Inhalt anspringen
Verwaltung / Politik

Mehr als lästig: Zecken

Ein Zeckenstich an sich ist erst einmal nicht tragisch. Allerdings birgt jeder Stich das Risiko für Infektionskrankheiten. Und die können lebensbedrohlich sein.

Im Rhein-Sieg-Kreis geht es dabei vor allem um eine mögliche Borreliose-Infektion. In südlicheren Bundesländern  hingegen kann ein Zeckenbiss auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zur Folge haben. Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst und ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Diese kann gut mit einem Antibiotikum behandelt werden.

FSME, eine gefährliche Form der Hirnhautentzündung, wird von Viren ausgelöst.

Nicht alle Zecken tragen Krankheitserreger in sich. Ein Zeckenstich bedeutet also nicht automatisch, dass der Erreger übertragen worden ist. Nach einem Einstich dauert es zum Beispiel 1 - 2 Tage, bis Borrelien übertragen werden. 

Zecken kommen praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt. Die Zecke klettert auf einen Grashalm, ein Gebüsch oder Unterholz. Wenn ein Mensch oder ein Tier vorbeikommt, wird sie bei Kontakt abgestreift und hält sich fest.

Zecke auf menschenlicher Haut

Tipps vom Kreisgesundheitsamt

Grundsätzlich sollte man nach einem längeren Aufenthalt im Freien sorgfältig kontrollieren, ob Zecken auf der Suche nach Nahrung auf dem Körper gelandet sind – das gilt für Menschen und für Tiere. 

Der beste Schutz ist geschlossene Kleidung (feste Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel). Werden die Hosenbeine dann auch noch in die Socken gesteckt, ist die Zecke gezwungen, auf der Kleidung nach oben zu laufen, was es wiederum leichter macht, sie zu entdecken. Denn Zecken stechen glücklicherweise nicht sofort zu, sondern suchen sich eine geeignete Stelle. 

Beim Entfernen einer Zecke sollte man vorsichtig sein. Kann der Kopf nicht restlos entfernt werden, drohen Infektionen. Am besten geeignet sind spezielle Zeckenkarten, die unter das Tier geschoben werden, oder Zeckengreifer. Wichtig ist, dass die Zecke beim Entfernen nicht gequetscht wird.

Es ist auch immer ratsam, die Stelle zu beobachten, ob sich nach einigen Tagen bis Wochen eine deutliche ringförmige Hautrötung um den Stich herum bildet. Denn dann wird ein Arztbesuch unverzüglich empfohlen.

Zecken-Facts

  • Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Zeckenarten. In Deutschland ist die bekannteste Art der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). 
  • Auch wenn die Meinung weit verbreitet ist: Zecken fallen nicht von Bäumen und können auch nicht springen. 
  • Eine vollgesaugte Zecke kann bis zu 200 Mal so viel wiegen wie eine hungrige Zecke. 
  • Mit einer Blutmahlzeit kann eine Zecke mehrere Jahre überleben. 
  • Zecken können bis zu drei Wochen unter Wasser überleben.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Sie wird durch das FSME-Virus ausgelöst und vor allem in den Monaten März bis November durch Zeckenstiche übertragen. Die wesentlichen Verbreitungsgebiete Deutschlands liegen in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, Thüringen, im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld) und seit 2014 mit dem Vogtlandkreis auch in Sachsen. Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands, in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind, die jedoch aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiete deklariert werden. Auch im Rhein-Sieg-Kreis gab es vereinzelt Fälle. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich eine Karte der Haupt-Endemiegebiete (www.rki.de/fsme-karte). 

Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich. Eine Infektion nach Zeckenstich zeigt grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen.

Ein effizienter Schutz bietet die Schutzimpfung. In der Regel sind 3 Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. (1. Impfung Tag 0, 2. Impfung 4 Wochen später, 3. Impfung nach 6 Monaten). Bei vollständiger Impfung kann mit einem 99% Schutz der Geimpften vor FSME gerechnet werden. Es wird eine Auffrischung nach 3 Jahren empfohlen. Nach zwei Impfungen besteht ein 98% Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält.


Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos ...