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Öffentliche Bekanntgabe - bereitgestellt am 11. September 2020

Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Grundwasserentnahme aus einer Brunnenanlage (3 miteinander verbundene Brunnen) und Beregnung von ca. 141 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen mit einem maximalen jährlichen Volumen an Wasser von 210.000 cbm in Bornheim, Gemarkung Merten

hier: Ergebnis der allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalles

Gemäß § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) vom 24. Februar 2010 (BGBI. I Nr. 7, S. 94) zuletzt geändert durch Gesetz vom 20.07.2017 wird bekannt gegeben:

Der Wasser- und Bodenverband Vorgebirge beabsichtigt Grundwasser in einer Menge von maximal 210.000 m3/a und maximal 180 cbm/h aus einer Brunnenanlage mit 3 miteinander verbundene Brunnen (2 Bestandsbrunnen und 1 neuer Brunnen) für Beregnung von 141 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen zu entnehmen. Die Grundwassergewinnungsanlage befindet sich Bornheim, Gemarkung Merten, Flur 16.

Gemäß § 7 Abs. 1 UVPG ist für ein Vorhaben nach Anlage 1 Nr. 13.3.2 und 13.5.1 eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalles nach Anlage 3 durchzuführen. Bei der allgemeinen Vorprüfung ist zu berücksichtigen, inwieweit Umweltauswirkungen durch die vom Träger des Vorhabens vorgesehenen Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen offensichtlich ausgeschlossen werden.

Die durchgeführte allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls hat ergeben, dass die Maß-nahme „Grundwasserentnahme aus einer Brunnenanlage und Beregnung landwirtschaftlicher Nutzflächen" keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann, die nach § 5 Abs. 2 UVPG zu berücksichtigen wären. Gemäß § 5 UVPG ist für diese Maßnahme somit keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben. Diese Entscheidung ist nicht selbständig anfechtbar.

Die Prüfung ergab im Einzelnen, dass entsprechend den hydraulischen Berechnungen durch die Entnahme von Grundwasser aus der Brunnenanlage voraussichtlich keine Auswirkungen auf andere Entnahmestellen zu erwarten sind. Diese Absenkungen in den Entnahmebrunnen im maximalen Betriebszustand sind so gering, dass sie von den natürlichen Schwankungen des Grundwasserstandes überlagert werden.

Die vorhabenbezogene Bilanzierung ist ausgeglichen. Der maximalen Grundwasserentnahme von 210.000 cbm pro Jahr stehen bei einer durchschnittlichen Grundwasserneubildungsrate 200 l/qm eine Grundwasserneubildung auf 141 ha von durchschnittlichen 282.000 cbm pro Jahr gegenüber.

Zwar sind Qualitätsnormen im Bereich des Vorhabens überschritten, jedoch ergibt sich durch die Maßnahme keine qualitative Verschlechterung des derzeitigen Zustandes des Grundwasserkörpers.

Die Beregnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirkt bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung und Beregnung der Flächen keine Erhöhung des Nitratgehaltes. Beim ordnungsgemäßen Betrieb der Brunnenanlage werden keine Stoffe ins Grundwasser eingebracht.

Die erhöhten Arsen- und Ammoniumbelastungen des Grundwasserkörpers sind laut Betrachtung des LANUV's regional beschränkt und liegen nicht im Bereich des Vorhabens. Das Vorhaben führt nicht zu einer Erhöhung dieser Werte.

Die hydraulische Betrachtung der Brunnenanlage ergab, dass 'nach derzeitigem Kenntnisstand negative Auswirkungen, wie z.B. kurzzeitige Grundwasserabsenkungen von 0,35 m bei der maximalen Entnahme von 180 cbm/h, räumlich und zeitlich eng begrenzt und vom Umfang her als unerheblich zu bewerten sind. Die natürlichen Grundwasserschwankungen von ca. 2 m überprägen diese Absenkung, sodass keine negativen Auswirkungen vom Vorhaben zu erwarten sind.

Die zu erwartende kleinräumige Grundwasserabsenkung im Betriebszustand der Brunnenanlage ist nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich eng begrenzt.
Im Ruhezustand stellt sich der natürlich beeinflusste Grundwasserspiegel innerhalb eines kurzen Zeitraumes wieder ein.

Siegburg, den 07.09.2020
Az.: 66.02-403.1.03/2020-Be

Rhein-Sieg-Kreis
Der Landrat

Im Auftrag
gez. Schwarz
Dezernent für Umwelt, Bauen und Verbraucherschutz

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