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Rhein-Sieg aktuell

Exil Shanghai: Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2026 der Gedenkstätte

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – „Exil Shanghai“ lautet der Vortrag von Marion Schubert am Sonntag, 10 Mai 2026, von 14.45 Uhr bis 16.15 Uhr, in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach. Der kostenlose Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2026 der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ statt.  

„Exil Shanghai“ nimmt die Situation der rund 20.000 verfolgten Jüdinnen und Juden in den Blick, denen die Flucht aus Deutschland und Europa in die chinesische Stadt Shanghai gelang. Shanghai war damals eine durch den zweiten japanisch-chinesischen Krieg in großen Teilen zerstörte Stadt, besonders der Stadtteil Hongkou. Es war jedoch die einzige Stadt weltweit, die für die Einreise weder Visum noch Pass verlangte. Um dort überleben zu können, mussten die jüdischen Emigrantinnen und Emigranten harte Arbeit leisten, wie beispielsweise Kriegstrümmer beseitigen oder Häuser wiederaufbauen. Als die Stadt nach dem Angriff auf Pearl Harbor von Japan erobert wurde, verschlimmerte sich die Lage der europäischen Jüdinnen und Juden in Schanghai von Tag zu Tag. Zwischen 1943 und 1945 durften sie nur im „begrenzten Bezirk für staatenlose Flüchtlinge“ in Hongkou wohnen. Dieser Ort wurde auch „Schanghaier Ghetto“ genannt.

Die Referentin, Marion Schubert, geb. Salomon, wurde 1946 in Shanghai geboren. Ihre jüdischen Eltern waren in der Silvesternacht 1938/39 vor den Nationalsozialisten nach China geflohen. Auch für sie war das Leben im Exil hart. Nachdem ab 1945 Mao Zedong und der Kommunismus erstarkten, galten Europäerinnen und Europäer als Kapitalisten. 1949 floh Familie Salomon erneut mit der nun zweieinhalbjährigen Tochter Marion nach Israel. Ihr Vater musste dort bei 40 Grad Steine klopfen und ihre Mutter fand Arbeit als Putzhilfe. Da das heiße Klima für die Familie Salomon unerträglich war, kehrten sie 1953 nach Berlin zurück. Nach ihrem Schulabschluss machte Marion Salomon ein freiwilliges soziales Jahr im „Institut für Praktische Psychologie, Erziehungsberatung und Heilpädagogik“ und lernte Fremdsprachenkorrespondenz. Einige Jahre später wollte sie erneut nach Israel reisen, um in einem Kibbuz zu arbeiten. Als ihr Vater in diesem Jahr mit 64 Jahren starb, blieb sie in Berlin, wo sie ihren zukünftigen Ehemann Reinhard Schubert (1944-2000) bereits kennengelernt hatte. Dieser setzte sich als Jurist im BMJ unter anderem für die Aufhebung von NS-Unrechtsurteilen ein.Das Wort aus Psalm 34 – „Suche Frieden und jage ihm nach“ nimmt Marion Schubert, wie sie sagt, in all ihrem Engagement wörtlich.

Hinweis:

Von März bis November 2026 ist die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach, an den ersten und dritten Sonntagen im Monat (außer an christlichen und jüdischen Feiertagen) von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet und zusätzlich an Sonntagen, an denen Vortragsveranstaltungen stattfinden: 03.05., 10.05., 17.05., 31.05., 07.06., 21.06., 28.06., 05.07. 19.07., 02.08., 16.08., 06.09., 20.09., 18.10., 01.11. und 15.11.. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind Gruppenführungen (ab 10 Personen) nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Ab 01.04.2026 gelten für die Gedenkstätte neue Eintrittspreise. Das sind 5 Euro pro Person, sowie 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Ermäßigter Eintritt beträgt 3,50 Euro, etwa für Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Auszubildende und Menschen mit Behinderung; jeweils mit Vorlage eines gültigen Ausweises. Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei Gruppen von 10 bis 20 Personen, nach Voranmeldung, kostet die Führung 45 Euro zuzüglich 3,50 Euro pro Person. Bei Führung für Schulklassen entfällt die Gebühr für die Führung. Es gilt nur der Beitrag von 2 Euro pro Schülerin oder Schüler.

30.04.2026/121

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