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Verwaltung / Politik

Aus die Laus - Kreisgesundheitsamt mit Tipps zur Kopflausbehandlung

Nach wie vor für viele ein Tabuthema: Kopfläuse. Kaum jemand redet darüber und trotzdem sind rund 85 Prozent der Kinder zumindest einmal im Leben von Kopfläusen betroffen. Das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises ruft alle Eltern zu regelmäßiger Kontrolle und sorgfältiger Behandlung auf.

Kopfläuse

Kopfläuse treten weltweit auf und wandern meist beim „Köpfe Zusammenstecken“ von Mensch zu Mensch. Dabei sind Läuse nicht wählerisch – sie fühlen sich auf jedem Kopf wohl, auch auf frisch gewaschenem Haar.

Dem Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises wurden im vergangenen Jahr 605 Fälle von Kopfläusen an Schulen und 94 Fälle an Kindergärten gemeldet. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2018 waren es 484 Fälle an Schulen und 82 an Kindergärten.

Eine Kopflaus ernährt sich von Blut aus der Kopfhaut. Ohne diese Nahrung stirbt sie schnell ab. Die Bisse der Läuse machen sich dann häufig durch Juckreiz bemerkbar. Durch das Kämmen von nassem, am besten mit Haarspülung behandeltem Haar mit einem Spezialkamm kann man kontrollieren, ob ein Kopflausbefall vorliegt.

Ist dies der Fall, sollte zügig und gründlich gegen die Läuse vorgegangen werden. Kopfläuse müssen im Abstand von acht bis zehn Tagen zwei Mal mit einem vom Robert Koch-Institut anerkannten Mittel behandelt werden. Darüber informieren Ärzte oder Apotheken. Zudem übernehmen die Krankenkassen bei Kindern unter zwölf Jahren die Kosten für die meisten zugelassenen Medikamente.

Den Behandlungserfolg sollte man durch regelmäßiges Kämmen mit dem Nissenkamm überprüfen. Nissen sind Läuseeier. Diese „klebt“ die Laus nahe der Kopfhaut an die Haare. Aus den Eiern schlüpfen nach acht bis zehn Tagen Larven, die sich dann innerhalb von weiteren neun bis elf Tagen zu erwachsenen Läusen entwickeln.

Wichtig ist, dass Eltern alle sofort informieren, die in engem Kontakt mit dem betroffenen Kind standen. Erziehungsberechtigte haben nach dem Infektionsschutzgesetz die Pflicht, die Kita, die Schule und Sportvereine sowie Heime oder ähnliche Einrichtungen unverzüglich über einen Läusebefall zu benachrichtigen. Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen müssen das zuständige Gesundheitsamt über Fälle von Kopfläusen informieren. 

Um Läuseplagen zu vermeiden, sind vor allem eine sorgfältige, zweimalige medizinische Behandlung und ausgiebige Nachkontrollen äußerst wichtig. Nicht notwendig ist es hingegen, die Wohnung zu desinfizieren. Auch das Verpacken von Kuscheltieren und nicht waschbaren Textilien in Säcke muss nicht sein. Läuse benötigen zum Überleben einen Wirt; sind also auf Blut als Nahrung angewiesen. Daher „nisten“ Läuse nicht auf Sofas oder Teddybären.

Nähere Informationen gibt es beim Robert Koch Institut, bei der Deutschen Pediculosis Gesellschaft oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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