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Natur und Energie

Die erste Treibhausgasbilanz der Kreisverwaltung

Transparenz als Basis für den Klimaschutz: Wo steht der Rhein-Sieg-Kreis?

Um die Ziele der Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen, ist eine präzise Datenbasis unerlässlich. Während bereits seit 2014 Bilanzen für das gesamte Kreisgebiet erstellt wurden, fokussiert sich die neue Startbilanz erstmals gezielt auf den ökologischen Fußabdruck der Kreisverwaltung selbst (unter anderem Liegenschaften und Fuhrpark).

Umfang und Perspektive

Die vorliegende Bilanz bezieht sich auf den Teilbereich der Kreisverwaltung, was unter anderem die verschiedenen Liegenschaften des Kreises umfasst.

Perspektivisch wird dieser Rahmen erweitert: die vier Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften (RSAG, GWG, RSVG und RVK) werden in den Prozess integriert. Diese haben bereits eigene Bilanzen erstellt oder befinden sich derzeit in der Erstellung. Ziel ist es, diese Einzelbilanzen zeitnah zu einer umfassenden Gesamtbilanz zusammenzuführen, um ein vollständiges Bild aller emissionsrelevanten Bereiche des Kreises zu erhalten.

Methodik: Das Greenhouse Gas Protocol

Die Bilanzierung erfolgte nach dem international anerkannten „Greenhouse Gas Protocol“ (GHG Protocol). Dieser Standard ermöglicht es, Emissionen systematisch zu erfassen und vergleichbar zu machen.

Für das Basisjahr 2024 ergibt sich ein CO2-Fußabdruck der Kreisverwaltung von insgesamt 9.281 Tonnen CO2-Äquivalenten (CO2e). Um diese Zahl greifbarer zu machen: Das entspricht in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 1.950 Privathaushalten in Deutschland.

Analyse der Emissionsquellen

Die Emissionen gliedern sich in drei Kategorien, sogenannte „Scopes“:

  • Scope 1 (Direkte Emissionen): circa 30 %. Hierzu zählen die Emissionen, die direkt durch den Kreis verursacht werden, zum Beispiel durch eigene Heizungsanlagen oder Fahrzeuge.
  • Scope 2 (Energiebezug): 8,3 %. Dies umfasst indirekte Emissionen aus dem Bezug von Energie, wie Strom und Fernwärme.
  • Scope 3 (Indirekte Emissionen): 61,7 %. Der größte Anteil entfällt auf die indirekten Emissionen. Dazu gehören unter anderem der Pendelverkehr der Beschäftigten, Bauvorhaben sowie die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen.

Die größten „Emissions-Treiber“

Rund 85% des Gesamtausstoßes konzentrieren sich auf fünf Kernbereiche:

  1. Heizung und Wärme in Gebäuden: 36 %
  2. Baumaterialien (inkl. Straßenbau): 27 %
  3. Arbeitswege der Beschäftigten: 18 %
  4. Strombezug: 7 %
  5. IT-Geräte und Hardware: 4 %

Fazit und Ausblick

Die Startbilanz für das Jahr 2024 ist kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Instrument. Sie macht die Hauptemissionsquellen sichtbar und erlaubt es der Verwaltung, gezielt dort anzusetzen, wo die größte Wirkung erzielt werden kann. Zusammen mit den Beteiligungsgesellschaften bildet sie das Fundament für einen effektiven Maßnahmenkatalog zur Erreichung der Treibhausgasneutralität bis 2045.

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