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Rhein-Sieg-Kreis

Geschichte der Juden in Czernowitz

Türkei, Russland, Österreich, Rumänien, Sowjetunion, Ukraine

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Im Südwesten der Ukraine, direkt an der Grenze zu Rumänien, liegt die Stadt Czernowitz. Bereits seit dem 13. Jahrhundert lebten dort Jüdinnen und Juden. Die Entwicklung jüdischen Lebens dieser historischen Stadt im Landstrich Bukowina nimmt Helmut Braun am Sonntag, 24. März 2024, von 14.45 bis 16.15 Uhr, in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach, in den Blick. Die Teilnahme an der Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gedenkstätte Landjuden an der Sieg“ ist kostenfrei.

Bedeutend für die Entwicklung der Stadt wurden sie, als Russland die Bukowina und Galizien in der Folge der russisch-türkischen Kriege an die K.-u.-k.-Monarchie Österreich-Ungarn abtrat. Die liberale Haltung der Österreicher führte zu einem regen Zuzug jüdischer Menschen in die Stadt, in der sie ohne Einschränkungen ihren Glauben leben konnten. 1940 lebten bereits 50.000 Juden in Czernowitz; sie stellten damit ein Drittel der Bevölkerung. Ihr „goldenes Zeitalter“ endete 1941 als Rumänien „Judengesetze“ erließ, die den Nazigesetzen angeglichen waren. Ein Getto wurde eingerichtet, Deportationen begannen und Zwangsarbeit war alltäglich. Nur 15.000 der jüdischen Menschen überlebten. Sie verließen 1945 fluchtartig die Stadt.
Heute leben wieder knapp eintausend Jüdinnen und Juden in Czernowitz und etwa 1.500 im gleichnamigen Bezirk.

Der Referent Helmut Braun ist Verleger, Kurator, Autor und Herausgeber unter anderem des Gesamtwerks von Rose Ausländer, von Edgar Hilsenrath und der literaturwissenschaftlichen Reihen der Rose Ausländer-Gesellschaft e.V. sowie deren Vorsitzender.

11.03.2024/074

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