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Rhein-Sieg aktuell

Lesung in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Edgar Hilsenrath zum 100. Geburtstag

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – 2026 wäre Edgar Hilsenrath 100 Jahre geworden. Helmut Braun hat dies zum Anlass genommen, ihm eine Biographie zu widmen. Spannend und einfühlsam zeichnet er die Lebenslinien des deutschsprachigen Juden Edgar Hilsenrath und verknüpft Leben und Werk dieses sprachmächtigen Erzählers zu einem Bild, in dem auch die gewaltigen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts aufscheinen. Ein 1926 in Deutschland geborener Jude hatte wenig Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten. Die Alternativen in Nazideutschland waren: Emigrieren oder deportiert werden. Dass einer den Krieg in Deutschland überlebte, war möglich, aber unwahrscheinlich. So ist es im Prolog des Romans „Fuck America – Bronskys Geständnis“ von Edgar Hilsenrath nachzulesen. Er wurde deportiert und dank einer Reihe glücklicher Fügungen überlebte er, emigrierte nachträglich in die USA und schrieb sich mit dem Ghettoroman „Nacht“ die erlittenen Traumata von der Seele. So begann eine im höchsten Maße ungewöhnliche Schriftstellerkarriere.
Edgar Hilsenrath und Helmut Braun sind seit 1977, seit im Literarischen Verlag Braun in Köln der bitterböse, satirische Roman „Der Nazi & der Friseur“ erschien, befreundet. Im Laufe von 26 Jahren hat der Autor seinem Biografen seine Sicht der Geschehnisse, seine Wahrnehmungen berichtet, gewichtet, gewertet. Dokumente, Briefe, Fotos, Medien- und Zeitzeugenberichte, auch wissenschaftliche Arbeiten bilden das Fundament der Biografie Helmut Brauns über Edgar Hilsenrath.

Aus dieser wird der Referent, Helmut Braun – er ist Verleger, Herausgeber, Publizist – selber im Rahme der Veranstaltungsreihe 2026 der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ vorlesen. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 19. Juli 2026, von 14:45 Uhr bis 16:15 Uhr, in der Gedenkstätte, Bergstr. 9, 51570 Windeck-Rosbach, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Hinweis:
Von März bis November 2026 ist die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, in 51570 Windeck-Rosbach, an den ersten und dritten Sonntagen im Monat (außer an christlichen und jüdischen Feiertagen) von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet und zusätzlich an Sonntagen, an denen Vortragsveranstaltungen stattfinden: 05.07. 19.07., 02.08., 16.08., 06.09., 20.09., 18.10., 01.11. und 15.11.. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind Gruppenführungen (ab 10 Personen) nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Ab 01.04.2026 gelten für die Gedenkstätte neue Eintrittspreise. Das sind 5 Euro pro Person, sowie 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Ermäßigter Eintritt beträgt 3,50 Euro, etwa für Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Auszubildende und Menschen mit Behinderung; jeweils mit Vorlage eines gültigen Ausweises. Für Mitglieder des Fördervereins ist der Eintritt frei.

Bei Gruppen von 10 bis 20 Personen, nach Voranmeldung, kostet die Führung 45 Euro zuzüglich 3,50 Euro pro Person. Bei Führung für Schulklassen entfällt die Gebühr für die Führung. Es gilt nur der Beitrag von 2 Euro pro Schülerin oder Schüler.

30.06.2026/184

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