Inhalt anspringen
Unsere Verwaltung

Öffentliche Bekanntgabe - bereitgestellt am 12. Februar 2021

Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Grundwasserentnahme aus einer Brunnenanlage (4 miteinander verbundene Brunnen) und Beregnung von circa 194 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen mit einem maximalen jährlichen Volumen an Wasser von 210.000 cbm in Bornheim, Gemarkungen Waldorf und Bornheim-Brenig

hier: Ergebnis der allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalles 

Gemäß § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) vom 24. Februar 2010 (BGBl. I Nr. 7, S. 94) zuletzt geändert durch Gesetz vom 20.07.2017 wird bekannt gegeben: 

Der Wasser- und Bodenverband Vorgebirge beabsichtigt Grundwasser in einer Menge von maximal 270.000 m³/a und maximal 240 cbm/h aus einer Brunnenanlage mit 4 miteinander verbundenen Brunnen (3 Bestandsbrunnen und 1 neuer Brunnen) für Beregnung von 194 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen zu entnehmen. Die Grundwassergewinnungsanlage befindet sich in Bornheim, Gemarkung Waldorf, Flur 5 und Bornheim-Brenig, Flur 45. 

Gemäß § 7 Abs. 1 UVPG ist für ein Vorhaben nach Anlage 1 Nr. 13.3.2 und 13.5.1 eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalles nach Anlage 3 durchzuführen. Bei der allgemeinen Vorprüfung ist zu berücksichtigen, inwieweit Umweltauswirkungen durch die vom Träger des Vorhabens vorgesehenen Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen offensichtlich ausgeschlossen werden.  

Die durchgeführte allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls hat ergeben, dass die Maßnahme „Grundwasserentnahme aus einer Brunnenanlage und Beregnung landwirtschaftlicher Nutzflächen“ keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann, die nach § 5 Abs. 2 UVPG zu berücksichtigen wären. Gemäß § 5 UVPG ist für diese Maßnahme somit keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben. Diese Entscheidung ist nicht selbständig anfechtbar. 

Die Prüfung ergab im Einzelnen, dass entsprechend den hydraulischen Modell-Berechnungen durch die Entnahme von Grundwasser mit der maximalen Entnahmerate von 2000 cbm/d aus der Brunnenanlage voraussichtlich eine unwesentliche Auswirkung durch schwache Grundwasserabsenkungen zu erwarten sind. Diese Absenkungen im maximalen Betriebszustand bei maximal 8 h/d sind so gering, dass sie von den natürlichen Schwankungen des Grundwasserstandes überlagert werden. 

Die hydraulische Betrachtung des Einzugsgebietes auf Grundlage der vorliegenden Daten und Berechnungen ergibt, dass die geförderte Wassermenge nach hierfür erstelltem Entnahmekonzept kleinräumig in den näheren Einzugsgebieten der Brunnen gebildet wird. Der erschlossene Untergrund ist ausreichend durchlässig und Grundwasser in ausreichender Mächtigkeit (20 m) vorhanden. 

Im Ruhezustand stellt sich der natürlich beeinflusste Grundwasserspiegel innerhalb eines kurzen Zeitraumes wieder ein. Die berechneten Einzugsgebiete der Brunnen zeigen keine Überschneidungen mit Entnahmen Dritter. 

Nach Auskunft des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) werden im Bereich des Grundwasserkörpers, in dem die Grundwasserentnahme und die landwirtschaftlichen Nutzflächen liegen, die europäischen Umweltqualitätsnormen in Bezug auf Quantität und Qualität (bezüglich Arsen-, Nitrat- und Ammoniumwerte) überschritten. 

Die Beregnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirkt bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung und Beregnung der Flächen keine Erhöhung des Nitratgehaltes. Beim ordnungsgemäßen Betrieb der Brunnenanlage werden keine Stoffe ins Grundwasser eingebracht. Daher entstehen keine zusätzlichen Risiken. 

Die erhöhten Arsen- und Ammoniumbelastungen des Grundwasserkörpers sind laut Betrachtung des LANUV´s regional beschränkt und liegen nicht im Bereich des Vorhabens. Das Vorhaben führt nicht zu einer Erhöhung dieser Werte. 

Von der Maßnahme geht keine qualitative Verschlechterung des derzeitigen Zustandes des Grundwasserkörpers aus. 

Nach Informationen aus der Grundwasserdatenbank HygrisC des LANUV´s wird eine Absenkung der Grundwasserstände aufgrund von Sümpfungsmaßnahmen beobachtet. Nach jetzigen Erkenntnissen wird sich der Grundwasserspiegel nach Beendigung der Sümpfungsmaßnahmen wieder normalisieren, sodass die Umweltqualitätsnormen im Rahmen der Quantität wieder eingehalten werden. 

Siegburg, 05.02.2021
Az.: 66.02-403.1.03/2021-Be                                            

Rhein-Sieg-Kreis
Der Landrat 

Im Auftrag
gez. Kötterheinrich
Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz

Wir verwenden auf rhein-sieg-kreis.de ausschließlich funktionale Cookies. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.