursion finden folgende Besichtigungen statt: Hunsrück-Museum in Simmern mit der Sonderausstellung „Jüdisches Leben auf dem Lande – Juden im Hunsrück“, ehemalige Synagoge Laufersweiler (Museum für die jüdische Geschichte des Hunsrücks) und Rundgang „Weg der Erinnerung“ zur Geschichte der jüdischen Vergangenheit von Laufersweiler sowie ehemalige Synagoge Niederzissen (Erinnerungs- und Begegnungsstätte mit der Genisa, einem der bedeutendsten Funde zur jüdischen Kultur in Deutschland). Zum Mittagessen gibt es im Restaurant Schatulle in Laufersweiler die typische regionale Spezialität Döppekochen/Schales mit Speck und Apfelmus.

Informationen

BeginnTreffpunkt / Abfahrt: Konrad-Adenauer-Allee, 53721 Siegburg (hinter dem Hauptbahnhof)
AnmeldungVerbindliche Anmeldung im Kreisarchiv erforderlich! Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen

Eintritt

Teilnahmegebühr: 49,50 € (für Mitglieder des Fördervereins Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e. V.) bzw. 54,50 € (im Preis inbegriffen sind die Busfahrt, sämtliche Kosten für Eintrittsgelder und Führungen sowie das Mittagessen im Restaurant Schatulle, Laufersweiler)

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