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Rhein-Sieg aktuell

Der Biber – ein Wasserbauingenieur kehrt in den Rhein-Sieg-Kreis zurück

Sichtungen melden!

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Der Biber ist in den Rhein-Sieg-Kreis zurückgekehrt! „Biberburgen- und Dämme sowie Fotomaterial belegen, dass sich der Biber im Rhein-Sieg-Kreis inzwischen so zu Hause fühlt, dass er sich auch wieder reproduziert“, weiß Jörg Bambeck, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises, zu berichten. Der Biber ist ein wichtiger Gehilfe beim Hochwasserschutz. Um die Ansiedlung des sympathischen Nagers besser verfolgen zu können, bittet das Amt für Umwelt- und Naturschutz Sichtungen von Tieren, Burgen und Dämmen zu melden. Sichtungen können jederzeit über das Naturschutztelefon, 02241 13 3900 oder per E-Mail an naturschutztelefonrhein-sieg-kreisde gemeldet werden.

Vor mittlerweile gut acht Jahren, 2018, stellten Biologen sensationell am unteren Abschnitt der Sieg eindeutige Biberspuren fest. Nachdem das größte Nagetier Europas Ende des 19. Jahrhunderts vollständig ausgerottet war, hat „Meister Bockert“, wie er in Fabeln und Märchen genannt wird, seinen Weg zurück in den Rhein-Sieg-Kreis gefunden. Dies wurde unter anderem möglich aufgrund eines aufwändigen Wiederansiedlungsprogramms ab 1981 in der Eifel. Mit den zahlreichen großen und kleinen Fließgewässern wie beispielsweise Sieg, Agger, Sülz und Pleisbach, findet „Meister Bockert“ im Rhein-Sieg-Kreis beste Voraussetzungen für die Ansiedlung seiner Population.

Nachdem zunächst nur Nagespuren an Bäumen und Ästen entlang der Sieg gefunden worden waren, sind in den letzten Jahren immer häufiger Sichtungen von Tieren und sogar Biberburgen beim Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises eingegangen. Zuletzt wurden bereits die für die größtenteils an Land lebenden Nager typischen Dämme gefunden.

Der Biber gilt als einziges Tier, welches seinen Lebensraum aktiv durch Aufstauen von Gewässern gestaltet. Daher wird er unter Naturschützenden auch als wertvoller Wasserbauingenieur geschätzt, denn gleichzeitig profitieren unzählige andere Tier- und Pflanzenarten von seinem Bautrieb. Die dadurch neu entstehenden Tümpel und Seen bieten vor allem Wasserinsekten wie Libellen aber auch Amphibien ein wichtiges Refugium. Zudem fungieren die vom Biber gestalteten Bäche und Flüsse als effektiver Hochwasserschutz: vom Biber gestaltete Dämme halten Wasser zurück und kappen Hochwasserspitzen. Damit wird mehr Zeit zur Versickerung geschaffen und der Grundwasserspiegel wird gehoben.

Biberdämme kann man anhand von aufgestauten Ästen und Stämmen, die typische Fraßspuren an den Enden aufweisen, erkennen. Diese Dämme werden zusätzlich mit Schlamm verdichtet und können unterschiedlich groß ausfallen. Doch nicht immer ist ein solcher Damm direkt als Biberdamm ersichtlich. Zuweilen können bereits vermeintlich lose zusammengesteckte Äste ein Zeichen für das Auftreten eines Bibers sein. Im Umfeld kann man häufig „bleistiftähnlich“ angenagte oder gefällte Bäume mit deutlichen Zahnspuren beobachten. Biberburgen hingegen sind oft unscheinbare Erdbauten, die lediglich mit aufgehäuften, abgenagten Ästen bedeckt sind.

Der Biber ist in Deutschland streng geschützt. Das eigenmächtige Öffnen oder Entfernen von Biberburgen und -dämmen ist verboten. Vor dem Eintreten unzumutbarer Schäden ist vorher die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, auch über das oben genannte Naturschutztelefon, zu kontaktieren.

04.02.2026/029

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