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Rhein-Sieg aktuell

Haskala und Geschichte des Judentums in der Aufklärung

Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Rhein-Sieg-Kreis (dwo) – „Haskala“ ist die Bezeichnung der jüdischen Aufklärungsbewegung des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Besonders für das aschkenasische Judentum war es nicht weniger als eine Revolution, die Auswirkungen auf die jüdische Existenz der Moderne bis in die Gegenwart hat. Ihr wohl bekanntester Vertreter war Moses Mendelssohn. Er pflegte ein hochinteressantes, philosophisches Verhältnis zu Immanuel Kant: Sie waren zugleich Konkurrenten, Gesprächspartner und gegenseitige Bezugspunkte. 

Eine berühmte Geschichte berührt die Preisfrage eines Wettbewerbs der damaligen Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1763. Die Akademie fragte: „Können metaphysische Wahrheiten mit derselben Gewissheit bewiesen werden wie geometrische Wahrheiten?“ Sowohl Mendelssohn als auch Kant reichten anonyme Essays ein. Doch welcher der beiden Philosophen hat diesen Wettbewerb gewonnen? Was bedeutete überhaupt Haskala für die Entwicklung und Geschichte der jüdischen Gemeinden in Mittel- und Osteuropa?
Ein wichtiges Ziel stellte die rechtliche Gleichstellung der Juden in Europa dar: Bürgerrechte sollten nicht länger von der religiösen Zugehörigkeit abhängen. Doch allein dieses Bestreben löste ein grundlegendes Dilemma aus: Wie kann man zugleich jüdisch bleiben und vollständig an der modernen europäischen Gesellschaft teilnehmen? 1783 brachte Issac Euchel, einer der zu Unrecht vergessenen jüdischen Aufklärer und Schüler Kants in Königsberg, mit der Gründung der deutsch- hebräischen Zeitschrift „Hameassef – Der Sammler“ eine Kulturrevolution ins Rollen.

In ihrem Vortrag stellt Saskia Klemp die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Untersuchung ausgewählter Artikel, die im „Hameassef“ veröffentlicht wurden, vor und ordnet diese in den Kontext der Aufklärung und der jüdischen Geschichte bis in die Gegenwart ein. 

Der Vortrag findet am Sonntag, 20. September 2026, von 14:45 Uhr bis 16:15 Uhr in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Teilnahme ist kostenlos.

Hinweis:

Von März bis November 2026 ist die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach, an den ersten und dritten Sonntagen im Monat (außer an christlichen und jüdischen Feiertagen) von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind Gruppenführungen (ab 10 Personen) nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Seit 01. April 2026 gelten für die Gedenkstätte neue Eintrittspreise. Das sind 5 Euro pro Person, sowie 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Ermäßigter Eintritt beträgt 3,50 Euro, etwa für Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Auszubildende und Menschen mit Behinderung; jeweils mit Vorlage eines gültigen Ausweises. Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei Gruppen von 10 bis 20 Personen, nach Voranmeldung, kostet die Führung 45 Euro zuzüglich 3,50 Euro pro Person. Bei Führung für Schulklassen entfällt die Gebühr für die Führung. Es gilt nur der Beitrag von 2 Euro pro Schülerin oder Schüler.

24.08.2026/228

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