Rhein-Sieg-Kreis (an) – Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, hat jetzt Landrat Sebastian Schuster den Förderbescheid für das REGIONALE 2025-Projekt „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ übergeben. Damit beginnt im Rhein-Sieg-Kreis eines der bedeutendsten Natur- und Umweltschutzprojekte in ganz Nordrhein-Westfalen.
„Intakte Moore, naturnahe Wälder und artenreiche Gewässer sind unverzichtbar für den Klima- und Naturschutz“, sagte Umweltminister Krischer zur Übergabe des Förderbescheids. „Das Projekt zeigt beispielhaft, wie ökologische Aufwertung, nachhaltige Nutzung und Naturerleben miteinander verbunden werden können.“
Landrat Schuster ergänzte: „Mit dem Projekt ‚Teichlandschaften Lohmarer Wald‘ bewahren wir ein einzigartiges Natur- und Kulturerbe für kommende Generationen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Biodiversitätsschutz. Jeder Euro, den wir heute in die Teichlandschaften Lohmarer Wald investieren, ist eine Investition in die Zukunft: in den Schutz seltener Arten, in den natürlichen Wasserrückhalt, in die Anpassung an den Klimawandel und in die Bewahrung einer einzigartigen Kulturlandschaft für kommende Generationen!“
Gewachsene Kulturlandschaft und wertvoller Naturraum
Auf rund 226 Hektar erstreckt sich zwischen Lohmar und Siegburg eine historisch gewachsene Kulturlandschaft und zugleich ein ökologisch wertvoller Naturraum. Hier finden sich extensiv bewirtschaftete Karpfenteiche, naturnahe Heidemoore und Moorwälder, Sumpfwälder entlang von Rothenbach und Schwarzsiefenbach sowie kulturhistorische Landschaftselemente.
Zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben hier ihre Lebensräume. Dazu gehören seltene Libellen und Amphibien, Wasservögel und hochspezialisierte Moorpflanzen. Die besondere naturschutzfachliche Bedeutung liegt im Nebeneinander dieser unterschiedlichen Lebensräume – von offenen Wasserflächen über Röhrichte und Schlammfluren bis hin zu Mooren und Sumpfwäldern.
Projekt verbindet Naturschutz mit Nah-Erholung und Landschaftspflege
Um dieses Naturerbe für die Zukunft zu erhalten und zu sichern, hat der Rhein-Sieg-Kreis einen Förderantrag im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm „Grüne Infrastruktur Nordrhein-Westfalen“ gestellt. Das nun anlaufende Projekt „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ soll Biodiversitätsschutz, Klimaanpassung, nachhaltige Teichwirtschaft und naturverträgliche Erholung miteinander verbinden.
Zentrale Ziele des Natur- und Klimaschutzes sind die sogenannte Wiedervernässung ehemaliger Moorflächen und die Stabilisierung der Heidemoore, die Erhaltung und Renaturierung von Sumpfwäldern, die Bindung von CO₂ in Moorböden, die Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts im Sinne einer „Schwammlandschaft“ sowie die Vernetzung sensibler Lebensräume.
Gleichzeitig soll auch die bestehende Kulturlandschaft bewahrt werden, die durch die Karpfenteichlandschaft über Jahrhunderte hinweg entstanden ist. Sie hat maßgeblich zur Entstehung der heutigen Biodiversität beigetragen.
Um zudem den Bedürfnissen der Naherholung Rechnung zu tragen, setzt das Projekt auf eine sogenannte „Stille Erholung“. Das bedeutet eine gezielte Lenkung von Besucherinnen und Besuchern, die Schaffung attraktiver, aber naturverträglicher Naturerlebnispunkte, Informationsangebote vor Ort und digital und somit die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für die Besonderheiten des Gebietes.
Enge Kooperation der Projektpartner
Der Rhein-Sieg-Kreis als Projektträger arbeitet hier mit der Stadt Lohmar, der Stadt Siegburg, dem BUND Landesverband NRW, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der Fischzucht Pilgram GmbH und der Biologischen Station Rhein-Sieg-Kreis eng zusammen.
„Der Lohmarer Wald ist ein bedeutender Identifikationsort für unsere Bürgerinnen und Bürger“, so Lohmars erster stellvertretender Bürgermeister Florian Westerhausen. „Sein Schutz und seine behutsame Entwicklung sind eine Investition in die Zukunft unserer Region.“ Dem schloss sich Stefan Rosemann, Bürgermeister der Stadt Siegburg, an: „Die Teichlandschaften sind ein außergewöhnlicher Naturraum direkt vor den Toren unserer Stadt. Die Förderung eröffnet die Chance, Naturschutz und Naherholung nachhaltig miteinander zu verbinden.“
Das Projekt wird mit insgesamt rund 1,9 Millionen Euro gefördert. Die Förderung erfolgt zu gleichen Teilen aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen. Es werden förderfähige Gesamtausgaben in Höhe von rund 2,42 Millionen Euro veranschlagt.
Der Rhein-Sieg-Kreis übernimmt einen Eigenanteil von rund 484.000 Euro. Der Landesbetrieb Wald und Holz setzt Maßnahmen aus dem Strategischen Entwicklungskonzept im Wert von rund 116.000 Euro und der BUND Landesverband NRW in Höhe von rund 233.000 Euro um. Zudem beteiligen sich die Städte Lohmar und Siegburg mit je 40.000 Euro sowie die Fischzucht Pilgram GmbH mit 10.000 Euro an dem Projekt.
17.08.2026/2026