Inhalt anspringen
Unsere Verwaltung

Öffentliche Bekanntgabe - bereitgestellt am 31. Juli 2020

Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Grundwasserentnahme aus bestehender Brunnenanlage und Beregnung landwirtschaftlicher Nutzflächen mit einem maximalen jährlichen Volumen an Wasser von 189.000 cbm in Bornheim, Gemarkung Sechtem

hier: Ergebnis der allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalles

Gemäß § 5 Abs. 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) vom 24. Februar 2010 (BGBI. I Nr. 7, S. 94) zuletzt geändert durch Gesetz vom 20.07.2017 wird bekannt gegeben:

Der Wasser- und Bodenverband Vorgebirge beabsichtigt Grundwasser in einer Menge von bis zu 189.000 m3/a und maximal 50 l/s aus einer bestehenden Brunnenanlage (2 miteinander verbundene Brunnen) nach Bedarf für Beregnung von 100 ha landwirtschaftlicher Nutzflächen zu entnehmen. Die Grundwassergewinnungsanlage und die landwirtschaftlichen Nutzflächen befinden sich Bornheirn, Gemarkung Sechtem, Flur 13.

Gemäß § 7 Abs. 1 UVPG ist für ein Vorhaben nach Anlage 1 Nr. 13.3.2 und 13.5.1 eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalles nach Anlage 3 durchzuführen. Bei der allgemeinen Vorprüfung ist zu berücksichtigen, inwieweit Umweltauswirkungen durch die vom Träger des Vorhabens vorgesehenen Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen offensichtlich ausgeschlossen werden.

Die durchgeführte allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls hat ergeben, dass die Maßnahme „Grundwasserentnahme aus zwei Brunnen und Beregnung landwirtschaftlicher Nutzflächen" keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen haben kann, die nach § 5 Abs. 2 UVPG zu berücksichtigen wären. Gemäß § 5 UVPG ist für diese Maßnahme somit keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben. Diese Entscheidung ist nicht selbständig anfechtbar.

Die Prüfung ergab im Einzelnen, dass entsprechend den hydraulischen Berechnungen durch die Entnahme von Grundwasser aus der Brunnenanlage voraussichtlich eine unwesentliche Auswirkung auf andere Entnahmestellen durch schwache Grundwasserabsenkungen zu erwarten ist. Diese Absenkungen im maximalen Betriebszustand sind so gering, dass sie von den natürlichen Schwankungen des Grundwasserstandes überlagert werden.

Die vorhabenbezogene Bilanzierung ist ausgeglichen. Der maximalen Grundwasserentnahme von 189.000 cbm pro Jahr stehen bei einer durchschnittlichen Grundwasserneubildungsrate 200 l/qm eine Grundwasserneubildung auf 100 ha von durchschnittlichen 200.000 cbm pro Jahr gegenüber. Dem Bodenkörper wird auch durch die Beregnung wieder Wasser zugeführt.

Zwar sind Qualitätsnormen im Bereich des Vorhabens überschritten, jedoch ergibt sich durch die Maßnahme keine qualitative Verschlechterung des derzeitigen Zustandes des Grundwasserkörpers.

Die Beregnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirkt bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung und Beregnung der Flächen keine Erhöhung des Nitratgehaltes. Beim ordnungsgemäßen Betrieb der Brunnenanlage werden keine Stoffe ins Grundwasser eingebracht.

Die erhöhten Arsen- und Ammoniumbelastungen des Grundwasserkörpers sind laut Betrachtung des LANUV's regional beschränkt und liegen nicht im Bereich des Vorhabens. Das Vorhaben führt nicht zu einer Erhöhung dieser Werte.

Die hydraulischen Berechnungen und die hydraulische Betrachtung eines Pump-versuches der Brunnenanlage ergaben, dass nach derzeitigem Kenntnisstand auf weitere Entnahmestellen eine kurzzeitige Grundwasserabsenkung von 0,5 bzw. 0,15 m bei der maximalen Entnahme von 50 I/s, räumlich und zeitlich eng begrenzt und vom Umfang her als unerheblich zu bewerten sind. Die natürlichen Grundwasserschwankungen von ca. 2 m überprägen diese Absenkung, sodass keine negativen Auswirkungen vom Vorhaben zu erwarten sind.

Die zu erwartende kleinräumige Grundwasserabsenkung im Betriebszustand der Brunnenanlage ist nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich eng begrenzt.
Im Ruhezustand stellt sich der natürlich beeinflusste Grundwasserspiegel innerhalb eines kurzen Zeitraumes wieder ein.

Siegburg, den 29.07.2020
Az.: 66.02-403.1.03/2020-0394-Be

Rhein-Sieg-Kreis
Der Landrat

Im Auftrag
gez. Kötterheinrich
Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet. Mehr Infos ...