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Rhein-Sieg-Kreis

Auf jüdischen Spuren durch Hennef-Geistingen

Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg"

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

14:00 bis 15:30

Rundgang und Führung mit Dr. Claudia Maria Arndt und Saskia Klemp M.A.

Bereits im 14. Jahrhundert lebten in Stadt Blankenberg, Verwaltungssitz im Herzogtum Berg, jüdische Familien. Das Pestpogrom von 1349 führte zur fast völligen Auslöschung der Blankenberger Juden. Zwar folgte dort um 1360 eine erneute Niederlassung einzelner Juden, aber um Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ein allgemeines Niederlassungsverbot ausgesprochen und sie wurden aus dem Herzogtum Berg ausgewiesen.

Ab dem 16. Jahrhundert siedelten sich wieder vereinzelt Juden in der Stadt Blankenberg und in den Dörfern der Umgebung an, so auch in Geistingen. Als 1815 das Rheinland an Preußen fiel, wuchs der Anteil der jüdischen Bevölkerung in den drei neuen Bürgermeistereien Hennef, Lauthausen und Uckerath. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten im Gebiet der Bürgermeisterei Hennef die meisten Juden in Geistingen. Die Mehrzahl der jüdischen Bewohner fand ihr Auskommen als Klein- und Viehhändler sowie als Trödler. 1862 konnte eine Synagoge an der Sövener Straße/Bergstraße fertiggestellt und eingeweiht werden. Christliche Mehrheit und jüdische Minderheit lebten bis zu Beginn der NS-Zeit 1933 in gutem Einvernehmen. Auf Initiative des Bürgermeisters und NSDAP-Ortsgruppenleiters Heinz Naas wurde am Abend des 10.November 1938 die Synagoge in Brand gesetzt und zerstört.

Verstorbene Gemeindeangehörige beerdigte man zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Siegburg. Anfang der 1860er-Jahre erwarb die jüdische Gemeinde einen eigenen Begräbnisplatz an der heutigen Hermann-Levy-Straße, auf dem seit 1886 Jüdinnen und Juden aus Geistingen und der Umgebung bestattet wurden. Die letzte Beerdigung fand dort 1978 statt, 55 Grabstätten sind erhalten.

Nach Verfolgung und Vertreibung seit der NS-Machtübernahme 1933 lebten infolge von Flucht und schrittweiser Deportation ab September 1942 keine Jüdinnen und Juden mehr in Geistingen und die jüdische Gemeinde war endgültig zerschlagen.

Die Referentinnen begeben sich auf die Spuren des ehemaligen jüdischen Lebens in Geistingen, stellen die Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge vor, erläutern einige Biographien hinter den Stolpersteinen in der Bergstraße und besuchen den jüdischen Friedhof. Auch historisches Bildmaterial wird gezeigt.

Die männlichen Teilnehmer werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Treffpunkt: An der Sövener Straße an der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge Geistingen, 53773 Hennef

Eintritt

Eine verbindliche Voranmeldung zum Seminar bei der VHS Rhein-Sieg (Kurs-Nr. 261-10219) ist erforderlich. Kontakt und weitere Informationen: info@vhs-rhein-sieg.de oder Telefon 02241 3097-0. Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen. Die Teilnahme kostet 8,50 Euro.

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