Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Jetzt händigte die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert die Bundesverdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Christine von Gadow aus, aufgrund ihres jahrelangen sozialen Engagements, womit sie sich auszeichnungswürdige Verdienste erworben hat.
„Heute ehren wir eine Frau, deren Wirken über viele Jahre hinweg weit über das unmittelbare persönliche Engagement hinausreicht und die mit ihrem Einsatz unzähligen Menschen in besonders sensiblen Lebenssituationen beigestanden hat“, mit diesen Worten begrüßte Notburga Kunert, stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, die zu Ehrende, ihre Gäste und Meckenheims Bürgermeister Sven Schnieber. Ihm dankte sie ebenso für die Organisation der Feierstunde im Rathaus der Stadt: „Sie geben damit einem Engagement Raum, das oft im Stillen wirkt, dessen Bedeutung für unsere Gesellschaft jedoch kaum hoch genug eingeschätzt werden kann“, so die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert.
„Als Gründungsmitglied der Ökumenischen Hospizgruppe e.V. war Christine von Gadow in den Jahren 2002 bis 2019 u.a. als stellvertretende Vorstandsvorsitzende tätig. Der Verein, ein ambulanter Hospizdienst, bietet im Bereich Meckenheim-Rheinbach-Swisttal mit hauptamtlichen Koordinatoren und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die dort auch ausgebildet werden, Sterbe- und Trauerbegleitungen für schwerstkranke und sterbende Menschen an“, heißt es in der amtlichen Ordensbegründung.
Ein besonderer Schwerpunkt lag und liegt in der Leitung und Organisation der Kerngruppe Meckenheim. Christine von Gadow hat Strukturen aufgebaut und Ehrenamtliche unterstützt. Sie organisierte Benefizveranstaltungen, mit denen nicht nur wichtige finanzielle Mittel für die Arbeit des Vereins gewonnen, sondern auch eine breite Öffentlichkeit für die Anliegen der Hospizarbeit sensibilisiert werden konnte. Stellvertretend sei hier das Benefiz-Dixieland-Jazz-Konzert anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Hospizvereins im September 2022 genannt.
Darüber hinaus engagiert sie sich bis heute in der Organisation und Begleitung des monatlich stattfindenden Gesprächs-Cafés für Trauernde. Dieses Angebot bietet Menschen, die einen nahestehenden Angehörigen verloren haben, einen geschützten Raum für Austausch, Trost und Begegnung. Ein Angebot, das für viele Hinterbliebene von unschätzbarem Wert ist.
Mit großem Engagement übernimmt von Gadow Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit, verteilt Informationsmaterial in Geschäften, Pflegeeinrichtungen und Behörden, gestaltet und pflegt eine Informationsvitrine in der Einkaufszone, wirkt bei Feiern mit und übernimmt Standdienste bei Stadtfesten. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz in der Ausbildung ehrenamtlicher Sterbebegleiterinnen und -begleiter: Durch Vorträge und Schulungen gibt sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung weiter und trägt so entscheidend zur Qualität und Nachhaltigkeit der Hospizarbeit bei.
Auch nach dem Ende Ihrer Vorstandstätigkeit im Jahr 2019 steht sie dem Verein bis heute jederzeit mit Rat, Tat und großem persönlichem Einsatz zur Seite. Ihre Erfahrung, Ihre Sachkenntnis und Ihre hohe Identifikation mit der Hospizarbeit machen sie zu einer tragenden Säule des Vereins.
„Liebe Frau von Gadow, Sie werden als überaus engagierte und geschätzte Mitstreiterin beschrieben, mit einer freundlichen, zugewandten Art und einer beeindruckenden Präsenz. Ihr Einsatz hat vielen Menschen Trost gespendet, Halt gegeben und Mut gemacht“, würdigte die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert das Lebenswerk von Christine von Gadow.
„Es ist mir daher eine besondere Freude, Ihnen – verbunden mit den Glückwünschen des Herrn Ministerpräsidenten und des Herrn Regierungspräsidenten – nun die Ordensinsignien zu überreichen“, so die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert.
„Das Ehrenamt bietet mir eine Chance neue Fähigkeiten zu erlernen, mich persönlich weiter zu entwickeln und anderen Menschen eine Freude zu machen“, hob Christine von Gadow anlässlich der Ordensverleihung hervor.
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige und damit höchste allgemeine Verdienstauszeichnung. Er wurde 1951 als Instrument des Dankes für herausragendes Engagement zum Wohle der Allgemeinheit vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und wird seitdem durch den amtierenden Bundespräsidenten verliehen – bis heute über 260.000 Mal.
Den Verdienstorden gibt es in acht verschiedenen Stufen: Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Als weitere Ausführungen folgen das Verdienstkreuz 1. Klasse, das Große Verdienstkreuz, das Große Verdienstkreuz mit Stern, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband, das Großkreuz und die Sonderstufe des Großkreuzes.
27.01.2026/023