In der Regionalen Bildungskonferenz werden aktuelle Bildungsthemen diskutiert. Je nach Thema werden Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Schulträgern, Schulaufsicht, Hochschulen, Kammern, Unternehmen und anderer Institutionen und Einrichtungen eingeladen.
Die Bildungskonferenz findet jährlich statt.
Bisherige Themen:
2009: Kommunale Bildungsnetzwerke im Rhein-Sieg-Kreis
2010: Übergang KiTa – Grundschule; Aufbau und Chance für mehr...
2011: Bildungschancen verbessern: Den Aufbau von lokalen Bildungsnetzwerken nachhaltig gestalten
2012: Inklusion in der Bildungsregion Rhein-Sieg-Kreis
2013: Übergang Schule – Beruf in NRW
2014: Gemeinsam mehr bewegen – Was Schule im Ganztag zu leisten vermag
2015: Verstehen –Vernetzen – Verbünden; Übergänge von Schule in Ausbildung, Studium und Beruf
2016: „Ich will die Welt verstehen!“ MINT – Potenziale entdecken und entwickeln
2017: Digitale Lebenswelt – Chance und Herausforderung für die Bildung
2018: "Get ready!“ Gemeinsam auf eine digitale Berufswelt vorbereiten
2019: „Mind the gap!“ – Gemeinsam lernen und die Zukunft gestalten
2022: Erwartungen junger Menschen in der Berufswahl - Was Eltern, Schule und Wirtschaft tun können
2023: OGS-Rechtsanspruch 2026 – Qualität sichern – Räume (aus-)bauen – Standards setzen
2025: Bildungslandschaften - kalter Kaffee oder heißer denn je?
Wenn Sie mehr über die Regionale Bildungskonferenz erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an das Regionale Bildungsbüro.
Dokumentation der Bildungskonferenz 2025
Dokumentation der Bildungskonferenz 2025
Die Bezirksregierung Köln und der Rhein-Sieg-Kreis luden am 18. März 2025 zur 14. Bildungskonferenz der Bildungsregion Rhein-Sieg-Kreis in das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter ein.
Mit dem Konferenzthema:
„Bildungslandschaften - kalter Kaffee oder heißer denn je?“
sollten die kommunalen Bildungsnetzwerke vor Ort vertieft in den Blick genommen werden.
Dazu waren neben der Bezirksregierung Köln und dem Regionalen Lenkungskreis des Rhein-Sieg-Kreises kommunale Vertreter und Vertreterinnen eingeladen, die die Koordination ihrer Bildungsnetzwerke oder Kenntnis über die lokalen Bildungsnetzwerke hatten. Herr Tim Bayer, Leiter des Regionalen Bildungsbüros und Frau Bettina Wallor als pädagogische Mitarbeiterin eröffneten die Bildungskonferenz und verwiesen auf die Wichtigkeit von regionaler Bildungsvernetzung, nicht nur auf Ebene des Kreises, sondern auch vor Ort, gerade hinsichtlich der demografischen Entwicklung und drängender Zukunftsthemen.
Landrat Sebastian Schuster betonte in seinem Grußwort, dass eine gut vernetzte Bildungslandschaft im Rhein-Sieg-Kreis in erster Linie den Kindern und Jugendlichen zu Gute kommt, sich aber auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens positiv auswirke, da ohne gute Bildung die gesellschaftlichen Herausforderungen nicht zu bewältigen seien. „Bildung ist ein maßgeblicher Indikator für die Zukunft einer Kommune, für potenziellen Zuzug, Verhinderung von Armut aber auch künftige Fachkräfte in Ihren Kommunen. Unser Engagement ist lohnend und erforderlich.“
Boris Preuss, Abteilungsleiter Schulabteilung der Bezirksregierung Köln, unterstrich die Aussage: „In den Regionalen Bildungsnetzwerken geht es um den gemeinsamen Blick von Land und Kommune auf die Kinder und Jugendlichen. Bei vielen aktuellen Themen wie z. B. Inklusion, Integration oder digitale Bildung führt meiner Meinung nach kein Weg mehr daran vorbei! Für unsere Arbeitszusammenhänge und -prozesse sehe ich darin die Möglichkeit, ja sogar die Notwendigkeit, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen und Chancen gemeinschaftlich zu nutzen.“
In seinem Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen von Bildungsnetzwerken“ stellte Prof. Dr. Christian Brüggemann von der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP), Berlin, dar, welchen Mehrwert Bildungsnetzwerke gegenüber Vernetzungen und Kooperationen zu abgegrenzten Themen haben. Netzwerkkoordinierende sind Kümmerer und Brückenbauer vor Ort, die mit ihren Kenntnissen über Anforderungen, Strukturen und Aufgabenschwerpunkten über ein übergreifendes Orientierungswissen verfügen und ziel- und lösungsorientiert für die Sache agieren können.
Im Anschluss startete der aktive Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern aus den Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis.
Die Identifikation und Zusammenarbeit mit den Bildungsvernetzenden der Kommunen begann bereits im Vorfeld der Bildungskonferenz mit der Identifikation entsprechender Ansprechpersonen durch eine Anfrage von Landrat Schuster an alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis.
Durch eine Abfrage an die genannten kommunalen Ansprechpersonen konnte eine Übersicht erstellt werden, ob in den Handlungsfeldern des Regionalen Bildungsbüros (Übergang Kita-Grundschule, Übergang Grundschule – weiterführende Schule, Übergang Schule-Beruf, Qualitätsoffensive OGS, MINT-Förderung, Medienentwicklung), aber auch darüber hinaus, Bildungsnetzwerke in den einzelnen Kommunen bestehen.
Die meisten Kommunen konnten Netzwerke und funktionale Kooperationen im Zusammenhang mit schulischen Übergängen vorweisen, d. h. von der Kita über die Grundschule bis hin zur weiterführenden Schule. Aktive Netzwerke zum Übergang Schule-Beruf sowie der Qualitätsoffensive OGS waren weniger oft in den Kommunen vertreten oder bekannt. Mit deutlichem Abstand gab es die wenigsten Nennungen an bestehenden Vernetzungen zu den Handlungsfeldern Medienentwicklungsplanung und vor allem MINT-Förderung. Weitere Bildungsnetzwerke in Handlungsfeldern außerhalb der bestehenden des Regionalen Bildungsbüros existierten lediglich in zwei Kommunen.
In der Koordination der bestehenden Netzwerke spielten die Schulverwaltungsämter der jeweiligen Kommunen eine übergeordnete und organisierende Rolle, daneben oftmals noch die Jugendämter und – im Falle des Handlungsfeldes Übergang Schule-Beruf – auch die Wirtschaftsförderungen der Kommunen. An bestehenden Netzwerken waren in allen Kommunen Vertretungen der Schulen, Kitas, OGS bzw. der Träger aktiv eingebunden.
Im Folgenden startete der Austausch mit den Bildungsvernetzenden und kommunalen Vertretungen deren Erfahrungen in verschiedenen Handlungsfeldern. Dazu wurden Cluster gebildet, in denen Kommunen zusammengefasst wurden, die eine ähnliche Größe und Verwaltungsstruktur aufweisen.
1 | Hennef, Königswinter, Bad Honnef |
2 | Windeck, Eitorf, Ruppichteroth |
3 | Much, Neunkirchen-Seelscheid, Lohmar |
4 | Niederkassel, Troisdorf, Siegburg, Sankt Augustin |
5 | Bornheim, Swisttal, Alfter |
6 | Rheinbach, Meckenheim, Wachtberg |
In den kommunalen Clustern gab es einen Austausch zu folgenden Leitfragen:
1. Welche Bildungsnetzwerke gibt es zu welchen Handlungsfeldern in Ihrer Kommune?
2. Wer ist Kümmerer und an diesen beteiligt?
3. Wo sehen Sie besondere Vorteile und Herausforderungen im jeweiligen Bildungsnetzwerk?
Weitere Fragen und Diskussionsgrundlage:
4. Gibt es Bedarfe für weitere Handlungsfelder? Was sind aktuelle Bildungsthemen in den Kommunen?
5. Gibt es den Wunsch nach Vernetzung mit anderen Kommunen? Wenn ja, zu welchem Handlungsfeld/welchen Themen?
6. Gibt es den Wunsch zu Austauschrunden, die vom RBB moderiert werden? Wenn ja, zu welchem Handlungsfeld/welchen Themen?
Aus nahezu allen Städten und Gemeinden aus dem Rhein-Sieg-Kreis nahmen Vertreterinnen und Vertreter teil und beteiligten sich aktiv an der Arbeit in den Clustern. Die Gespräche in den Clustern wurden von Mitgliedern des Regionalen Lenkungskreises und des Regionalen Bildungsbüros moderiert und von Mitarbeitenden der Abteilung Regionales Bildungs-, Kultur- und Sportbüro dokumentiert.
Im Austausch aller Gruppen wurde deutlich, dass die personelle Ausgestaltung für eine „Kommunale Bildungsvernetzung“ sehr heterogen ist. Kommunen, welche bereits seit Jahren entsprechende Stellen in den Schulämtern etabliert haben, sind eher selten. Alle Kommunen zeichnen sich durch ein breites Aktivitätsspektrum an Formaten, Netzwerken und Expertise entlang der gesamten Bildungskette, d. h. von der KiTa bis in die Ausbildung oder das Studium, aus.
Themen, welche in Summe am häufigsten in den Clustern benannt wurden, waren:
- Der Bereich der Übergänge, insbesondere von der Schule in den Beruf, wurde von vielen als Thema benannt, bei dem man sich aus kommunaler Perspektive mehr Vernetzung wünscht, aber auch Potenziale sieht, in den Kommunen vor Ort aktivere Vereinbarungen zu treffen. Oftmals, wenn auch nicht überall, wird dieses Themenfeld durch die kommunalen Wirtschaftsförderungen bespielt, wie es ein Good-Practice-Vortrag an diesem Tag noch zeigen sollte. Die Vernetzung und Übergänge zwischen Kita und Grundschulen wurden als gut und funktional von mehreren Regionalgruppen betitelt.
- Durch den engen Bezug der meisten Bildungsvernetzenden zu originären Themen der Schulverwaltung, wurde besonders häufig auf die Herausforderungen der Schulausstattung hinsichtlich der notwendigen IT auch im Hinblick auf Zukunftsthemen wie beispielsweise Künstlicher Intelligenz benannt, in denen es bereits Netzwerke in den Kommunen vor Ort gibt. Besonders hinsichtlich des kommenden Digitalpakt 2.0 wünschten mehrere Arbeitsgruppen eine engere Zusammenarbeit zur strukturierten Bildungsvernetzung, sowohl in ihren eigenen Kommunen, als auch im interkommunalen Austausch, wie im AK-Schul-IT auf Kreisebene, der bereits durch das Regionale Bildungsbüro implementiert wurde.
- Ebenso beschäftigt viele Kommunen der Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarfen/AO-SF, daraus resultierende Schulplätze und damit einhergehende Herausforderungen.
- Damit einhergehend wurde ebenfalls häufig gewünscht, sich zu Fragen der Schulentwicklungsplanung, einhergehend mit einer verzahnten Jugendhilfeplanung, auseinanderzusetzen.
- In größeren kommunalen Clustern im linksrheinischen Kreisgebiet würde man das Thema OGS gerne nochmals aufgreifen, während im rechtsrheinischen Kreisgebiet der Austausch und die Vernetzung zu Sprachförderung und dem allgemeinen Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund und/oder mit Fluchterfahrung von besonderem Interesse sind.
Abschließend wurde in allen Arbeitsgruppen der Wunsch nach Vernetzung, teilweise auch unter Beteiligung von Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamten, geäußert, dem das Regionale Bildungsbüro des Rhein-Sieg-Kreises ab Ende 2025 in regelmäßigen Austauschen mit den kommunalen Bildungsvernetzenden nachkommen möchte.
Im Folgenden stellten drei Kommunen in Kurzvorträgen vor, wie kommunale Bildungsvernetzung gewinnbringende Ergebnisse liefern kann, wo die Herausforderungen liegen und was es braucht um Partnerinstitutionen zielführend und beständig in Projekte einzubinden. Besonders sei hervorzuheben, dass sowohl große Kommunen als auch kleinere Gemeinden anschaulich darstellten, dass es manchmal nicht viel Personal oder finanzielle Mittel benötigt, sondern schlichtweg ein funktionales Netzwerk. Es präsentierten:
- Wirtschaftsförderung Windeck: Berufliche Orientierung & JAB Windeck (Marco Holländer)
- Stadt Rheinbach: MINT-Förderung entlang der Bildungskette (Cornelia Levermann)
- Stadt Sankt Augustin: Netzwerk Übergang Kita - Grundschule (Anneke Schlummer, Christiane Schuol)
Die Präsentationen zu den Vorträgen sind der Dokumentation angehangen.
Ausblick
Der gewinnbringende Austausch in den Clustern soll weiter gestärkt werden. Neben einer weiteren Vernetzung innerhalb einzelner Kommunen, soll es auch ein- bis zweimal jährlich eine Austauschrunde der Netzwerkkoordinierenden geben, zu der der Rhein-Sieg-Kreis einladen wird, so Dezernent Thomas Wagner.